Astronomie

Sonne, Mond und Sterne

Aus: fachbuchjournal-Ausgabe 4/2019

Hans-Ulrich Keller: Kosmos Himmelsjahr 2019. Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf. 304 Seiten, 220 Farbzeichnungen, 35 Farbfotos, 4 SW-Fotos. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3440-15840-1. € 17,99 (nur Buch) € 34,90 (Buch und Planetariumssoftware).

Dies ist der mittlerweile 109. Jahrgang des bewährten Wegweisers zu den astronomischen Ereignissen des Jahres. Der Leser findet die wichtigsten Kalenderdaten mit den Fest- und Feiertagen, Hinweise zu Mond- und Sonnenfinsternissen, nach Monaten geordnete Angaben zu Auf-und Untergangszeiten von Mond und Sonne, Angaben zur Stellung und Beobachtbarkeit der Sonne, Mond Planeten und deren Monden, Angaben zum aktuellen Sternhimmel, Tipps zu interessanten Beobachtungsobjekten und vieles mehr. Jeden Monat wird ein aktuelles astronomisches Thema besprochen. Adressen von Sternwarten, Planetarien und astronomischen Vereinigungen erleichtern den Kontakt mit Gleichgesinnten und die Möglichkeit zu Beobachtungen. In der Professionalversion kommt das Jahrbuch zusammen mit einer Version der Planetariums-Software Redshift, die über 80 Animationen des Sternhimmels bereitstellt.

 

Hans Roth: Der Sternenhimmel 2019. Das Jahrbuch für Hobby-Astronomen. 336 Seiten, 100 Farbzeichnungen, 10 Farbfotos. Franckh-KosmosVerlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15842-5. € 34,90.

Im gleichen Verlag erschien der 79. Jahrgang dieses Jahrbuchs, der gegenüber dem „Himmelsjahr“ deutlich zahlenorientierter und detaillierter auftritt. Auch hier findet man alle wichtigen Angaben zu den beweglichen Himmelskörpern wie Sonne, Mond und Planeten, der Hauptteil ist aber – nach einer Monatsübersicht, in der auf besondere Himmelserscheinungen, auf die Beobachtbarkeit der Planeten und Planetoiden hingewiesen wird – eine tägliche Auflistung der astronomischen Ereignisse des jeweiligen Tages. Hier findet der etwas ambitioniertere Beobachter also ohne großes Blättern schnell Tipps für den Blick ins Weltall.

 

Hermann-Michael Hahn: Was tut sich am Sternhimmel 2019. 96 Seiten, 14 Farbfotos, 49 Farbzeichnungen. Taschenbuch. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15893-5. € 9,99.

In diesem kleinen Taschenbuch für unterwegs stehen dem Benutzer 6 Seiten für jeden Monat zur Verfügung: 2 Kalenderseiten, auf denen man schnell die Sichtbarkeit der hellen Planeten, die Phase sowie die Auf- und Untergangszeiten des Mondes entnimmt und Hinweise auf besondere astronomische Ereignisse bekommt, eine Seite, die dem Lauf der Sonne und der Planeten gewidmet ist. Auf einer weiteren Seite wird auf ein besonderes astronomisches Highlight gesondert eingegangen, die beiden letzten Seiten eines Monats zeigen den aktuellen Sternhimmel und geben Informationen zu einem ausgesuchten Sternbild oder einem besonderen Beobachtungsobjekt. Zusammen mit Erläuterungen zum Gebrauch und einigen astronomischen Grundlagen ist dieses Buch für Einsteiger ohne große Vorkenntnisse und Beobachtungsinstrumente geeignet.

 

Ben Moore: Mond. Eine Biografie. 320 Seiten, Hardcover. Kein und Aber AG Zürich 2019. ISBN 978-3-0369-5799-9. € 24,00.

Der Autor ist Professor für Astrophysik an der Universität Zürich. Er beschreibt den Aufbau, die Oberflächenstrukturen und die Entstehung unseres Erdtrabanten und seine vielfältigen Wechselwirkungen mit der Erde. Das Buch geht aber weit darüber hinaus. Der Mond hat schon seit frühester Zeit den Menschen fasziniert, man fantasierte über Reisen dorthin oder suchte dort nach Lebewesen. Die Erforschung seines Umlaufs um die Erde, die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen und deren Vorhersagen beschäftigten Generationen von Astronomen. Auch über seinen Einfluss auf das Schicksal von Menschen und auf das irdische Leben wurde spekuliert, viel von diesem Aberglauben hat sich bis in die heutige Zeit gehalten. Auch in der Raumfahrt nimmt die Mondforschung einen besonderen Platz ein, schließlich ist er der einzige fremde Himmelskörper, den die Menschen bisher betreten haben und wird wohl der erste sein, auf dem eine permanente Station betrieben werden wird, auch als Ausgangspunkt für weitere bemannte Missionen etwa zum Mars. Dieses Buch ist ein schöner und spannender Streifzug durch die Kulturgeschichte, die Mythologie und die wissenschaftliche Erforschung unseres Trabanten.

 

Bernd Pröschold: Reiseziel Sternenhimmel. Die dunkelsten Beobachtungsplätze in Deutschland und Europa. 208 Seiten, 90 Farbfotos. Gebunden. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15843-2. € 30,00.

Wer ungestört von künstlichen Lichtern den Sternenhimmel beobachten will, kann das in Europa immer seltener von seinem Wohnort aus tun. Die Lichtverschmutzung nimmt immer weiter zu, die Milchstraße können die meisten Beobachter nicht mehr von Zuhause erkennen. Der Autor hat in jahrelanger Arbeit mehr als 25 Reiseziele in Deutschland, den Alpen, in Skandinavien (dort hauptsächlich zur Beobachtung von Nordlichtern), dem Mittelmeerraum und den Kanarischen Inseln aufgesucht und lohnende Plätze für die Beobachtung in diesem Buch zusammengestellt. Erreichbarkeit, Unterkunftsmöglichkeiten, Lichtverschmutzungskarten, Wetterstatistiken, die beste Reisezeit für den jeweiligen Standort, ungefähre Reisekosten und weitere Informationen helfen dem Leser bei der Auswahl des für ihn geeigneten Standorts für Beobachtungen und nächtliche Fotografien (die Bilder des Buches zeigen viele Beispiele). Für Fernreisende gibt der Autor auch noch einige Tipps für Beobachtungsplätze in Namibia und Südamerika.

 

Brian Cox, Jeff Forshaw: Was wiegt das Universum? Eine Wissensreise vom Alltag zum Urknall. 272 Seiten, 47 Farbfotos, 47 Abbildungen. Gebunden. Franck-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15802-9. € 29,99.

Unser Bild des Universums, das auf den großen physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts, der Relativitätstheorie und der Quantentheorie fußt, kann einen wissenschaftlichen Laien ganz schön abschrecken. Aber unser Wissen vom Universum beruht auf Messungen, deren Grundprinzipien auch für diesen Personenkreis durchaus nachvollziehbar sein können. Das beweisen die beiden Autoren, die schon mehrfach populäre Wissenschaftsbücher verfasst haben. Der Leser lernt hier etwas über Altersbestimmung von Gesteinsproben, von der Messung der Masse der Erde, von der astronomischen Entfernungsmessung und wird so bis zu den Beobachtungen hingeführt, die zur Urknalltheorie führten. Wenn man wissen will, wie die zukünftige Entwicklung des Universums verlaufen wird, muss man unter anderem die Massendichte des Universums bestimmen. Auch die Frage, was vor dem Urknall war, wird heute ernsthaft diskutiert. Wer tiefer in diese Themen eintauchen will, für den gibt es in jedem Kapitel weiterführende Exkurse. Ein sehr unterhaltsames, gut verständliches und spannend geschriebenes Buch.

 

David A. Weintraub: Life on Mars. What to know before we go. Princeton University Press 2018. 320 Seiten, 8 Farb- und 34 sw-Abbildungen, Hardcover. ISBN 978-0-691-18053-3. € 24,99.

Der Mars hat schon immer die Aufmerksamkeit irdischer Beobachter geweckt. Und immer wieder tauchte die Frage auf, ob es dort Leben gibt. Nach der Suche mit irdischen Teleskopen (im 19. Jahrhundert glaubte man künstliche Kanäle von Marsbewohnern zu sehen) wurde mit Hilfe von zahlreichen Raumfahrtsonden nach Lebensspuren gesucht. Höhere Lebensformen wurden schnell durch die Aufnahmen ausgeschlossen, die Suche nach Mikroorganismen geht weiter, gerade auch in Hinblick auf zukünftige bemannte Missionen zum Roten Planeten. Da in der Frühzeit des Mars die Atmosphäre dichter und flüssiges Wasser auf der Oberfläche vorhanden war, wurde auch nach Spuren vergangenen Lebens gefahndet, in Marsmeteoriten, die man in der Antarktis fand, glaubte die NASA fossile Reste von Mikroben gefunden zu haben, was zu heftigen Kontroversen mit anderen Wissenschaftlern führte. Der Autor zeichnet in diesem englischsprachigen Buch kenntnisreich und sehr detailliert diese Suche nach und bringt den Leser auf den gegenwärtigen Kenntnisstand.

 

Dieter B. Herrmann: Himmelskunde. Eine Einführung in die Astronomie. 336 Seiten, 106 Schwarzweiß Fotos, 53 Schwarzweißabbildungen. Gebunden. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15837-1. € 20,00.

Der bekannte Autor gibt in diesem Buch routiniert eine Einführung in die Astronomie. Nach einführenden K ­ apiteln über Forschungsmethoden und Forschungsinstrumente der modernen Astronomie stellt er dem Leser die Objekte des Sonnensystems und der Milchstraße vor. Die weiter entfernten Galaxien und die Kosmologie bilden die nächsten Abschnitte, bevor ein Kapitel über die Suche nach Leben auf Planeten außerhalb der Erde das Buch beendet. Zusammen mit Hinweisen zu weiteren Büchern und Internetadressen über Astronomie findet der Leser einen leicht verständlichen Einstieg in die Himmelskunde.

 

Erich Karkoschka: Sterne finden am Südhimmel. Orientierung und Beobachtungen vom Mittelmeer bis zur Südhalbkugel. 96 Seiten, 60 Fotos, 46 Abbildungen. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2019. ISBN 978-3-440-15156-3. € 16,99.

Bei Reisen in den Süden ändert sich mit dem Standpunkt des Beobachters auch der Anblick des Sternenhimmels. Neue Sterne und Sternbilder tauchen im Süden auf, die auch den Kenner der Sternbilder unserer Breiten vor neue Herausforderungen stellen. Um sich orientieren und die hier in Deutschland nicht sichtbaren Beobachtungsobjekte sicher auffinden zu können, hat der Autor für jeden Monat des Jahres entsprechende Sternkarten zusammengestellt, die den Anblick für die geographischen Breiten des südlichen Mittelmeers, des Äquators und für 35 Grad Süd anzeigen, aber natürlich auch in benachbarten Breiten zu benutzen sind . Der Abschnitt mit den Erläuterungen erklärt dem Leser unter anderem den Gebrauch der Karten: Ausgehend von den bekannten Sternbildern unserer Breiten kann sich der Beobachter dann immer weiter an den Südhimmel vorarbeiten. Außerdem findet man Beschreibungen der Süd-Sternbilder und Detailkarten für besonders lohnende Beobachtungsobjekte wie Sternhaufen, Nebel und Galaxien.

 

Florian Freistetter: Hawking in der Nussschale. Der Kosmos des großen Physikers. 120 Seiten, gebunden. Carl Hanser Verlag München 2018. ISBN 978-3-446-26245-4. € 14,00.

Der im Jahr 2018 verstorbene Stephen Hawking dürfte der bekannteste Physiker des späten 20. Jahrhunderts gewesen sein. Er hatte das seltene Talent, hochkomplexe physikalische Theorien auch einem breiten Laienpublikum nahe bringen zu können. Auch der Autor dieses kleinen Buches wurde von ihm inspiriert und sein Interesse am Studium der Astronomie geweckt. Er schildert hier knapp, unterhaltsam und leicht verständlich einige der bekanntesten Theorien und Erkenntnisse Hawkings zu Schwarzen Löchern und zum Urknall. Mathematische und physikalische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Lektüretipps helfen dem interessierten Leser beim weiteren Eintauchen in die Gedankenwelt Hawkings.

 

Florian Nebel: Die Besiedlung des Mondes. 260 Seiten, gebunden. LV-Buch im Landwirtschaftsverlag Münster 2017. ISBN 978-3-7843-5487-3. € 19,95.

1969 standen im Rahmen der amerikanischen ApolloMission zum ersten Mal Menschen auf dem Mond, sammelten Gesteinsproben ein und stellten wissenschaftliche Geräte auf. 3 Jahre später wurde das Programm beendet. Waren dies nur Stippvisiten, wird schon lange über eine permanente Besiedlung des Erdtrabanten diskutiert: Ob als Standort für Teleskope, die ohne störende Atmosphäre den Sternhimmel beobachten können, als Rohstofflieferant, als exklusiver Urlaubsort für sehr wohlbetuchte Menschen oder als Ausgangspunkt für bemannte Expeditionen in die Tiefen des Planetensystems. Dass das Ganze technisch durchaus im Bereich des heute Möglichen liegt und wie man sich die einzelnen Phasen für eine solche Besiedlungswelle vorstellen kann, zeigt der promovierte Physiker auch mit Hilfe zahlreicher Tabellen und Grafiken kenntnisreich und detailliert auf. Der Leser erhält einen Einblick in die vielen bereits existierenden Systeme und Module, die den Menschen schon jetzt den Aufenthalt im Erdorbit ermöglichen, sowie in die notwendigen Neuentwicklungen eines so umfangreichen Projekts wie der Mondbesiedlung. Der Autor nennt auch eine Kostenschätzung. Billig wird das Ganze sicher nicht, aber die Weltgemeinschaft sollte seiner Meinung nach in der Lage sein, die Kosten zu stemmen. So wäre die Besiedlung auch eine völkerverbindende Aufgabe der raumfahrenden Nationen.

 

Govert Schilling: Galaxien. Geburt und Schicksal unseres Universums. 240 Seiten, 136 Farbfotos, 30 Abbildungen, gebunden. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-16109-8. € 50,00.

Dieses mit vielen erstklassigen Aufnahmen versehene Buch des bekannten Wissenschaftsjournalisten führt den Leser in die Welt der Galaxien. Ein Beispiel einer großen BalkenSpiralgalaxie ist unsere Milchstraße mit ihren mehreren hundert Milliarden Sternen. In ihrer Nachbarschaft findet man die Mitglieder der lokalen Gruppe, unsere Nachbarmilchstraßen. Weitere Bilder zeigen die Vielfalt der Galaxienformen. Galaxien können, da sie meist in großen Galaxienhaufen vorkommen, auch zusammenstoßen, dabei verschmelzen oder verformt werden. Massenreiche Schwarze Löcher können das Zentralgebiet einer Galaxie hell aufleuchten lassen, aktive Galaxien und Quasare sind so über Milliarden von Lichtjahren erkennbar. Ein so tiefer Blick in den Weltraum ist auch immer ein Blick in die Vergangenheit des Universums und ermöglicht den Astronomen, die Entwicklungsgeschichte von Galaxien nachzuvollziehen, die, wie man heute weiß, im Laufe der Zeit ihr Aussehen massiv verändern können. Die schönen Aufnahmen werden durch gut verständliche Beschreibungen ergänzt und geben dem Leser so einen guten Eindruck über den aktuellen Forschungsstand.

 

Michael König, Stefan Binnewies: Bildatlas der Galaxien. 448 Seiten, 325 Farb-, 42 Schwarzweiß-Fotos, 20 Abbildungen. Gebunden. Franckh-Kosmos-Verlag 2. Auflage 2019. ISBN 978-3-440-16274-3. € 58,00.

In diesem Bildband werden über 300 Galaxien porträtiert, alle aufgenommen von ambitionierten Amateurastronomen, die leistungsfähige Fernrohre an dunklen Beobachtungsorten, moderne Kameras und umfangreiche Bildbearbeitung am Computer für ihre Arbeit einsetzten. Diese Ausgabe ist schon die zweite Auflage, der Text wurde aktualisiert und einige Aufnahmen noch weiter verbessert. Außerdem wurde ein Kapitel über die Milchstraße völlig neu aufgenommen. Die Fernrohre und Aufnahmegeräte sind leistungsfähiger als das, was der normale Sternengucker so hat, zeigen aber deutlich, zu welchen erstaunlichen Leistungen auch Amateur-Astrofotografen heute in der Lage sind.

James Donovan: Apollo. Der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission. 544 Seiten, 79 Abbildungen, Hardcover. Deutsche Verlags-Anstalt München 2019. ISBN 978-3-421-04715-1. € 28,00.

Mit der erfolgreichen ersten bemannten Mondlandung von Apollo 11 vor 50 Jahren gewannen die USA einen jahrelangen, aufwändigen, kostenintensiven, hochgefährlichen Wettlauf zum Mond gegen die UdSSR. Als Antwort auf die Raumfahrterfolge des Gegners im Kalten Krieg hatte der amerikanische Präsident John F. Kennedy sein Land aufgefordert, noch vor Ablauf der 1960er Jahre einen Menschen zum Mond und wieder zurück zu bringen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA vollbrachte diese technische und logistische Meisterleistung in einem aus heutiger Sicht atemberaubenden Tempo mit Hilfe der Mercury-, Gemini- und Apolloprogramme. Viele Rückschläge und erhebliche Risiken mussten hingenommen werden (beim Test der Apollo1-Kapsel am Boden starben 3 Astronauten, was beinahe zum Abbruch des Programms geführt hätte). Der Autor erzählt fesselnd, kenntnisreich und detailliert und mit vielen Anekdoten diese Geschichte vom Weg zum Mond.

 

Thorsten Dambeck: Das Apollo-Projekt. 160 Seiten, 150 Fotos, 20 Abbildungen, gebunden. Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2019. ISBN 978-3-440-16279-8. € 19,99.

In diesem Sommer jährt sich die erste bemannte Mondlandung zum 50. Mal. Im Rahmen des vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy initiierten Apollo-Projekts gelang es, insgesamt 12 Menschen auf den Mond und wieder heil zurück zu bringen. Seitdem wurde der Mond nur noch mit automatischen Sonden und Robotern untersucht, künftige bemannte Missionen mehrerer Raumfahrtnationen sind für die nähere Zukunft geplant. In diesem Buch lässt der Autor diesen Höhepunkt der Raumfahrt noch einmal Revue passieren. Nicht die Forschung, sondern die Demonstration technischer Möglichkeiten im Kalten Krieg stand damals im Vordergrund. Im Gegensatz zu russischen Raumfahrtmissionen, die meist erst nach einem Erfolg der Öffentlichkeit publik gemacht wurden, ließen die Amerikaner die ganze Welt am Geschehen live teilnehmen. Zeitgenossen werden daher viele der Originalbilder des Buchs kennen. Neben der Vorstellung der einzelnen Missionen erhält der Leser Informationen über den weiteren beruflichen Werdegang der Astronauten. Ein Kapitel beschreibt die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die durch die Raumfahrtmissionen über den Erdtrabanten gewonnen wurden.

 

Kelsey Oseid: Was wir in den Sternen sehen. Eine bezaubernde Reise zu den strahlenden Himmelskörpern. 140 Seiten, Hardcover. L.V.Buch im Landwirtschaftsverlag Münster 2018. ISBN 978-37843-5543-6. € 14,00.

In diesem mit vielen Illustrationen versehenen Buch verbindet die Autorin die Sagen und Mythen der Sternbilder mit unserer heutigen Kenntnis über das Weltall. Die Zeichnungen zeigen im Gegensatz zu den modernen Sternkarten, in denen man allenfalls einige Linien zur Identifikation der Sternbilder findet, die Heldengestalten, Tiere und Ungeheuer sowie andere Gegenstände, die man am Himmel zu erkennen glaubte. Neben den klassischen Sternbildern kamen durch die Seefahrer am südlichen Sternhimmel und zur Lückenfüllung in der Neuzeit noch einige weitere Sternbilder hinzu. Das Wissen um die Lichtpunkte am Himmel ist in den letzten Jahrhunderten immens erweitert worden und ist in diesem Buch den alten Geschichten gegenübergestellt worden, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Es unterscheidet sich daher deutlich von den üblichen Lehr- und Bilderbüchern über Astronomie.

 

Michael Büker, Tanja Wehr: Was den Mond am Himmel hält. 128 Seiten, 116 Sw-Zeichnungen, 5 Farbzeichnungen. Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2019. ISBN 978-3-440-16026-8. € 16,99.

Die Autoren, ein Astrophysiker und eine Grafikerin, gehen mit diesem Buch einen ungewöhnlichen Weg, um dem Leser einen Überblick über das Wissen um den Mond zu verschaffen. Fotos von Astronauten oder Bilder vom Mond sucht man vergeblich, der unterhaltsam geschriebene populärwissenschaftliche Text wird mit kleinen Skizzen, sogenannten Sketchnotes am Rand – und am Ende jedes Kapitels – versehen. Dies soll das Einprägen der Informationen erleichtern. So macht man einen leicht verständlichen Streifzug durch das Themengebiet Mond: seine Bewegungen am Himmel, die Wechselwirkung mit der Erde, sein physikalischer Aufbau, seine Oberflächenformationen und seine Erforschung durch die Raumfahrt in der Vergangenheit und Zukunft.

 

Michael Vogel: Kosmos-Sternführer für unterwegs. 80 Seiten, 9 Fotos, 52 Abbildungen. Frankh-Kosmos-Verlag Stuttgart 4. Auflage 2018. ISBN 978-3-440-16107-4. € 9,99.

Dieses kleine Taschenbuch soll dem Anfänger die Orientierung am Sternhimmel erleichtern. Für jeden Monat lernt er, den Polarstern über das bekannte Sternbild Großer Bär und damit die Nordrichtung zu ermitteln. Mit der Monatssternkarte können dann nach dem Umdrehen leicht die gerade sichtbaren Sternbilder identifiziert werden. Zusätzlich werden die Mondphasen, die Sichtbarkeit der helleren Planeten und besondere astronomische Ereignisse des jeweiligen Monats bis 2027 aufgelistet.

 

Scott Kelly: Endurance. Mein Jahr im Weltall. 480 Seiten, Hardcover,16-seitiger Farbbilderteil. Bertelsmann-Verlag München 2018. ISBN 978-3-570-10329-6. € 25,00.

Mit insgesamt 4 Raumflügen und einer Gesamtaufenthaltsdauer von 520 Tagen ist der Autor der amerikanische Rekordhalter. Die einjährige ISS-Mission diente unter anderem der Vorbereitung für eine zukünftige Marsmission. Erstaunt erfährt der Leser in dieser Autobiografie, dass der Autor alles andere als ein guter Schüler war und erst durch die Lektüre eines Buchs eines der Pioniere der Weltraumfahrt zu seiner Bestimmung fand und nach einer Karriere als Militärpilot ins Raumfahrtprogramm aufgenommen wurde. Spannend, sehr anschaulich und mit vielen auch nebensächlichen Details schildert der Astronaut seine Weltraumaufenthalte und die damit verbundenen physischen und psychischen Probleme. Der Titel ist eine Reminiszenz an die berühmte Expedition des Schiffs von Ernest Shackleton, das vor rund 100 Jahren im Packeis einfror und seine Besatzung ebenfalls an die Grenze der Belastbarkeit brachte.

 

Ulinka Rublack: Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit. 409 Seiten, 41 Abbildungen, 2 Karten, gebunden Klett-Cotta Stuttgart 2018. ISBN 978-3-608-98126-1. € 26,00.

In diesem Buch geht es nicht vordergründig um das astronomische Werk Keplers, der in seinen berühmten drei Gesetzen die Bewegung der Planeten um die Sonne beschrieb, sondern um eine weniger bekannte Episode aus seinem Leben: 1615 wurde seine verwitwete Mutter der Hexerei bezichtigt, angeklagt und mit der Folter bedroht. Kepler übernimmt die Verteidigung seiner Mutter und erreicht am Ende nach jahrelangem Kampf deren Freilassung. Er warf seine Reputation als kaiserlicher Astronom in die Waagschale und bediente sich der in seiner wissenschaftlichen Arbeit erworbenen Fähigkeiten der Argumentation und der Widerlegung von Gegenargumenten. Die Autorin schildert spannend und detailreich die damalige Epoche, den Gegensatz zwischen dem naturwissenschaftlichen Denken und dem Aberglauben, der für viele der als Hexen Angeklagten tödlich endete. Der Leser bekommt so auch einen intensiven Einblick in die juristische Prozessführung eines Hexenprozesses in einem deutschen Land hundert Jahre nach der Reformation und am Vorabend des dreißigjährigen Kriegs.

Ulrich Walter: Im Schwarzen Loch ist der Teufel los. 272 Seiten, 45 Abbildungen, Broschur. Penguin-­Verlag München 2019. ISBN 978-3-328-10307-3. € 10,00.

Diesem Taschenbuch liegt die Originalausgabe aus dem Jahr 2016 zugrunde. Der Physiker und ehemalige Astronaut beantwortet dem Leser in diesem Buch Fragen aus den Themengebieten der Entstehung des Universums, der Kosmologie, der Relativitätstheorie, zum intelligenten Leben auf fremden Planeten und der Raumfahrt zu Mond und Mars. Der unterhaltsame und umgangssprachliche Sprachstil darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass im einen oder anderen Kapitel recht komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge erläutert werden, die den Leser auf den aktuellen Wissensstand bringen.

 

Werner E. Celnik: Kosmos Mars-Guide. Der Praxis­ratgeber zum Roten Planeten. 176 Seiten, 88 Fotos, 61 Abbildungen. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2018. ISBN 978-3-440-15913-2. € 24,99.

Im Sommer 2018 war der Mars ein auffälliges, helles Objekt am Abendhimmel. Er kam der Erde recht nahe und man konnte mit entsprechender Ausrüstung eine Reihe von Oberflächenstrukturen erkennen. In diesem Buch wird der Leser in die praktische Beobachtung des Planeten eingeführt. Er bekommt viele Tipps für die Auswahl des passenden Fernrohrs und Hinweise, wie man systematische Beobachtungen ausführen kann. Moderne Aufnahmetechniken und digitale Bildverarbeitung liefern auch mit den Mitteln von Amateurastronomen Details, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Ein Kalender der Marssichtbarkeiten reicht bis ins Jahr 2035. Das Buch bietet daher noch für viele Jahre Anregungen für eigene Marsbeobachtungen. ˜

Dr. Peter Sattelberger (ps) ist als Physiker an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Seit mehr als 45 Jahren beschäftigt er sich in seiner Freizeit mit Astronomie. Er ist Mitarbeiter an der Volkssternwarte Wiesbaden.

sattelbe@uni-mainz.de

Diese Seite benutzt Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Datenschutzerklärung