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Tagung im neuen Normal: „Zukunft Wissenschaftlicher Bibliotheken?!“ als virtuelles Event

Starke Vorträge und lebhafte Diskussionen im Online-Modus

Gabriele Herrmann-Krotz begrüßt die Gäste der virtuellen Fachtagung „Zukunft Wissenschaftlicher Bibliotheken?!“
© ZBMED

In der digitalen Transformation stehen Wissenschaftliche Bibliotheken vor großen und vielfältigen Herausforderungen. Das von Dr. Willi Bredemeier herausgegebene Buch „Zukunft der Informationswissenschaft – Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft?“ beleuchtet als zentrales Thema auch diese Perspektive. Die von Dr. Bredemeier initiierte Fachtagung griff die Thematik nun auf und führte die Diskussion weiter.

In der Keynote zeigte Dr. Dietrich Nelle, ehemaliger Interimsdirektor von ZB MED und VDB-Ehrenmitglied, Lösungsmöglichkeiten für anstehende Herausforderungen auf. Besonders in den Fokus nahm er dabei regionale Kooperationen und die Rolle der Bibliotheken in nationalen und internationalen Netzwerken.

Vier Impulsvorträge gaben anschließend aus unterschiedlichen Blickwinkeln Anregungen und stellten Projekte und Entwicklungen vor, die die Zukunftsfähigkeit Wissenschaftlicher Bibliotheken belegen.

Anne Christensen, ehemalige Bibliotheksdirektorin, jetzt Beraterin und Mitinhaberin bei effective WEBWORK (Hamburg), bestätigte mit ihrem Vortrag die These, dass digitale Dienste ins Zentrum der Bibliotheksstrategie gehören. Dazu zeigte sie Wow-Effekte und Praxisbeispiele auf.

Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Wissenschaftlicher Direktor von ZB MED, legte dar, dass sich Forschung und Bibliothek innerhalb einer Einrichtung gegenseitig ergänzen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Als Beispiel stellte er dazu den ZB MED COVID-19 Hub vor, der in enger Kooperation der unterschiedlichen internen Bereiche bei ZB MED entstanden ist.

Prof. Dr. Sören Auer, Direktor der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften aus Hannover, erläuterte den Transformationsprozess Wissenschaftlicher Bibliotheken von dokumentenbasierten zu wissensbasierten Informationsflüssen. Anhand des Open Research Knowledge Graph schilderte er, welche Schritte seine Einrichtung bereits unternommen hat.

Prof. Dr. Konrad Förstner, bei ZB MED Leiter der Informationsdienste und zugleich Professor an der TH Köln, thematisierte gemeinsam mit Marvin Lanczek vom Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung (ZBIW) die Qualifizierungen für zukünftige Anforderungen in Bibliotheken. Sie stellten dazu den neuen Zertifikatskurs zum „Data Librarian“ vor.

Per Chat hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit Fragen und Anmerkungen an der Diskussion zu beteiligen. So entstand ein lebhafter Austausch, auf den auch die Vortragenden eingingen.

Bereits in der Vorbereitung der Tagung wurde deutlich, dass sich eine Präsenzveranstaltung nicht eins zu eins in den virtuellen Konferenzraum vertagen lässt. So sah die ursprüngliche Planung eine abschließende Podiumsdiskussion aller Beteiligten vor. Da dieses Format für eine Online-Veranstaltung nur bedingt geeignet ist, gab es stattdessen vier teils provokante Thesen, zu denen alle Vortragenden in jeweils zwei Minuten ihre Statements abgaben.

Das Fazit der Veranstalter: „Eine virtuelle Tagung bietet zahlreiche Vorteile, wie die Diskussion im Chat oder die problemlose Dokumentation per Videoaufzeichnung, die wir konsequent genutzt haben. Das motiviert uns, weitere Online-Veranstaltungen zu planen. Persönliche Gespräche und das Netzwerken kommen dabei allerdings zu kurz.“ Gabriele Herrmann-Krotz, kaufmännisch-administrative Geschäftsführerin von ZB MED, kündigte daher an: „Wir werden die Diskussion zur Zukunft Wissenschaftlicher Bibliotheken weiterführen – und uns beim nächsten Mal hoffentlich dann vor Ort bei uns in Köln treffen.“

Die Videos zur Veranstaltung stehen in Kürze auf YouTube bereit – wenn Sie den ZB MED-Kanal dort abonnieren, erhalten Sie eine Benachrichtigung über den Upload. Zudem können Sie die Vorträge demnächst als Podcast im Open Science Radio nachhören – wir informieren Sie auf dem ZB MED-Twitter-Kanal, sobald die Beiträge online sind. Die Präsentationen und die Dokumentation des Chats finden Sie ab sofort auf der ZB MED-Website.

Weiterführende Informationen:

Präsentationen:

 

 

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