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Projekt E-Pflicht Baden-Württemberg erfolgreich abgeschlossen

Im Zeitraum Mai 2018 bis April 2020 haben die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe (BLB) und die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart (WLB) zusammen mit dem Bibliotheks-service-Zentrum in Konstanz (BSZ) das Projekt E-Pflicht Baden-Württemberg erfolgreich abgeschlossen. Sie haben auf Basis von OPUS ein System zur Ablieferung von E-Books sowie zu deren Archivierung und Nutzung entwickelt und in Betrieb gesetzt. Im Juni 2020 hat das BSZ den laufenden technischen Betrieb und operativen Support für den Dienst E-Pflicht in Baden-Württemberg übernommen. Anfang August haben die Beteiligten den Vertrag über den Dienst auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

Das Projekt hatte eine längere Vorlaufzeit. Als eines der ersten Bundesländer überhaupt hatte Baden-Württemberg bereits Anfang 2007 die Ablieferungspflicht für Netzpublikationen in sein Pflichtexemplargesetz aufgenommen. Amtsdruckschriften und freie Netzpublikationen wurden schon von Beginn an im Baden-Württembergischen Online-Archiv gesammelt und präsentiert. Hinsichtlich verlegerischer Netzpublikationen wurde über mehrere Jahre hinweg das Ziel ver-folgt, einen über die reine Inhouse-Nutzung hinausgehenden Nutzerzugriff auf die elektronischen Pflichtexemplare zu ermöglichen. Baden-Württemberg verfügt über eine lebendige und vielfältige Verlagslandschaft, in der neben Großverlagen wie Springer, Nomos oder Wiley VCH auch zahlreiche mittelständische und kleine Verlage zu Hause sind. Mehrere dieser Verlage hatten ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert und das ehrgeizige Vorhaben beflügelt. Gemeinsam waren auch bereits entsprechende Entwicklungen und Teststellungen vorgenommen und der Fachöffentlichkeit präsentiert worden. Anfang 2017 lag dann ein Konzept vor, das diese hochfliegenden Ansprüche begrub und den Schwerpunkt vorerst auf Ablieferung und Archivierung legte.

Im Projektzeitraum wurde nicht nur wie vorgesehen das Ablieferungs- und Archivierungssystem entwickelt, ein schlankes Annahmeverfahren für E-Books umgesetzt und ein zertifiziertes Archiv für deren langfristige Verfügbarkeit installiert. Nach dem Nomos Verlag in Baden-Baden, der schon seit 2012 involviert war, wurden bereits nahezu alle großen und mittleren Verlage des Landes zu Ablieferern, den allergrößten Teil der laufenden E-Book-Produktion haben die beiden Landesbibliotheken noch während der Projektlaufzeit erfolgreich eingesammelt. Darüber hinaus haben fast alle Verlage auch die Produktion ihrer Backlist bis zurück in das Jahr 2007 zur Verfügung gestellt, so dass die E-Book-Produktion von Inkrafttreten des Gesetzes bis heute schon fast vollständig vorliegt.

Der Geschäftsgang E-Book orientiert sich an den nationalen de-facto-Standards, die von der Deutschen Nationalbibliothek definiert und im baden-württembergischen Zusammenhang implementiert wurden. Neben automatischen Transferprozessen wurden auch Möglichkeiten der Einzel-Ablieferung über Formulare eröffnet. Entstanden ist ein einheitlicher Prozess, der nach-haltig auf vorhandenen Workflows bei den Projektpartnern aufbaut und modular gestaltet ist. Zum Projektende waren 59.665 E-Books aus 55 Verlagen angenommen, darunter in Baden die fünf umfangreichsten Kollektionen mit 13.945 Titeln des Springer Verlags in Heidelberg, 9.587 Titeln des Nomos Verlags in Baden-Baden, 5.610 Titeln des Pabel-Moewig Verlags in Rastatt, 4.751 Titeln des Wiley-VCH Verlags und 3.311 Titeln des Beltz Verlags in Weinheim, in Württemberg 2.649 Titel des Kohlhammer Verlags in Stuttgart, 1.905 Titel von MairDumont in Ostfildern und 1.626 Titel von Klett Cotta in Stuttgart. Seither wächst die Titelmenge stetig weiter, inzwischen ist die Zahl 70.000 überschritten. Es kommen noch täglich neue, kleinere Verlage hinzu und die Produktion der bereits etablierten Ablieferer wird wie vorgesehen laufend verarbeitet.

Die beiden Landesbibliotheken machen diese E-Books derzeit nur in ihren eigenen Räumen zugänglich. Durch Nutzung von Rosetta als Langzeitarchivierungssystem haben sie sichergestellt, dass die E-Books auf Dauer bei ihnen verfügbar bleiben.

In einem Anschlussprojekt werden die drei Projektpartner ab dem kommenden Jahr auch die E-Journals aus Baden-Württemberg in ihren Pflichtexemplar-Bestand überführen.

 

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