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Kalk Bibliothek Köln: gesellschaftliches Engagement auf höchstem Level

5. Oktober 2018

Eines der wohl herausforderndsten alten Industriegebiete von Köln, der Bezirk Kalk, ist gerade dabei, sich langsam als moderner Stadtteil neu zu erfinden. Im Herzen von Kalk werden Besucher neuerdings herzlich eingeladen, um in der neu eröffneten Kalker Bibliothek als sogenannter Third Place (Dritter Ort) für Menschen jeden Alters am städtischen Zusammenleben teilzunehmen. Die Bibliothek begreift sich als kulturelles Zuhause zum Entspannen, Arbeiten, Lesen, sich Informieren oder kreativ tätig sein, während Besucher gleichzeitig ein geradezu überwältigendes Angebot an Digitektur auf sich einwirken lassen können.

Photography credits: Marco Heyda

Die Kalk Bibliothek ist ein gemeinsames Projekt von Aat Vos (Design, Strategie und kreative Leitung) und Andreas Franke von FRANKE Architektur | Innenarchitektur (Design & Engineering Partner). Als eine der aktuellsten Projekte von Aat Vos im deutschsprachigen Raum, ist die Kalk Bibliothek das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Gemeinschaft. Unter der Leitung von Julia Bergmann, Trainerin und Bibliothek Consultant, setzte das Bibliotheksteam innovative Design Thinking-Methoden sowie Benutzerumfragen ein, um auf diese Weise eine nahtlose Verbindung zwischen der Kalker Bibliothek und den Bedürfnissen der Anwohnergemeinschaft herzustellen. Aat Vos erklärt: “Inspiriert durch das, was wir über die Bedürfnisse der Kalker Gemeinschaft erfahren haben, war unser Bibliothek Team hochmotiviert und engagiert, um ein möglichst optimales Ergebnis für unsere Kunden zu erreichen. Dies führte letztendlich zu einer Erweiterung des Projekts. Wir haben die gesamte Bibliothek umgestaltet, statt ‘nur’ eine Gaming Station für die Jugendabteilung zu entwerfen, was der ursprüngliche Plan war. Dieses Projekt ist ein einzigartiges Beispiel für die Kraft von menschlichen Geschichten und deren Gabe, alle Beteiligten zu beflügeln.”

Das Gefühl Zuhause angekommen zu sein
Alle Altersgruppen sollten etwas von der neuen Bibliothek haben, von Kleinkindern bis zu den ältesten Mittgliedern der zu diesem Zweck jede Menge gemütliche, leicht individuell gestaltete Räume, welche durch zweiseitige Bücherregale voneinander getrennt werden. Außerdem gibt es noch einen Kinderspielplatz, altersgerechtes Mobiliar, eine multilinguale Medien Auswahl, Wifi, und natürlich jede Menge kuschlige Ecken, um sich mit einem Buch gemütlich zurück zu ziehen, einfach die Seele baumeln zu lassen oder sich mit Freunden zu verabreden. Es gibt auch (private) Studierplätze, Arbeitsplätze und eine Kaffee-Ecke. Den Kaffee kann man selbst mitbringen, oder gleich nebenan kaufen. Gegenüber dem Arbeitsbereich findet man den Blickfang der Bibliothek: das ‘Superregal’, ein großes transparentes Regale-Display an der Hinterseite der Bibliothek. Im ersten Stock wurde eine speziell für das junge Publikum maßgeschneiderte Landschaft erschaffen, wo die Generation X in unmittelbarer Nähe des Urban Screen Digitektur Projekts ‘chillen’, abhängen, arbeiten oder sich treffen kann. Große Tische, eine offene Atmosphäre, dimmbare Beleuchtung, bequemes Vintage Mobiliar, Teppiche und Makerspaces, die mehreren Besuchern Platz zum (interaktiven) Arbeiten bieten, werden mit rustikalen Holzböden und anderen ‘urigen‘ Elementen kombiniert. Die äußerst informelle, gemütliche Atmosphäre öffnet damit der jüngeren Generation die Tür in die Zukunft, damit auch für sie die Bibliothek ihr altes, muffiges Image für immer abgeworfen hat.

Innovative Bibliothek
Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln, ist begeistert von der neuen Zweigstelle: “Kalk ist der Bezirk mit der größten Migrantenanzahl in Köln. Gerade deswegen haben wir uns dazu entscheiden, eine der innovativsten Bibliotheken Deutschlands in Kalk zu eröffnen. Wir wollten einen unkonventionellen, unmissverständlichen Third Place entworfen von Aat Vos, wo viele ansprechende Einrichtungen aufeinandertreffen, damit jeder etwas für sich findet, dass seinen Bedürfnissen entspricht. Zum Beispiel wurde ein einzigartiges, interaktives Kunstprojekt errichtet, in Zusammenarbeit mit der Bremer Künstlergruppe ‘Urbanscreen‘. Es erlaubt sowohl Kindern als Erwachsenen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Künstlerszene* mit großflächigen, digitalen Kunstwerken zu experimentieren. Die Kalk Bibliothek besitzt einen kreativen Raum und einen mobilen kreativen Raum – ein E-Cargo Bike, welches es uns ermöglicht, um auch die Menschen außerhalb der Bibliothek zu erreichen. Zudem verlassen wir uns auf das Konzept der sogenannten Open Library**, was heißt, dass wir den Zutritt auch außerhalb der Öffnungszeiten gewährleisten. Zusammen mit den Bewohnern von Kalk werden wir weiterhin an der Entwicklung inklusiver und interaktiver Konzepte arbeiten; das ist Gemeinschaftssinn in seiner besten Form.”

Projekt Credits Kalk Bibliothek
Kunde: Stadtbibliothek Köln / Öffentliche Bibliothek Köln
Die Kalk Bibliothek in Köln ist eine Co-Kreation von Aat Vos (Design Konzept, Strategie, kreatives Konzept – aatvos.com) und Franke Architektur | Innenarchitektur (Design, Engineering – frankearchitektur.de), in Zusammenarbeit mit bibliotheca (Offene Bibliothek Konzept, self check 1000 und open+ system – bibliotheca.com), Urbanscreen (Interactiver Bildschirm The Wall – urbanscreen.com), Mandelartz Schreinerwerkstätte (Hersteller Bücherregale/Schränke und übergroßer Eiche Massiv-Bohlen-Tisch mit Waldkante – thomas-mandelartz.com).* The Wall ist ein großer, interaktiver Bildschirm, der einzigartigen Möglichkeiten zum Experimentieren bietet. Man kann mit verschiedenen Tablets gleichzeitig zusammen an großflächigen Graphiken, Graffiti und Animationen arbeiten und diese Projekte anschließend abspeichern. Denkbare Projekte wären in diesem Zusammenhang z.B. Zeichenunterricht und Graffiti Workshops. Für Kunstunterricht würden programme mit MINT-bezogenen Themen, sowie den 3D Raum erforschen oder Silent Discos, zu den möglichen Formats gehören.
** open+ by bibliotheca ermöglicht einen personalfreien Betrieb der Bibliothek inklusive Self-Service-Stationen zur Ausleihe mit verschiedenen Zahlungsoptionen, Bücherrückgabe, Mediensicherung, u.a. Angeboten wie Gaming, Benutzung der PCs, usw. Technologisch auf dem letzten Stand, entspricht dieses RFID-System den Anforderungen eines modernen Bibliothek-Publikums und gewährleistet eine Erweiterung der Öffnungszeiten von bis zu 53%.

www.stadt-koeln.de

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