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Unser Fragebogen – Ulrich Hopp

Aus: fachbuchjournal-Ausgabe 5/2018

Antworten von Ulrich Hopp, be.bra verlag, Berlin


Viele Mitglieder der VG Wort und offensichtlich auch in der Politik wissen nicht, was Verlage eigentlich leisten.

Was ist Ihre Erinnerung an Ihr erstes Buch? Um welches Buch handelt es sich?

Es fing alles gruselig an. Ich startete in die Buchwelt mit Max und Moritz!

Ihre drei Lieblingsbücher sind … – Karl May, Durchs wilde Kurdistan – Wolfgang Borchert, Draußen vor der Tür – Jaume Cabré, Die Stimmen des Flusses

Würden Sie Ihre Lieblingsbücher auch als eBook lesen?

NEIN!

Entspannen Sie beim Lesen oder was sind Ihre Mittel gegen Stress?

Bei Büchern, die für unseren Verlag bestimmt sind, kann ich nicht entspannen. Aber bei Lektüren, die nicht zu den Programmen unseres Verlages passen, geht das sehr gut. Gegen Stress hilft mir Autofahren mit guter Musik.

Traumjob VerlegerIn? Beruf oder Berufung?

Trotz aller Schwierigkeiten für kleine Verlage war es bis zum VG-Wort-Urteil ein Traumjob. Danach wurde dann deutlich, dass viele Mitglieder der VG Wort und offensichtlich auch in der Politik nicht wissen, was Verlage eigentlich leisten. Da änderte sich für mich kurzfristig diese „Traum“situation.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Die Wiedervereinigung und die Euphorie der Jahre danach, das direkte Miterleben von Zeitgeschichte, unterschiedliche Lebenserfahrungen und trotzdem ähnliche Vorstellungen von der Gesellschaft – das hatte mich, in Verbindung mit meiner bisherigen Berufserfahrung, dazu bewogen.

Gibt es für Sie ein Vorbild aus der Welt der VerlegerInnen?

Nein, viele Vorbilder. Meist VerlegerInnen von noch kleineren Verlagen, die hart an der Grenze des wirtschaftlich Zumutbaren arbeiten.

Wie beginnt ein guter Tag als VerlegerIn?

Mit einem guten Espresso.

Was war das spannendste Ereignis in Ihrem Berufsleben?

Die Gründung meines Verlages.

In einem FAZ-Interview stellte Felicitas von Lovenberg Verlegern diese Frage: Wenn Sie eine einzige Veränderung am Buchmarkt bestimmen könnten – welche wäre es?

Dass Buchhandlungen den kleinen unabhängigen Verlagen mehr Präsentationsfläche einräumen.

Wie viel Prozent seines Umsatzes wird Ihr Verlag im Jahr 2020 durch elektronische Informationen erwirtschaften?

Drei Prozent.

Und die große Frage am Schluss: Wie wird sich die Verlagslandschaft in den nächsten zehn Jahren verändern?

Nun, es wird sich konsequent so weiterentwickeln wie bisher: Mittlere Sortimente werden von den Großen geschluckt. Nur noch die Lagerumschlagsgeschwindigkeit bestimmt den Einkauf der Sortimente, kleine Verlage müssen sich innovative Gedanken machen, wie sie ihre engagierten Programme an die Leserschaft bringen.

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