Biografien

Frauengeschichte als Gruppengeschichte

Aus: fachbuchjournal Ausgabe 5/2017

„Modern sein heißt für die Frau ja nicht etwa nur einen Beruf haben, promovieren oder an Wahltagen einen Stimmzettel abgeben wollen, nein, modern sein heißt für die Frau, ihr Leben nicht ausschließlich auf die Liebe festlegen, heißt, dem Manne nicht die Gewalt zu binden und zu lösen zugestehen. Modern sein heißt für die Frau ein eigenes Gesetz in der Brust tragen, dessen Erfüllung ihr vielleicht nicht banales Glück, gewiß aber das höchste Glück der Erdenkinder gewährt: die Persönlichkeit.“

Eine Forderung aus dem 21. Jahrhundert? Mitnichten. Aus dem Jahr 1911, von der Schriftstellerin Carry Brachvogel, in einem Vortrag im Münchner Verein für Fraueninteressen. Über die Autorin und ihre emanzipierten Ansichten wird noch zu befinden sein.

 

Eduardo Galeano: Frauen. Wuppertal: Hammer Verl.,  2017. 221 S. ISBN 978-3-7795-0566-2. € 22,00

Diese Auswahl aus dem umfangreichen Werk des linken uruguayischen Journalisten, Essayisten und Schriftstellers Eduardo Galeano (1940–2015) versammelt Anekdoten von bemerkenswerten Frauen aus verschiedenen Zeiten. Galeano, der sich in seinen Büchern größtenteils mit der Geschichte Lateinamerikas unter besonderer Berücksichtigung der Kolonialherrschaften beschäftigt, ist auch ein wunderbarer Erzähler. Seine Miniaturen sind kleine Meisterwerke und zugleich Bekenntnisse zur Emanzipation der Frau. Sie entstammen verschiedenen Büchern wie den 365 kleinen Geschichten „Kinder der Tage“ und den 333 kurzen Geschichten „Zeit die spricht“. Galeano erinnert an das Vermächtnis selbstbewusster und kämpferischer Frauen wie Olympe de Gouges, Rosa Luxemburg und Olga Benario, an die Schriftstellerin Mercedes Pinto, an Hatschepsut, die älteste Tochter von Tutmosis I. und „Diebin männlicher Macht“ (S. 54), und die ägyptische Kämpferin für das Wahlrecht der Frauen Doria Shafik, an Feindinnen des Schleiers wie Sukaina, die Urenkelin Mohammeds, an Ada Lovelace, Tochter von Lord Byron und berühmte britische Mathematikerin, nach der die Programmsprache Ada und die Lovelace Medal benannt wird, aber auch an versteckte und im Hintergrund des Geschehens arbeitende Frauen und an die Kämpferinnen gegen die Unterdrückung indigener Völker in Südamerika.

Eine großartige Sammlung von Frauenporträts, ein wunderschön gestalteter Band, auch ein sehr schönes Geschenk. Leider fehlt eine Einführung in Leben und Werk Galeanos. Der Peter Hammer Verlag erwirbt sich große Verdienste um das Werk Galanos und seine Verbreitung im deutschsprachigen Raum. Auch diese Publikation gehört dazu.

 

Susan Signe Morrison: Frauen des Mittelalters. Künstlerinnen – Herrscherinnen – Denkerinnen.  Wiesbaden: Berlin University Pr., 2017. 346 S.  ISBN 978-3-7374-1328-2. € 28,00

Das Buch überrascht in vielerlei Hinsicht. Es ist kein Lexikon über Frauen des Mittelalters, wie der Titel vermuten lässt, sondern eine umfassende historische Darstellung der Frauen des Mittelalters mit einer ausgiebigen Einführung in das Mittelalter, in das Leben mittelalterlicher Frauen, in den katholischen Glauben und in die Kunst und Literatur, mit 25 Einzel- und mehreren Sammelbiographien. Es endet mit einem Ausblick auf die feministische Theorie am Beispiel des Mittelalters, mit Möglichkeiten, „wie jüngere feministische und Gender-Theorien unser Verständnis vom Leben mittelalterlicher Frauen erweitern können und wie sie von den Erfahrungen von Frauen des Mittelalters beeinflusst werden.“ (S. 35) Die Autorin bezieht sich zeitlich auf die Jahre zwischen 500 und 1500 und geographisch auf Westeuropa, das Hauptaugenmerk richtet sie auf das christliche Europa.

Morrison will folgende Fragen beantworten: „Wo wären wir ohne jene Vormütter, die den Frauen von heute den Weg ebneten? … Unbeachtet, ungenannt, nicht anerkannt – waren Frauen so?“ (S. 14)

Morrison schreibt u.a. über die erste Dichterin und Dramatikerin Hrotsvit von Gandersheim (etwa 935–etwa 1000), die einflussreiche Königin von England und später Frankreichs Eleonore von Aquitanien (etwa 1124–1204), die heilkundige Trota (12. Jh.), die an der Medizinschule von Salerno studiert, lehrt und praktiziert, die Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098–1179), Nonkonformistinnen wie die weiblichen Trobadors aus dem ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert und schließlich über Meine am meisten verehrten Damen, das sind die Schriftstellerin und Feministin Christine de Pizan (1364–etwa 1431), die französische Nationalheldin Johanna von Orléans (etwa 1412–1431) und unter dem Titel „Textile Belange“ ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Textil„industrie“ im Mittelalter aus weiblicher Sicht. Der Band wird erschlossen durch ein Glossar und eine umfangreiche, sachlich geordnete Bibliographie.

Es ist eine allgemeinverständliche, flüssig geschriebene Einführung für einen breiten Kreis von Interessenten, „konzipiert für Schüler ebenso wie für Universitätsstudenten und diejenigen, die sich zum ersten Mal mit der Geschichte der Frau im Mittelalter beschäftigen“. (S. 15) Hervorzuheben ist die informationsgerechte Gestaltung.

Wer sich intensiver mit dem Thema befassen will, dem sei empfohlen: Georges Duby, Michelle Perrot: Geschichte der Frauen. 2: Mittelalter. Berlin, 2012. 584 S.

 

Johanna M. Singer: Arme adlige Frauen im Deutschen Kaiserreich.  Tübingen: Mohr Siebeck, 2016. 453 S. (Bedrohte Ordnungen 5)  ISBN 978-3-16-154380-7. € 79,00

Historische und gegenwärtige Gesellschaften unter Stress sind Gegenstand der Reihe Bedrohte Ordnungen aus einem Sonderforschungsprogramm an der Universität Tübingen. „Gefragt wird nach dem Ob und dem Wie des sozialen Wandels sowie nach regionalen und epochalen Unterschieden von Ordnungen und Bedrohungen.“ (S. 453)

Der fünfte Band umfasst die Dissertation von Johanna M.  Singer: Arme adlige Frauen im Deutschen Kaiserreich. Die Autorin möchte eine andere Geschichte erzählen als die bisher elitenzentrierte Adelsgeschichte, „Adel als Elite … ostelbische Junker, Großgrundbesitzer, schwerreiche schlesische Magna-

ten …die immense Beharrungskraft des Adels, sein großer politischer Einfluss durch die Besetzung von Schlüsselpositionen in Bürokratie, Militär und Diplomatie“ (S. 2). „Adel ist zumeist unhinterfragt männlich.“ (S. 14) Fernab dieses mondänen Lebensstils und politischen Einflusses gibt es Armut im Adel, und die betrifft auch Frauen. Aber die Frauen- und Geschlechtergeschichte und die historische Armutsforschung haben sich nur marginal mit adligen Frauen in der Zeit des Kaiserreichs beschäftigt, während für die Frühe Neuzeit deutlich mehr Studien vorliegen.

Ziel der Dissertation ist es, durch die Untersuchung armer adliger Frauen am Beispiel von Lebensläufen in Württemberg und Preußen „neue Perspektiven auf die Strukturen sozialer Ungleichheit in der deutschen Gesellschaft der Zeit um 1900 aufzuzeigen.“ (S. 15)

Der Mangel an Vorarbeiten führt dazu, dass sich die Autorin besonders intensiv mit den Fragestellungen und Interpretationsansätzen beschäftigt, um die soziale Positionierung armer adliger Frauen näher zu bestimmen und zu zeigen, wie ihre Existenz das Bild von der Gesellschaft des Kaiserreichs verändert. Sie zeigt an zahlreichen Beispielen gravierende Brüche im Lebenszyklus der Frauen auf, die zu Armut führen wie Ehelosigkeit, die sehr schnell zu finanziellen und Versorgungsengpässen führt, die dauerhaften Einschränkungen männlicher Erwerbsfähigkeit, die geringen Heiratschancen nach dem Tod des Haupternährers und die geringen Witwenpensionen und die zweite Eheschließung von Witwen sowie Alter und Krankheit.

Der Autorin gelingt es überzeugend, eine bislang weitgehend unsichtbare Gruppe von Frauen in den Mittelpunkt zu rücken. Das Buch ist ein Mosaikstein zum Bild des Adels im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

 

Marcel H. Bickel: Die ersten Ärztinnen in Europa und Amerika und der frühe Feminismus (1850-1900).  Bern: Peter Lang, 2017. 173 S.  ISBN 978-3-0343-2584-4. € 58,95

„Bis in die Mitte des 19. Jahrhundert gab es keine Ärztinnen im heutigen Sinn. Der Arzt war ein Mann, die akademische Medizin eine Angelegenheit von Männern … Die ersten Frauen, die sich in den Jahren nach 1850 ein Medizinstudium erkämpften und sich in die Praxis der Medizin wagten, bildeten daher eine Sensation – bestaunt, bewundert und bekämpft.“ (S. 9) „Die unmündige Rolle der Frau wurde begründet und gestützt durch Gesetz, Sitte, wissenschaftliche Argumente, öffentliche Meinung und nicht zuletzt die christliche Tradition.“ (S. 15)

Dies ist für den Autor der Ausgangspunkt, den Eintritt der Frauen ins Medizinstudium und in die Arztpraxis von 1850 bis 1900 ländervergleichend darzustellen.

Im ersten Teil werden die Anfänge des Medizinstudiums von Frauen im 19. Jahrhundert in den USA, in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Russland als Teil der Emanzipation der Frauen dargestellt, woraus im zweiten Teil Erklärungen zum Beginn des Feminismus und der Frauenrechtsbewegung in den USA und in Europa folgen. Im dritten Teil wird der Einfluss des Feminismus auf zehn prominente Vorreiterinnen des Medizinstudiums beschrieben, unter ihnen die Pionierin der Präventivmedizin und Gesundheitspolitik und Streiterin für die Abschaffung der Sklaverei Elizabeth Blackwell, die Gynäkologin und Frauenrechtlerin Marie Zakrzewska, die mit 22 Jahren Direktorin der Berliner Charité-Klinik für Hebammen wird, die erste promovierte russische Ärztin mit eigener Praxis für Gynäkologie und Pädiatrie Nadeschda Suslowa und Franziska Tiburtius mit eigener Praxis in Berlin.

Die vorliegende Studie geht weit über lokale, regionale oder nationale Untersuchungen hinaus. Sie ist die erste ländervergleichende Darstellung zum Medizinstudium im 19. Jahrhundert, zwar ohne neue historische Einzelbefunde, die hier auch nicht benötigt werden, aber mit vielen neuen Aspekten zwischen dem Beginn der Medizinstudien für Frauen in den genannten Ländern und dem langdauernden Prozess der Entfaltung des Feminismus und der Frauenrechtsbewegung. Eine so hervorragende kompakte komparative Analyse wünscht sich der Rezensent auch für das 20. Jahrhundert. Eine kleine Anregung bietet Lilja Schopka-Brasch: »Ich wollte keine Hausfrau sein, ich wollte Ärztin werden« Studentinnen in Hamburg und Oslo zwischen den Weltkriegen. Berlin, 2012. ISBN 978-3-496-02853-6. € 39,00 – Rezension. in: fachbuchjurnal 6 (2014)1, S. 60), die zeigt, dass auch nach dem ersten Weltkrieg ein Studium für Frauen immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, dieses Studium dann auch beruflich zu nutzen noch weniger. Die Autorin zeigt, wie die Studentinnen der Universitäten Hamburg und Oslo ihren Studienwunsch dennoch durchsetzen und in Studium und Beruf umsetzen. Für die aufwendige Untersuchung werden die Biographien von Frauen der Jahrgänge 1890 bis 1920 herangezogen, das sind die Studentinnen, die zwischen 1919 und 1939 an einer der beiden Universitäten studiert haben.

 

Ursula Krechel: Stark und leise. Pionierinnen.  Taschenbuchausgabe. München: btb Verlag, 2017. 381 S.  ISBN 978-3-442-71538-1. € 12,00

Ohne Vorrede betritt der Leser einen Salon mit 18 Essays zu einzelnen Pionierinnen und einen Essay zu „Linksseitig, kunstseidig: Dame, Girl und Frau“ (eine 34seitige feine Untersuchung zum neuen Typus der Frau u.a. bei Fontane und Döblin). Es sind Beiträge, die Ursula Krechel in früheren Zeiten so veröffentlicht oder für dieses Buch erweitert hat oder die bisher unveröffentlicht sind. Es sind großartige Porträts! Das beginnt mit Christine de Pizan, der einzigen Vertreterin aus dem nichtdeutschsprachigen Raum, und geht dann offensichtlich chronologisch weiter: so mit Anna Louisa Karsch und Karoline von Günderrode aus dem 18. Jahrhundert, Vicki Baum, Emmy Ball-Hennnings und Irene Brin aus dem frühen 20. Jahrhundert, Ingeborg Bachmann, Friederike Mayröcker und Elke Erb aus der Mitte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Am Schluss ein Nachwort über das Wesen des Essays: „Der Essay bietet Raum für ein weit ausgreifendes Denken, in dem Platz ist für Nicht-zu-Ende-Gedachtes, er lädt ein zu einem riskanten Denken.“ (S. 374)

Die von Ursula Krechel (oder dem Verlag) ausgewählten Essays wurden aus unterschiedlichen Anlässen zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlicher Länge verfasst und werden leider unstrukturiert dargeboten. Der Rezensent und möglicherweise auch der Leser wird mit einer Reihe von Fragen allein gelassen, beispielsweise „Was rechtfertigt eine Frau als Pionierin aufgenommen zu werden?“ – „Warum finden sich fast ausschließlich Schriftstellerinnen und Dichterinnen und nur eine Wissenschaftlerin (Charlotte Wolff)?“ – „Wo bleiben die Bildenden Künstlerinnen, Technikerinnen und Mathematikerinnen?“ Das alles bedarf einer Vorrede! Und ganz nebenbei erfährt der Leser, dass diese Taschenbuchausgabe einen 2015 erschienenen Vorläufer in Form einer gebundenen Ausgabe hat. Schade drum, denn es sind fabelhafte, gut lesbare Essays, einladend zu „einem riskanten Denken“, verfasst aus der ganzen Erfahrung einer großen Dichterin und Schriftstellerin heraus – schließlich erhält sie 2012 den Deutschen Buchpreis für den Roman „Landgericht“.

Eine anregende Lektüre, die Wissenslücken schließt.

 

Tatjana Kuschtewskaja: Am Anfang war die Frau.  Die Frauen russischer Genies. Düsseldorf: Grupello Verl., 2016. 297 S.  ISBN 978-3-89978-245-5. € 19,90

Nach Liebe – Macht – Passion mit Essays über Frauen, die Russland prägen wie Alexandra Kollontaj, Anna Achmatowa und Anna Pawlowa und Russinnen ohne Rußland mit Essays über Frauen, die einen großen Teil ihres Lebens außerhalb Russlands verbringen, dies aber nicht immer zwangsweise tun wie Ida Rubinstein und Irene Némirovski, legt die aus Turkmenien stammende und seit 1991 in Deutschland lebende Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja den letzten Band ihrer Trilogie über russische Frauen vor. Er hat Frauen zum Inhalt, die maßgeblich dazu beitragen, dass ihre Männer weltberühmt werden, die aber zu Unrecht nur selten erwähnt und kaum gewürdigt werden und immer im Hintergrund arbeiten und leben: Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies.

Ihre Recherchen sind umfangreich. Sie trifft sich mit Nachkommen, liest Memoiren und andere biographische Literatur, besucht Archive, Bibliotheken und Museen. So entstehen exzellente Porträts der Ehefrauen von Schriftstellern, Künstlern, Komponisten und Wissenschaftlern. Sie haben ganz unterschiedliche Lebensverläufe. Sie sind Muse, Zuhörerin, Sekretärin, Ratgeberin und/oder Mutter. Zur Bewältigung dieser Aufgaben gehört Leidenschaft, Kraft und eiserner Wille. Oft überleben die viel jüngeren Ehefrauen ihren Mann und werden zu Nachlassverwalterinnen. „Persönlichkeiten mit viel Schaffenskraft üben eine starke Wirkung auf andere aus. Ich glaubte immer, dass ich darüber schon alles wüsste. Ein Irrtum, wie ich einsehen musste. An meinen Heldinnen beeindruckte mich auch eine große Bandbreite ihrer seelischen Eigenschaften: von innigster Selbstaufopferung bis zu zähester Selbstbehauptung.“ (S. 12)

Zu den 18 Porträtierten gehören u.a. Natalja Herzen, Sofja Tolstaja, Anna Dostojewskaja, Jelena Bulgakowa, Nina Kandinsky, Vera Nabokova und Jelena Bonner. Auf ein 19. Porträt muss gesondert hingewiesen werden, es ist der Frau Stalins, Nadeschda Allilujewa, gewidmet, die 1932 Selbstmord begeht. Es wirkt angesichts der Verbrechen Stalins wie ein Fremdkörper in dieser Zusammenstellung, Stalin ein Genie – des Bösen. Die Lebensläufe dieser Frauen sind beeindruckend, aber auch angesichts manch politischer Rahmenbedingungen bedrükkend. Sie sind allesamt einschließlich glänzender Einleitung lesenswert und offenbaren uns neue Erkenntnisse.

 

Adelheid Schmidt-Thomé: Vergessene Münchner innen.  30 Lebensbilder. München: Allitera Verl., 2017. 255 S.  ISBN 978-3-86906-923-4. € 19,90

 

Judith Ritter: Die Münchner Schriftstellerin Carry Brachvogel.  Literatin, Salondame, Frauenrechtlerin.  Berlin: de Gruyter, 2016. VIII, 195 S. (Studien zur Jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern. Band 12)  ISBN 978-3-11-049313-9. € 29,95

Adelheid Schmidt-Thomé betreibt das Projekt Vergessene Münchnerinnen, zu dem nun ein Buch mit 30 Lebensbildern erscheint, das einen Eindruck von Vergessenheit vermittelt und ein guter Begleiter für Streifzüge durch Münchens Vergangenheit ist. In kleinen alphabetisch geordneten Porträts werden u.a. vorgestellt die Schriftstellerin Elsa Bernstein, die Schriftstellerin Lady Charlotte Blennerhassett, die Frauenrechtlerin Emma Haushofer-Merk, die Salonnière Josephine Kaulbach, die Direktorin des Münchner Marionettentheaters Babette Klinger-Schmid, die Pianistin und Komponistin Sofie Menter, die Putzmacherin Josepha Schwarz, deren Familie den Rahmen für „Maria Magdalena“ von Friedrich Hebbel bildet, die Schauspielerin und Stifterin der Theatermuseums Klara Ziegler. Eine wichtige Zusammenstellung! Leider sind die Biographien nicht thematisch zusammengeführt oder wenigstens chronologisch geordnet und auch nicht durch ein Personenregister erschlossen, so dass das Buch unvollendet wirkt. Auch ist der Begriff „vergessene Münchnerin“ zu klären. Marie Sophie von Bayern oder Carry Brachvogel gehören m.E. nicht dazu. Carry Brachvogel (1864–1942) ist inzwischen „rehabilitiert“, jetzt ist auch eine umfassende Monografie erschienen, von Judith Ritter:

Die aus der wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie Hellmann stammende Carry Brachvogel verliert mit 28 Jahren ihren Ehemann. Die junge Witwe, berufstätig und allein erziehende Mutter, verfasst 25 Romane, acht Novellen- und Erzählbände, ein Schauspiel, eine Komödie und sieben Biografien, arbeitet in der Frauenbewegung mit, hält zahlreiche Vorträge, ist aktives Mitglied mehrerer Vereine und unterhält ihren eigenen literarischen Salon. Diese erfüllten, betriebsamen und umtriebigen Jahre enden unausweichlich durch Bedrohung, Drangsalierung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten und schließlich mit ihrem Tod 1942 in Theresienstadt. Die gefeierte Schriftstellerin gerät in Vergessenheit, erst spät beginnt die Wiederherstellung ihres Ansehens. Judith Ritter untersucht „ihre Position als Frau, als Schriftstellerin und vor allem als Jüdin“ (S. 2) systematisch nach Themen für die Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, über die Zeit des Nationalsozialismus nur am Rande, weil die Informationen sehr spärlich sind. Zweck der Biographie ist es, durch die Dokumentation des Lebensschicksals wenigstens ansatzweise die Rehabilitation dieser zu Unrecht vergessenen Person zu bewirken und sie wieder in das Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bringen. Dazu gehört auch ihre starke Gewichtung der weiblichen Berufstätigkeit und ihre Einstellung zur Rolle der Frau, insbesondere aus der Sicht der jüdischen Frau. Im Anhang befinden sich ein Stammbaum der Familie Brachvogel, eine Bibliographie, ein Quellen- und Literaturverzeichnis und ein Personenregister. Eine großartige Monografie! Ernst von Wolzogen nennt Carry Brachvogel in seinen Erinnerungen eine „feingebildete Jüdin voll gepfefferter Bosheit und schlagfertigen Geistes“. (S. 144)

 

Elke-Vera Kotowski, Anna-Dorothea Ludewig, Hannah Lotte Lund: Zweisamkeiten.  12 außergewöhnliche Paare in Berlin. Berlin: Hentrich & Hentrich Verl., 2016. 261 S.  ISBN 978-3-95565-135-0. € 19,90

„Frauen haben in Berlin stets eine besondere Rolle gespielt, sie haben die Stadt geprägt, sie mit geplant, wieder mit aufgebaut, ihr ein Gesicht gegeben.“ (S. 7) Das beginnt Ende des 18. Jahrhunderts mit den so genannten Berliner Salons mit ihren vor allem jüdischen Gastgeberinnen und geht fast ununterbrochen bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten, die diesen Mikrokosmos zerstören. Vor diesem Hintergrund wollte dieser Band ursprünglich Biographien bekannter und vergessener Avantgardistinnen vorstellen. Daraus ist nun ein Paarbuch geworden mit 12 Protagonistinnen mit ihren realen und fiktiven Partnerinnen und Partnern, „seien es Ehemänner, Freundinnen, Entdecker, Förderer, Musen, Alter Egos oder Traumbilder“ (S. 9). Die Herausgeber porträtieren u.a.

• das Liebes-, Ehe- und Arbeitspaar Hedwig und Ernst Dohm, sie, die Schriftstellerin und bedeutende Frauenrechtlerin, er, der Redakteur des Kladderadatsch und Schriftsteller

• die avantgardistische Tänzerin Valeska Gert, die nach ihrer Rückkehr aus dem Exil auf der Kabarettbühne in die

Rolle der Ilse Koch, der berüchtigten „Kommandeuse von Buchenwald“ schlüpft

• die berühmte Gerichtsreporterin und erfolgreiche Schriftstellerin Gabriele Tergit und ihr Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“, der den Aufstieg und Fall des Volkssängers Georg Käsebier zeigt, ein Porträt des Presse- und Kulturbetriebs der Hauptstadt

• die Freundschaft von Rosa Luxemburg, der bedeutenden Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, und Mathilde Jacob, ihrer Sekretärin und engen Vertrauten

• den Maler Paul Cézanne, seine Mäzenin und Sammlerin Margarete Oppenheim

• die deutsch-schwedische Malerin Lotte Laserstein und die

Schauspielerin und Lebensgefährtin Traute Rose aus der berühmten Berliner Theaterfamilie Rose.

Das sind zwölf inspirierende „Zweisamkeiten“, Konstellationen, Beziehungsgeflechte und Netzwerke zeigen sich, kaum bekannte Verknüpfungen werden sichtbar. Eine interessante Zusammenstellung, weitere Publikationen dazu werden angekündigt (S. 12).

 

Salonfähig. Frauen in der Heine-Zeit / Für den Heine-Haus e.V.  Hamburg hrsg. von Beate BorowkaClausberg. Heidelberg: Morio-Verl., 2016. 151 S.  ISBN 978-3-945424-31-5. € 19,95

Der Leitbegriff „Salonfähig“ wird so erklärt: „Der Reichtum des Salon-Begriffs liegt in seiner historischen Blüte. Er enthielt und vermittelte Vorstellungen von kultivierter Gemeinschaft, des gepflegten Umgangs miteinander; er bot alle Vorausstetzungen für amüsante und bereichernde Zusammenkünfte und versprach weiterführende Begegnungen. Salon umfasste als Passepartout einen Lebensstil.“ (S. 8) „Heine-Zeit“ wird fast am Ende des Buches erklärt, wird als „Signatur für das komplette 19. Jahrhundert“ (S. 133) begriffen – die erste Hälfte bis zu Heines Tod 1856, die zweite Hälfte „in Bezug auf einen großen Teil seiner öffentlichen Wirkung“. (S. 133) Dieser reich illustrierte Band, der auf einer Ausstellung im Hamburger Jenisch-Haus, dem ehemaligen Landsitz des Hamburger Bausenators Martin Johan(n) von Jenisch d.J. (1793– 1857) beruht, enthält faszinierende Frauenporträts der Heine-Zeit. Sie alle kreuzen Heinrich Heines Lebensweg. Es sind leibliche oder geistige Verwandte, Förderinnen, Freundinnen, leidenschaftliche Verehrerinnen oder Feindinnen.

Es sind die Lebensgeschichten berühmter, kaum bekannter oder fast vergessener Frauen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts.

Zuerst zu nennen ist die Familie mit der Mutter Betty, die in Heines Leben eine prägende Rolle spielt und der er seine berühmten Nachtgedanken widmet, und die Schwester Charlotte verh. Embden, die Salonnière.

Zahlreich sind die Schriftstellerinnen und damit auch „Vorkämpferinnen der damals beginnenden Frauenemanzipation“ (S. 8) wie Therese von Bacheracht, George Eliot, Ida Gräfin Hahn-Hahn, Fanny Lewald („die erste Berliner Salonnière, die sich systematisch mit der Verbesserung der bildungsmäßigen und rechtlichen Situation der Frau auseinandersetzt“, S. 94), George Sand, Germaine de Staël und Elise Krinitz. Nicht zu vergessen die Salonnièren, in deren Salons ein großer Teil der genannten Schriftstellerinnen verkehren, wie Elise von Hohenhausen, Rahel Levin verh. Varnhagen von Ense und ihre Schwägerin Rosa Maria Assing, Und ebenfalls nicht zu vergessen ist Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sissi, die Heine närrisch verfallen ist, die im Park ihres Schlosses Achilleion auf Korfu 1892 ein Denkmal errichten lässt, das nach verschiedenen Ortswechseln 1939 in den Botanischen Garten nach Toulon versetzt wird, wo es heute noch zu finden ist.

Es gibt erstaunlich viele Berührungspunkte zwischen den hier vorgestellten Personen. Ein Beispiel: die Familie Heine verbindet eine tiefe Freundschaft mit den Mendelssohns, der Philosoph Moses Mendelssohn steht mit dem Astronomen und Naturphilosophen Friedrich von Hahn, dem Großvater von Ida Hahn-Hahn, in regem Erfahrungsaustausch, Moses Mendelssohns Enkelin Fanny ist mit dem Maler Wilhelm Hensel verheiratet, der wiederum viele Vertreter der Berliner Gesellschaft des 19. Jahrhunderts gezeichnet hat, von Rahel Varnhagen und Elise von Hohenhausen bis zu Heinrich Heine. Ein Netzwerk intellektueller Frauen, die Heine fördern oder von ihm gefördert werden – Lebensgeschichten „in Fragmenten, Anekdoten und Fundstücken. So hatte es schon Therese von Bacheracht in ihrem Buch Am Theetisch vorgeschlagen: Die Texte sollten zwischen einer Tasse Thee und einem Besuch gelesen werden“. (S. 11)

 

Brigitte Richter: Frauen um Felix Mendelssohn-Bartholdy in biographischen Skizzen mit ihren Porträts und der Wiedergabe einiger Originaldokumente.  Mit einem Vorwort von Johannes Forner. Leipzig: Eudora-Verlag, 2017. 253 S.  ISBN 978-3-938533-48-2. € 19,90

Was der Rezensent auf den ersten Blick nicht erkennen kann: 1997 erscheint in der Reihe der Inselbücher als Nummer 1178 der Band Frauen um Felix Mendelssohn-Bartholdy. In Texten und Bildern vorgestellt von Brigitte Richter. Der große Erfolg verlangt nach weiteren Auflagen. Nun legt Brigitte Richter eine erweiterte Fassung unter dem Titel Frauen um Felix Mendelssohn-Bartholdy in biographischen Skizzen mit ihren Porträts und der Wiedergabe einiger Originaldokumente vor. Christiane Schmidt und Johannes Forner begleiten sie dabei durch liebevolle Einführungen.

Hinzuweisen ist auf die sehr kurzen Leben der drei Hauptpersonen dieses Buches: Felix Mendelssohn-Bartholdy wird nur 38 Jahre alt, seine Schwester Fanny 42 und seine Frau Cécile 35.

Es gibt keine Affären und keine amourösen Abenteuer, es gibt 29 Frauen, die Felix umsorgen, verehren, um Rat fragen. Es sind Frauen der engeren Familie, Jugendbekanntschaften, Schülerinnen, Künstlerinnen und berühmte Persönlichkeiten. Einige Beispiele folgen.

Die Familie gibt Mendelssohn-Bartholdy Geborgenheit, seine Mutter Lea, eine überaus gebildete Frau, und seine Schwestern Fanny („der er in Stilfragen tief vertraute“ S. 10) und Rebecka stehen ihm mit Ratschlägen zur Seite und sind zeitlebens „die wichtigsten weiblichen Vertrauten der Familie“. (S. 12) Auf das Urteil von Goethes Schwiegertochter Ottilie, von Heines Schwägerin Charlotte Moscheles geb. Emben und der kenntnisreichen Musikliebhaberin Königin Victoria von Großbritannien und Irland, die einem ganzen Zeitalter ihren Namen gibt, legt Mendelssohn-Bartholdy großen Wert. Den zahlreichen „in Auftreten, Alter und Temperament sehr verschiedenen Künstlerinnen“ (S. 17) bleibt er stets ein kollegialer Partner: die Sängerinnen Sophie Schloß, die jüngste der aufblühenden Talente im Umkreis Mendelssohns, Therese Devrient, Livia Frege und Pauline Schätzel und die berühmten Wilhelmine Schröder-Devrient, Clara Novello, Jenny Lind und Maria Malibran, nicht zu vergessen die große Frauengestalt des 19. Jahrhunderts, die Pianistin und Komponistin Clara Schumann.

In den Essays zeigt sich die Toleranz von MendelssohnBartholdy, der Heranwachsende fördert, keine religiösen und konfessionellen Barrieren kennt, keine Vorbehalte gegenüber Ausländern hat und sich für die Kulturen anderer Völker interessiert. „Und gegenüber Frauen? Er ermunterte sie, wenn sie talentiert waren, sogar zum Komponieren.“ (S. 19) Ein sehr interessantes, ein sehr schön gestaltetes Buch.

 

Florence Hervé: Wasserfrauen. Fotos von Thomas A.  Schmidt. Berlin: AvivA Verlag, 2017. 176 S.  ISBN 9783-932338-88-5. € 29,00

„Wasser ist Quelle des Lebens, Grundlage menschlicher Entwicklung … Wasser ist Symbol des Lebens, des Todes, des Kreislaufs und der Vergänglichkeit … Frauen haben ein enges Verhältnis zum Wasser … Doch wenn es um die gesellschaftliche Nutzung von Wasser geht, sind Frauen bei relevanten Entscheidungen unterrepräsentiert und werden mit ihrem Wissen kaum beteiligt.“ (S. 9-10) In Wort und Bild stellen die Journalistin und Frauenrechtlerin Florence Hervé und der Fotograf Thomas A. Schmidt 23 Frauen aus 12 europäischen Ländern vor, die mit dem Wasser als Arbeitsplatz, als Inspiration oder als Herausforderung zu tun haben. Da sind die verschiedensten Wasserlandschaften wie Elbe und Bodensee in Deutschland, der Tornälven-Fluss in Lappland, der Aóos-Fluss im Epirus, die Wasserwege des Regionalparks Grand Brière in Frankreich, der Canal Grande in Venedig. Vorgestellt werden u.a. eine Unterwasserarchäologin, eine Umweltwissenschaftlerin, eine Völkerrechtlerin für Wasserrecht, eine Deichgräfin, Eisbildhauerinnen (für die beiden schwedischen Künstlerinnen Barbro Behm und AnnaSofia Mååg wird ein Wohnort 200 km nördlich des Polarkreises zum Arbeitsort mit Eis, Stein und Keramik), eine Schifferin, eine Gondoliera, eine Iglu-Architektin (Cecilia Ludin will eigentlich Biologin werden, kommt mit der 1990er Jahre nach Jokkmokk im Land der Sámi und erlernt von einem Bildhauer das Iglubauen) und eine Langstreckenschwimmerin. In großartigen Texten und wunderschönen Fotografien schildern Hervé und Schmidt Leben und Arbeitswelt von Wasserfrauen.

 

Barbara Sichtermann, Ingo Rose: Kurtisanen, Konkubinen & Mätressen.  Berlin: ebersbach & simon, 2016. 119 S.  ISBN 978-3-86915-133-5. € 24,95

Von der Antike an verkaufen Frauen und Männer ihre Körper für Geld, Macht und gesellschaftlichen Aufstieg, und sie werden dafür geliebt, verehrt, verachtet oder verteufelt. Ein sehr komplexes Thema, denn Prostitution findet sich zu allen Zeiten in allen Klassen und Schichten. „Anhand von fünfzehn Porträts berühmter und berüchtigter Frauen und Männer, die dem ältesten Gewerbe nachgegangen sind oder doch ihren Status sexueller Gunst verdankten, zeichnen wir eine kleine historische Skizze der Prostitution.“ (S. 5) Jede Biographie beginnt mit einem großformatigen Bild der Person, gefolgt von einem ausführlichen Werdegang.

Die Entdeckungsreise beginnt in der Antike mit ihrer berühmtesten Hetäre Aspasia, geht über die Renaissance mit der Lebedame und Philosophin Ninon de Lenclos, die Aufklärung mit der Mätresse König Ludwig XV. Madame de Pompadour und die Belle Époche mit der dämonischen Tänzerin Caroline Otéro („es heißt, dass sieben Männer den Freitod wählten, weil sie nicht ihre Gunst erringen konnten“ S. 76) bis in das vergangene Jahrhundert mit der Edelhure Rosemarie Nitribitt, dem Callgirl und Fotomodell Christine Keeler und der Domina und Sozialarbeiterin Domenica Niehoff. Die beiden Männer sind der „Faun mit animalischer Männlichkeit“ (S. 82) Vaslav Nijinski und der Schriftsteller, Dramatiker und Dichter Jean Genet.

Die Aufnahme der Autorin politischer Pamphlete und Manifeste zu Zeiten der Französischen Revolution Olympe de Gouges, die vor der Revolution auch als Salonnière und Liebhaberin bedeutender Männer bekannt wird, und des homosexuellen Jean Genet lässt den Rezensenten etwas ratlos zurück.

Es ist eine kleine Skizze durch Kultur und Geschichte der Prostitution in verschiedenen Jahrhunderten, kein Skandalbuch, kein Voyeurismus, leicht lesbar und als Einstieg in das Thema sehr gelungen.

Prof. em. Dieter Schmidmaier (ds), geb. 1938 in Leipzig, studierte Bibliothekswissenschaft und Physik an der Humboldt-Universität Berlin, war von 1967 bis 1988 Biblio theksdirektor an der Berg akademie Freiberg und von 1989 bis 1990 General direktor der Deutschen Staatsbibliothek Berlin.

dieter.schmidmaier@schmidma.com

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