Das Interview, Interviews

„Ignorieren was ,man‘ tun, denken, sagen sollte.“

Aus: fachbuchjournal Ausgabe 5/2017
Hannes Jaenicke

„Die wenigsten von uns können Weltbewegendes vollbringen. Aber jeder von uns kann jede Menge kleiner Dinge vorbildlich tun.“ Hannes Jaenicke trifft mit solchen Sätzen einen Nerv. Seine Sachbücher werden traumhaft oft gekauft und landen auf den Spiegel Bestseller-Listen. In seinem neuen Buch mit dem deftigen Titel „Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche“ kritisiert er Herdentrieb und kleinkariertes Mittelmaß und erklärt, warum wir dringend Helden und Vorbilder brauchen und wie diese aussehen könnten.

Seine Helden sind meist „stinknormale Menschen mit Ängsten und Schwächen wie alle anderen auch, die aber im richtigen Moment das Richtige tun. Echten Helden ist es egal, ob sie beliebt sind oder nicht. Die wollen nicht bewundert werden, die wollen keine Streicheleinheiten, die wollen einfach ihr Ding machen. Die tun das, woran sie glauben und wovon sie überzeugt sind – so gut es eben geht.“

Die Herde, davon ist der Autor überzeugt, ist eine wunderbare, unterhaltsame und lebensnotwendige soziale Einrichtung, solange man weiß, wann, wo und warum man ein- bzw. ausscheren sollte. Er will Mut machen zum Querdenken, zu Individualität und Eigensinn, zum Ausscheren aus den Erwartungen. Seine eigene Prominenz für gute Zwecke zu nutzen, ist für Hannes Jaenicke Pflicht. „Wer Erfolg oder Glück im Leben hat, sollte dies teilen.“

Seine Bücher und sein Engagement finden keineswegs ungeteilte Zustimmung. Er sei der „Indiana Jones der Mülltrennung“, der „AffenVersteher“, der „Vielflieger gegen den Klimawandel“. Das neueste Buch, so Deutschlandfunk Kultur, sei eine „Mischung aus Gemeinplätzen und Kalendersprüchen“ – und ziemlich belanglos. Er inszeniere den Mainstream als Gegenstrom. Und das sei wohl der Hauptgrund für seinen Erfolg. Ich wollte es wissen, las das Buch und stellte Hannes Jaenicke Fragen. Über sein Buch – und vieles mehr. (ab)

Hannes Jaenicke, geboren 1960, ist Schauspieler, Dokumentarfilmer und Querdenker. Mit seinen Büchern „Wut allein reicht nicht“ (2010), „Die große Volksverarsche“ (2013) und – ganz neu – „Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche“ kam er auf die SPIEGELBestsellerlisten. Für sein Engagement hat er zahlreiche Preise erhalten. Er lebt in Deutschland und in den USA.

Herr Jaenicke, wie erklären Sie, dass Ihre Bücher zum Teil wochenlang auf den Spiegel-Bestseller-Listen stehen? Schreiben Sie einfach so umwerfend gut? Instrumentalisieren Sie den Zeitgeist? Oder haben Sie eine Bedarfslücke erkannt?

Das sollten Sie die Menschen fragen, die die Bücher kaufen. Ich schreibe bestimmt nicht umwerfend, was Zeitgeist sein soll habe ich noch nie verstanden, und mit Bedarfslücken hab‘ ich mich auch noch nie beschäftigt. Aber in meiner ehemaligen Heimatstadt Köln gibt es ein großartiges „11. Gebot“, an das ich mich als Schauspieler, Doku-Filmer und Autor zu halten versuche: „Du sollst nicht langweilen.“ Also geh‘ ich ganz optimistisch mal davon aus, dass sich die Leser der Bücher bislang noch nicht zu Tode gelangweilt haben.

„Eine Anleitung zum Held-Sein für jedermann“, so eine Werbung für Ihr Buch. Ist das so?

Das klingt ja schwerer als es ist. Wenn jemand mit seiner eigenen Kaffeetasse unterwegs ist anstatt ständig To-go-Becher zu verballern, ist das ja schon heldenhaft. Und wenn jemand sich in irgendeiner Form für andere engagiert anstatt immer nur „Ich-ich-ich“ zu denken, ist er auch längst ein Vorbild.

Ihre drei Bücher haben provokante Titel: Wut allein reicht nicht; Die große Volksverarsche; Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche. Haben Sie sich diese ausgedacht oder stammen die aus der Marketing-Abteilung des Gütersloher Verlagshauses?

Der letzte Titel ist von mir. Auf die anderen haben der Verlag und ich uns geeinigt. Der „Wut“-Titel ist eine Ableitung eines Mottos aus der Grunge-Szene in Seattle „Anger is a blessing“. Und dass wir als Konsumenten von Politik und Industrie gerne verarscht werden, ist ein Fakt. Der Diesel-Skandal von VW, Audi, Porsche und Daimler ist ein perfektes Beispiel.

Ihre Bücher werden zum Teil heftig kritisiert. Man wirft Ihnen zum Beispiel eine Mischung aus Gemeinplätzen und Kalendersprüchen vor. Ihr neues Buch bekam schon zu einem Zeitpunkt eine negative Rezension, als ausschließlich Ihr Verleger und Ihre Lektorin das Buch gelesen hatten. Das ist schon ziemlich seltsam. Aber ernsthaft, wie stehen Sie dazu und wie gehen Sie mit Kritik um?

Sorry, das muss ich korrigieren. Den besagten Verriss gab es schon, da kannten mein Verleger und meine Lektorin noch nichts außer dem groben Konzept und ein paar Leseproben, ich hatte nicht mal ein Drittel des Buches geschafft. Dieser Zeitung haben mein Name, der Titel des Buches und eine Verlagsankündigung gereicht, um eine vernichtende Kritik abzusondern.

… das ist ja nun wirklich schräg.

Ansonsten halte ich mich an das Zitat eines Hollywood-Regisseurs: „Der Unterschied zwischen einen Film machen und ihn zu kritisieren ist in etwa derselbe wie der zwischen Geschlechtsverkehr und Onanie.“ Das gilt ja auch für Bücher, und ich hab nun mal an Ersterem mehr Spaß.

 

Aha. Haben Sie denn den Eindruck, dass Sie mit Ihren Büchern und Ihren Dokumentarfilmen wirklich das Verhalten der Menschen ändern können?

Das weiß ich sogar. Das fängt mit siebenstelligen Spendenbeträgen für Umweltprojekte an, die nach der Ausstrahlung unserer Dokus von TV-Zuschauern gespendet wurden, und geht bis zu einer Frau, die mich nach der „Volksverarsche“ ansprach um mir zu sagen, dass sie und ihr Mann nach Lektüre des Buches in ihrer Metzgerei keine Plastiktüten mehr verwenden. Das war 2013, lange vor der jetzt endlich in Gang kommenden Plastikmüll-Diskussion.

Das sind sehr ermutigende Reaktionen. „90 Prozent der Menschheit sind dumm wie Bohnenstroh. Die Aufgabe im Leben ist, die restlichen 10 Prozent zu finden und sich mit ihnen zusammenzutun.“ Das ist ein guter Rat einer Ihrer Heldinnen aus dem realen Leben, Ihrer Großmutter. Sie beschreiben das in Ihrem Buch so: „Eine unserer Hauptaufgaben scheint zu sein, die Augen offen zu halten für die Menschen, an denen es sich zu orientieren lohnt.“ Welche Orientierungspunkte und Leitsterne haben Sie gefunden? In der Schauspielkunst, im gesellschaftlichen Engagement und im Privaten?

Die Liste ist lang. Als Schauspieler hat mich wohl niemand so geprägt wie der wunderbare Götz George. Und wenn ich mal groß und weise bin, möchte ich gern schreiben können wie Roger Willemsen, noch so ein Vorbild von mir. Ansonsten hatte ich das Glück, immer wieder völlig unbekannten Menschen zu begegnen, die mich geprägt, aufgeweckt, inspiriert haben. Und das waren immer Leute, die nicht „ich-ich-ich“ als Lebensmotto hatten, sondern auf ihre Umgebung geachtet haben, die helfen, was bewegen und verändern wollten, und das auch noch mit Humor. Die wirkten interessanterweise immer zufriedener als andere, und das waren und sind meine Vorbilder.

Was würden Sie in Deutschland sofort und mit erster Priorität ändern, wenn Sie Bundeskanzler wären?

Noch so eine Endlos-Liste … Nachhaltigkeit im Grundgesetz verankern und ab der 1. Klasse als Schulfach einführen. Sämtliche sozialen Berufe sowohl im Ansehen als auch bei der Bezahlung besser stellen. Aus unserer Lobbykratie wieder eine echte Demokratie machen, siehe Auto-Industrie und ihr Diesel-Skandal. Anstatt Firmenwägen, Massentierhaltung, Rüstungskonzerne und anderen Schweinkram zu subventionieren massiv in den Bildungssektor investieren. Ich höre hier mal auf, sonst wird das schon wieder ein Buch.

Keine schlechte Idee. Gab es für Sie eigentlich ein Schlüsselerlebnis, das für Ihr Engagement für ein nachhaltiges Leben im Einklang mit Umwelt und Natur ausschlaggebend war?

1986 ereignete sich die Sandoz-Katastrophe am Rhein und Tschernobyl. Das waren zwei Ereignisse, bei denen ich dachte: man sollte vielleicht mal den Hintern hochkriegen und selber was tun.

Und wann kamen Sie darauf, den Beruf des Schauspielers mit einem solchen Engagement zu verknüpfen?

Ich war immer großer Doku-Fan und hab mich 25 Jahre lang gewundert, warum niemand aus Douglas Adams’ Bestseller „Last Chance to see“ („Die letzten ihrer Art“) ein TV-Format gemacht hat. Die Idee hab ich dann irgendwann geklaut, mit einem befreundeten Kameramann einen Asien-Flug gebucht und den Orang-Utan-Film gedreht. Das war erst mal so eine Spontan-Aktion, wir dachten natürlich, dass uns jeder Sender den Film aus der Hand reißen würde. Dem war nicht so, wir haben eineinhalb Jahre gebraucht um einen Sender zu finden. Das ZDF hatte als einziger den Mut, uns Spinner mal machen zu lassen, dafür kann ich dem Intendanten Thomas Bellut bis heute nur Danke sagen.

Sie sind seit 1982 Vegetarier. Was gab denn dafür den Ausschlag?

Ich hatte mal das Pech, eine Hühnerfarm von innen zu sehen. Das hat gereicht um sich Obst, Gemüse und Nüssen zuzuwenden.

Ich habe gelesen, dass eine 120-Stunden-Arbeitswoche für Sie keine Seltenheit ist. Ist das übertrieben? Wenn es stimmt, was treibt Sie an? Und wie können Sie dabei noch entspannen? Und vor allem wann?

Da mir all der Quatsch, den ich veranstalte gewaltigen Spaß macht, hält sich mein Entspannungs-Bedürfnis in Grenzen. Und wenn ich mal Zeit habe gehe ich Surfen.

Sie haben die deutsche und die amerikanische Staatsbürgerschaft und verbringen Monate an Ihrem Wohnsitz in Kalifornien und Monate an Ihrem deutschen Wohnsitz am Ammersee in Bayern. Wo fühlen Sie sich zuhause?

Ich wohne arbeitsbedingt hauptsächlich in Hotels. In Kalifornien schreibe, recherchiere und surfe ich, in München mache ich mit meinen Freunden und Partnern die Dokus.

Ich fand das ganz spannend, wie Sie im Buch auf Wörter wie Querdenker oder Schadenfreude eingehen. Das Wort quer ist in der deutschen Sprache eher negativ behaftet: Querelen, Querschießen, in die Quere kommen, verquer, sich querstellen. Auf Englisch heißt Querdenken interessanterweise „to think outside of the box“. Was Tolles also! Und Schadenfreude gibt es als Wort gleich gar nicht. Da muss man im Englischen und Amerikanischen richtig ausholen: „The feeling of enjoyment that comes from seeing or hearing about the troubles of other people“ oder kürzer „Joy obtained from the failure or misery of others“. Ihre Schlussfolgerung als Deutscher und als Amerikaner?

Locker machen. Ignorieren was „man“ tun, denken, sagen sollte. Und wenn überhaupt, Neid und andere hässliche Gedanken als Ansporn benutzen, nicht um andere zu kritisieren oder niederzumachen.

Sie hinterfragen in Ihrem Buch auch, warum Begriffe wie „Lebenskünstler“ und „Gutmenschen“ in Deutschland fast als Schimpfwort benutzt werden. Ist das in Amerika auch so?

Nein. Dort schimpft man über „jerks“ oder „assholes“, nicht über „good people“. Dass die Amis trotzdem einen „jerk“, ein „asshole“ zum Präsidenten gemacht haben ist und bleibt ein Schock für mich.

Im ZDF-Talk „Volle Kanne“ sagten Sie vor kurzem: „Wir werden auch diesen Idioten überleben“. Da sprachen Sie auch über das fortschrittliche Amerika der beiden Küstenstriche und über die Anhänger Trumps aus dem Bible Belt in der Mitte Amerikas. Dort sei das Bildungsniveau niedriger und der Zugang zu Bildung schwer und teuer. Das wird sich aber ja nicht so schnell ändern lassen. Wie ist Ihre Prognose, wie das in den USA weitergehen wird?

Wir werden hoffentlich Herrn Trump genauso überleben wie seinerzeit acht Jahre G.W. Bush. Was Millionen von Irakern, Syrern, Afghanen tragischer Weise nicht von sich behaupten können. Und spätestens nach vier Jahren einer miserablen Präsidentschaft werden die Amerikaner genau wie nach Bush aufwachen und klüger wählen.

Vier Jahre sind eine lange Zeit. Da drücke ich uns allen zwischenzeitlich ganz fest die Daumen. Aber nochmal zurück zu Deutschland. Sie hinterfragen in Ihrem Buch, warum in keinem Land der Welt mehr Versicherungspolicen verkauft werden als in Deutschland, obwohl es hier vergleichsweise sicher zugeht und auch verheerende Naturereignisse wie Vulkanausbrüche, Tornados oder Überschwemmungen eher selten sind. Ich persönlich stehe immer wieder ratlos vor jungen Menschen, die sich sehr lebhaft, sehr engagiert und vergleichsweise sehr oft über ihre späteren Rentenbezüge unterhalten können. Was ist da los in Deutschland?

Auf Englisch nennt man das tatsächlich „german angst“. Es muss mit unserer Geschichte zu tun haben, mit der Tatsache dass Deutschland nie eine reise- und abenteuerlustige Kolonialmacht war. Und vermutlich auch damit, dass wir innerhalb eines halben Jahrhunderts und nach zwei Weltkriegen zweimal in Schutt und Asche versunken sind und quasi von Null anfangen mussten.

Auf der anderen Seite ging 2015 durch Deutschland eine Welle der Hilfsbereitschaft: eine welt-weit wohl ziemlich einmalige Offenheit und Gastfreundschaft für Menschen in Not. Das wirklich schöne Wort „Willkommenskultur“ umschreibt das perfekt. Im Hintergrund sind auch heute noch viele tausend Ehrenamtliche engagiert, den Angekommenen bei der Integration zu helfen. Es gibt also auch diese Seite bei den Deutschen. Was schätzen Sie persönlich denn an Deutschland ganz besonders?

Genau das. Die Hilfsbereitschaft. Das Ärmel hochkrempeln und Anpacken. Die Effizienz dabei. Die Großzügigkeit. Und auch wenn es spießig klingt, unsere Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit finde ich unbezahlbar.

Und was schätzen Sie an Amerika? Gibt es etwas, was Sie von den Amerikanern lernen und gerne übernehmen würden?

Ihren Optimismus, ihren unerschütterlichen Glauben ans Happy End. Und ihre Höflichkeit und Freundlichkeit im alltäglichen Umgang miteinander.

Sie engagieren sich entweder persönlich, als Schirmherr, als Mentor oder als finanzieller Unterstützer bei einer großen Zahl von Initiativen und Organisationen. Und Sie haben sicher ständig eine große Zahl von Anfragen nach noch mehr Engagement. Wie wählen Sie aus? Worauf legen Sie Wert?

Nach Glaubwürdigkeit und Bauchgefühl. Meistens merkt man schnell ob es um „Greenwash“ oder reines PR-Aufhübschen geht. Wenn Tierschützer anfragen, frage ich als erstes, ob sie Fleisch essen. Wenn die Antwort „ja“ lautet sage ich ab. Grundsätzlich schaue ich mir mit meinem Management alles an, was mit Umwelt, Menschenrechten, Bildung und Nachhaltigkeit zu tun hat.

Die Messlatte für Tier-Dokumentationen, sagen Sie, liege hoch. Die BBC habe da seit Jahrzehnten die Standards gesetzt. Gibt es für Sie auch deutsche Vorbilder?

Natürlich. Ich bin mit Grzimek, Hans Hass und Sielmann aufgewachsen. Und heute halte ich z.B. den Dokumentarfilmer Manfred Karremann vom ZDF für ein absolutes Vorbild.

Jetzt engagieren Sie sich für Fair Trade. Sie haben an einer fünfteiligen ZDF-ARTE-Doku-Reihe „Fair Handeln“ mitgewirkt. Ist Fair Trade wirklich eine echte Alternative für die Dritte Welt? Ich habe immer den Eindruck, das könne nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Dann sollten Sie mal mit den Bauern in Afrika, Südamerika und Asien sprechen, die innerhalb des Fairtrade-Systems arbeiten und produzieren. Der Unterschied zwischen ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen und denen in konventioneller Produktion ist weitaus krasser als ich dachte, bevor ich diese Arte-Reihe gemacht habe.

Was sind Ihre nächsten Themen? Eine Dokumentation über die katastrophalen Zustände in der Nutztierhaltung?

Das wäre ein hervorragendes Thema, das wir auch seit Jahren mit unseren Redakteuren diskutieren. Einer der Gründe, war-um wir noch keinen Film zu diesem Thema gedreht haben, ist besagter Manfred Karremann, der fürs ZDF bereits großartige Filme darüber gemacht hat.

Zum Schluss noch zwei persönliche Fragen. In einer Gesprächsrunde haben Sie einmal erzählt, dass Ihre Mutter Ihnen und Ihren Geschwistern einen – heute fast schon exotischen aber natürlich wundervollen – Rat mit auf den Lebensweg gegeben hat: „Macht, was euch glücklich macht.“ Haben Sie das geschafft? Sind Sie ein glücklicher Mensch?

Oh ja. Sonst würde ich sofort was anderes machen. Und meine Mutter wäre unglücklich, und das ist so ziemlich das letzte was wir drei Geschwister zulassen würden.

Und über Ihre Großmutter und Heldin Nonna schreiben Sie, dass sie überaus großzügig war, viel lachte und fest davon überzeugt war, dass man nichts, was wirklich glücklich macht, mit Geld kaufen kann. „Wenn Du es richtig machst, kommt all das Geld, das Du zum Fenster rauswirfst, durch die Tür wieder rein.“ Aus Ihrem Buch weiß ich: „Als sie 1988 starb, bestand ihr Vermögen aus exakt 1.100 DM, eine wunderbare Lektion für ihre zehn Enkel, die jeder 110 DM und ein bisschen Nippes erbten.“ Das würde heute, befürchte ich, nicht als erstrebenswerte Lebensbilanz durchgehen.

Das sollte es aber. Meine Oma war chronisch gut gelaunt, ein absoluter Genussmensch und ist überaus übergewichtig und zufrieden im Alter von 93 von uns gegangen. Klüger als sie kann man nicht leben.

Wenn das kein schöner Schlusssatz ist! Danke, Herr Jaenicke.

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