Biografien

Frauen!

Aus: fachbuchjournal Ausgabe 5/2018

JANE AUSTEN

LILLIAN BASSMAN

INGRID BERGMAN

MARLENE DIETRICH

MARIE VON EBNER-ESCHENBACH 

LOTTE LASERSTEIN

SELMA LAGERLÖF 

MARIA LASSNIG

FRIDA LEIDER

ASTRID LINDGREN

MARIA NETTER

GABRIELE REUTER

CHARLOTTE SALOMON

KÄTE SCHALLER – HÄRLIN

Rebecca Ehrenwirth, Nina Lieke: By a Lady. Das Leben der Jane Austen. Darmstadt: Lambert Schneider Verl., 2017. 223 S. ISBN 978-3-650-40182-3 € 24.95

Mit der Autorinnenschaft By a Lady erscheinen von 1811 bis 1817 sechs Romane, u.a. „Verstand und Gefühl“, „Stolz und Vorurteil“, „Mansfield Park“ und „Emma“. Das Werk dieser Lady ist zahlenmäßig nicht groß, aber bedeutend, ja sogar unsterblich. Weltweit kennt sie heute fast jeder, sie gilt als die eine der größten englischsprachigen Autorinnen: Jane Austen (1775 -1817). Sie wächst in einem Pfarrhaus in einer kinderreichen glücklichen Familie in der südenglischen Grafschaft Hampshire auf, beginnt mit 17 Jahren zu schreiben und verfasst in sehr kurzer Zeit vier Romane. Es folgen mehrere Umzüge, zuletzt lebt sie zurückgezogen in einem kleinen Landhaus in Chawton und schreibt oder überarbeitet alle ihre Romane. 1817 erkrankt sie schwer und stirbt im Juli im Alter von nur 41 Jahren, beigesetzt wird sie in der Kathedrale von Winchester.

Ehrenwirt und Lieke legen eine informative Biographie mit umfassenden Analysen der Werke vor.

„Drei oder vier Familien in einem Dorf auf dem Land, darauf muss man sich konzentrieren“ (S. 74). Nach dieser einfachen, von Jane Austen in einem Brief selbst formulierten Formel, entstehen alle sechs Romane. Die handelnden Personen in diesen klug, spannend, unterhaltsam und witzig, aber auch spöttisch geschriebenen Romanen entstammen wie ihre Eltern der Landed Gentry in Südengland. Es sind komplexe Persönlichkeiten mit Standesdünkel und Eitelkeit, mit all ihren Fehlern und Leiden und Lieben und deshalb überzeugen sie. Besonders bei den Nebenfiguren findet sich eine feine verborgene Kritik an der englischen Gesellschaft. „Jane Austen als scharfzüngige, spitzfedrige Satirikerin, als stille, unbeirrbare Kritikerin der Gesellschaft, in der sie sich bewegte, und nicht zuletzt auch als Frau, der ebendiese Gesellschaft verbot, ihr ganzes Potential selbst zu erkennen und dafür kompromisslos einzustehen.“ (S. 8-9) Die Frauenfiguren sind für die damalige Zeit ungewöhnlich starke und eigenständige Charaktere. Heute sind die Romane von Jane Austen Klassiker der englischen Literatur, es gibt zahlreiche Übersetzungen, Umschreibungen, Adaptionen und Fortsetzungen, Neuinterpretationen, und sie liefern die Vorlagen für fast 50 Filme. Diese Frau ist ein Phänomen, warum, kann man nach der Lektüre dieser Biographie verstehen. Und die Zahl ihrer Anhänger ist weltweit im Steigen begriffen. Damit nimmt sie einen großen Einfluss auf die Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Jane Austen ist in der Popkultur angekommen.

 

Julia Ryff: Lillian Bassman (1917- 2012). Leben und Werk. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verl., 2016. 282 S. (Studien zur Kunst. 33) ISBN 978-3-412-50167-9 € 45.00

Boris Friedewald ordnet in seinem Buch „Meisterinnen des Lichts“ (Rez. in fachbuchjournal 8 (2016) 3, S. 52-53) Lillian Bassman in die Reihe großer Fotografinnen ein, es ist eine erste umfangreichere Würdigung in deutscher Sprache. Nun erscheint die erste Monografie.

Lillian Bassman (1917- 2012), Tochter immigrierter russischer Juden aus New York, studiert Grafikdesign an der Textile High School in Manhattan. Dort lernt sie den Fotografen Paul Himmel (1914- 2009) kennen, sie heiraten 1938, ihre Tochter wird ebenfalls Fotografin, ihr Sohn Chefredakteur des Kunstverlages Abrams Books. Sie bleiben 71 Jahre zusammen, bis zu seinem Tod.

1941 wird Bassman Assistentin von Alexey Brodovitch bei Harper`s Bazaar, 1945 mit ihm Art Director bei Junior Bazaar – und das in einer Männerdomäne! Hier fördert sie die Karriere zahlreicher Fotografen wie Richard Avedon und Arnold Newman. Sie beginnt zu fotografieren und wird die kommerzielle Modefotografin. Sie veröffentlicht ihre Werke zwischen 1950 und 1965 vorwiegend in Harper`s Bazaar, unterbricht diese Karriere Anfang der 70er Jahre, entwirft eine eigene Modekollektion und unterrichtet Fotografie an der Parsons The New School of Design. Erst Mitte der 1990er Jahre beginnt sie erneut Mode zu fotografieren, mit großem Erfolg, zu ihren Auftraggebern zählen die Vogue und die New York Times. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, denn Bassmans Werk habe „im wissenschaftlichen Kontext bislang keine systematische Beachtung erfahren“ (S. 9), ihr „künstlerisches Gesamtwerk umfasst sowohl ein weites Themenfeld als auch unterschiedliche Kunstgattungen. Den Ursprung des Œuvres bilden Layouts, Titelblätter und Collagen, dann komprimiert es sich – neben einer kleinen Modekollektion – im Fotografischen“. (S. 7-8) Der Großteil des Œuvres besteht aus Modefotografien. „Neben des Besonderheiten der Werke Bassmans, ihrer Technik, Ästhetik und Geschichte, werden auch die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, in die sie eingebunden waren und aus denen heraus sie entstanden, behandelt.“ (S. 10) Die Texte werden durch ein umfassendes Literatur- und Ausstellungsverzeichnis, 821 Fußnoten (!) und einen großartigen Bildteil bestens ergänzt.

Eine interessante, umfassende Arbeit vieler Jahre für alle, die sich mit Leben und Werk von Bassman beschäftigen.

 

Thilo Wydra: Ingrid Bergman. Ein Leben. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2017. 751 S. ISBN 978-3-421-04673-4 € 26.99

Von den 751 Seiten 663 Seiten Text und Abbildungen und 88 Seiten Anhang mit Anmerkungen, Zeittafel, Filmographie, Bibliographie, Personenregister, Filmtitelregister, dazu der unspektakuläre Titel Ingrid Bergman. Ein Leben – die erste umfassende und aus den Quellen erarbeitete Biographie über Ingrid Bergman (1915 -1982), eine der bedeutendsten und populärsten Schauspielerinnen der Filmgeschichte. Die Quellen des Autors sind vorrangig intensive, ausführliche Gespräche mit den Kindern Pia, Ingrid Isotta und Isabella und dem Stiefsohn Renzo Rossellini und mit Weggefährten und der 187 Kisten umfassende nicht-öffentliche Nachlass, zu dem Wydra uneingeschränkten Zugang hat (darunter Briefe, Fotografien, Tagebücher, Scrapbooks, Engagement Books – sie „sammelt und notiert und archiviert – noch in den letzten Wochen vor ihrem Tod“, S. 43). Das macht diese Biographie besonders wertvoll, ja einmalig. Die vielen Informationen wer den umgesetzt in eine spannend geschriebene Chronologie zu Leben und Werk von Ingrid Bergman – ihre Lebensstationen, ihre Ehen, ihre Beziehungen und natürlich ihre Filme. „Da ist einerseits ihre Geradlinigkeit, ihre Natürlichkeit, ihre Bescheidenheit. Ihr Frohsinn und ihr lautes Lachen. Auch ihr Geerdet-Sein, ihre Bodenständigkeit, ihr Familiensinn. Und ihre eiserne, beinahe preußisch-deutsche Disziplin. Ihre Entschlossenheit … Und da ist andererseits ihre nahezu obsessive Abhängigkeit von der Arbeit, vom Spielen, ihr vehementes zielbewusstes Vorantreiben der Karriere … Ihre Unnahbarkeit, ihre Gebrochenheit. Ihre ausgeprägte Scheu vor Menschen und ihre Angst. Und ihre tiefe, teils unerfüllte Liebessehnsucht … Es ist die Ambivalenz und die Vielschichtigkeit der Ingrid Bergman … Der Mensch hinter dem Mythos – auch davon erzählt Ein Leben.“ (S. 14-15)

Eine Kurzfassung ihres Lebens und Wirkens: Ingrid Bergman wird als Tochter der Deutschen Friedel Adler und des Schweden Justus Samuel Bergman geboren, die Mutter stirbt 1918, der Vater 1929, sie lebt danach bei Verwandten in Schweden, die Sommerferien verbringt sie in Hamburg. Sie besucht die Schauspielschule des Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm, heiratet 1937 den Zahnarzt Petter Lindström. Ihre Filmkarriere beginnt 1934 in Schweden, setzt sich nach einem Abstecher in Deutschland 1938 in den USA fort. Dort begeistert sie das Publikum durch ihre Natürlichkeit und ihr Können und dreht bedeutende Filme wie Casablanca, Gaslight und Johanna von Orleans, ihre lebenslange Traumrolle. 1949 engagiert sie Roberto Rossellini für den Film Stromboli, mit Folgen, denn ihre Liebesbeziehung löst einen großen Skandal in den USA aus. Sie heiraten, aus der Ehe gehen drei gemeinsame Kinder hervor. Sie drehen sieben Filme miteinander, die allerdings bei der Kritik durchfallen. Die Ehe wird 1957 geschieden, ein Jahr später heiratet Ingrid Bergman den schwedischen Produzenten Lars Schmidt, die Ehe hält bis 1975. 1956 feiert sie mit Anastasia die Wiederauferstehung in den USA, späte Filme sind u.a. Mord im Orient-Express, Herbstsonate und Golda Meir, ihr letzter Film 1982, denn sie stirbt an ihrem 67. Geburtstag nach achtjährigem Kampf gegen den Krebs. Im Laufe ihrer Karriere wird sie dreimal mit dem Oscar ausgezeichnet.

Dieses minutiös recherchierte Standardwerk zu Ingrid Bergman ist in jeder Hinsicht vorbildlich – vom Schutzumschlag, dem roten Leineneinband und roten Lesebändchen und dem klaren Druckbild über die Texte und Fotos bis zur Erschließung.

 

Eva Gesine Baur: Einsame Klasse. Das Leben der Marlene Dietrich. München: Verlag C.H. Beck, 2017. 576 S. ISBN 978-3-406-70569-4 € 24.95

Was wissen wir über Marlene Dietrich (1901 -1992)? Es ist viel publiziert über ihre frühen Jahre, über den Anfang ihrer Karriere, über ihre Filme von „Der blaue Engel“ über „Der große Bluff“ bis „Das Urteil von Nürnberg“, aber auch über ihre Emigration und Wiederkehr nach Europa als Betreuerin der USAStreitkräfte und über ihre zweite Karriere nach 1945, auch über den Hass, der ihr in Deutschland entgegenschlägt und ihre zunehmende Einsamkeit. Marlene Dietrich ein Mythos? Die bisher erschienenen Biographien können die Frage Wer ist der Mensch hinter dem Mythos? nur teilweise beantworten. Jetzt schreibt Eva Gesine Baur eine beeindruckende Biographie mit dem bezeichnenden Titel Einsame Klasse, und sie wird ein großer Erfolg. Ihr Credo: Begreifen kann man das Leben der Marlene Dietrich nur, wenn man die Einsamkeit als eine Art Markenzeichen anerkennt. Sie arbeitet dazu m.E. drei Komponenten heraus: die Außergewöhnlichkeit, die Zweifelsucht und der Perfektionismus.

Marlene Dietrich ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Konventionen lässt sie nicht gelten. Sie provoziert und wird damit zur Projektionsfläche für die Wünsche von Frauen, sie wird zum Hollywoodstar voller Widersprüche, Kompromisse und Modernität. In den USA ist es verpönt, dass Frauen Hosen tragen, sie zieht solche an, ein Hollywoodstar lebt ohne Kind, sie holt ihr Kind nach. Auch in ihren Filmen lebt sie diese Modernität vor und provoziert damit: in „Der blaue Engel“ verkörpert sie die angebetete Femme fatale, in „Marokko“ trägt sie Smoking und küsst eine Frau. In Europa widersteht sie der Begehrlichkeit der Nationalsozialisten bei früher Abneigung gegen deren Politik („Jungs opfert euch nicht. Der Krieg ist doch Scheiße, Hitler ist ein Idiot.“, S. 298) und kehrt aus den USA mit den Soldaten als Truppenbetreuerin zurück, in Deutschland wird sie deshalb als Volksverräterin beschimpft. Eine Feministin will sie nicht sein, ist sie aber wohl doch.

Marlene Dietrichs Leben ist ein Leben voller Zweifel. Sie zweifelt trotz großer Erfolge an ihren schauspielerischen Fähigkeiten, sie bezeichnet sich trotz ihrer Attraktivität als nicht schön, sie fühlt sich unverstanden und lebt zurückgezogen, sie klagt über Einsamkeit, und die Einsamkeit wächst. Marlene Dietrich gilt als Perfektionistin, entstanden aus ihrer Unsicherheit heraus. Dieser extreme Perfektionismus zielt immer darauf ab, das perfekte Bild nicht zu beschädigen, auch und besonders in Alter und bei Gebrechlichkeit. Deshalb zieht sie sich für die letzten elf Lebensjahre in ihre Pariser Wohnung zurück. Weder ihre Tochter Maria River noch die große Anzahl ihrer Liebhaber und Bewunderer wie Ernest Hemingway, Erich Maria Remarque, Gary Cooper, Jean Gabin und Yul Brunner können sie aus dieser Einsamkeit befreien.

Marlene Dietrich eine Diva? Unerreichbar, unvergleichlich, empfindlich, exzentrisch, einzigartig, die ihr zugedachte Rolle zelebrierend? Ja, aber Gesine Baur schaut hinter die Fassaden und beschert uns eine andere Sicht auf Marlene Dietrich als wir es gewohnt sind. Auch die Umschlagabbildung „Marlene Dietrich 1943“ passt perfekt zum Buch.

Eine eindrucksvolle, sehr gut zu lesende Biographie; zugleich ein Panorama der politischen und kulturellen Geschichte fast eines ganzen Jahrhunderts ist.

 

Daniela Strigl: Berühmt sein ist nichts. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie. Salzburg, Wien: Residenz Verl., 2016. 439 S. ISBN 978-3-7017-3340-8 € 26.90

 

 

Ruth Klüger: Marie von Ebner-Eschenbach. Anwältin der Unterdrückten. Wien: mandelbaum verlag, 2016. 55 S. ISBN 978-3-85476-521-9 € 9.90

 

Marie von Ebner-Eschenbach, Josephine von Knorr: Briefwechsel 1851 1908. Kritische und kommentierte Ausgabe. / Hrsg. Ulrike Tanzer, Irene Fußl, Lina Maria Zangerl, Gabriele Radecke. Band 1: Texte. Mit Marie von Ebner-Eschenbachs Studie „Carl I. von England und die hervorragenden Charactere seiner Zeit“ (1854). Band 2: Kommentar. Berlin, Boston: de Gruyter, 2016. ISBN 978-3-05-005907-5 € 299.00

Der 100. Todestag ist willkommener Anlass für eine Wiederentdeckung von Marie von Ebner-Eschenbach (1830 -1916). 1830 als Tochter des Barons Franz Dubský auf Schloss Zdislawitz in Mähren geboren, ist sie mit 14 Jahren entschlossen, „entweder nicht zu leben oder die größte Schriftstellerin aller Völker und Zeiten zu werden.“ (S. 15). Sie genießt frühzeitig eine umfassende Bildung, auch von ihrem 15 Jahre älteren Cousin Moritz von Ebner-Eschenbach, den sie mit 18 Jahren heiratet. 20 Jahre lang versucht sich Marie wenig erfolgreich als Dramatikerin, ehe sie sich 1876 der Prosa zuwendet und mit zahlreichen Erzählungen, u.a. der Sammlung „Dorf- und Schlossgeschichten“ und der Hundenovelle „Krambambuli“ und den Aphorismen die berühmteste deutschsprachige Autorin des 19. Jahrhunderts wird.

Fast einhundert Jahre nach Anton Bettelheim (1920) erscheint mit Daniela Strigls Berühmt sein ist nichts eine neue, eine große Biographie, umfassend recherchiert und brillant geschrieben. Damit erweckt sie Ebner-Eschenbach zu neuem Leben. Sie geht auf den Familienhintergrund ein, schildert ihren Kampf um Anerkennung und Unterstützung schon im engeren Familienkreis, sie zeigt ihre Rückschläge und schmerzlichen Enttäuschungen als Dramatikerin und schließlich die erfolgreiche schier nicht enden wollende Karriere: „eine Zerrissene zwischen den Epochen, den politischen und den literarischen Strömungen: Sie sympathisierte mit der bürgerlichen Revolution und war erschrocken über ihre Brutalität, sie wünschte sich konstitutionelle Reformen und hielt an der Monarchie fest, sie kritisierte den Adel scharf und glaubte an seine noble Bestimmung. Sie schrieb sozialkritische Texte und stand bei den Führern der Sozialdemokratie in hohem

Ansehen, doch mit dem Sozialismus wollte sie nichts zu tun haben. Sie war nicht fromm, aber religiös und dachte antiklerikal. Sie unterstützte die Kämpferinnen für die Frauenemanzipation, doch bekannte sie sich nicht öffentlich zu ihnen“ (S. 14), kämpft gegen Elend und Ungerechtigkeit und tritt ohne zu zögern einem Verein zur Abwehr des Antisemitismus bei. 1898 wird Marie von Ebner-Eschenbach mit dem höchsten zivilen Orden Österreichs, dem Ehrenkreuz für Kunst und Literatur, ausgezeichnet, 1900 verleiht ihr die Philosophische Fakultät der Universität Wien als erster Frau das Ehrendoktorat.

Seit 2014 beauftragt die Kulturabteilung der Stadt Wien eine Wiener Autorin, eine Rede zu Ehren einer bedeutenden Wiener Schriftstellerin zu halten. 2016 ist dies Ruth Klüger zum 100. Todestag von Marie von Ebner-Eschenbach. Beim Publikum, so die Festrednerin, gilt Ebner-Eschenbach als „sentimental und verzopft“ (S. 16) und wird in der akademischen Germanistik kaum wahrgenommen, und sie hofft, mit ihrem Beitrag zu einer Wiederentdeckung der Vorzüge ihrer erzählenden Prosa beitragen zu können. „Ich möchte hier vor allem über ihre Darstellung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung sprechen und ihre Anteilnahme an den Geschädigten, sowohl die, die sich wehren wie die, die sich nicht wehren können.“ (S. 16) Das gelingt Ruth Klüger glänzend – eine wunderbare Einführung in Leben und Werk von Ebner-Eschenbach, ganz im Sinne von Daniela Strigl.

Erstmals der Forschung zugänglich in einer höchsten Ansprüchen genügenden Edition ist Marie von Ebner-Eschenbach, Josephine von Knorr: Briefwechsel 1851-1908. Josefine Freiin von Knorr (1827- 1908) verfügt schon in frühester Jugend über eine außergewöhnlich umfangreiche Allgemeinbildung. Nach dem Tod ihrer Eltern lebt sie an wechselnden Orten, ehe sie in Paris eine zweite Heimat findet. Sie ist eine namhafte Dichterin und überträgt Versdichtungen aus dem Englischen, Französischen und Italienischen, bekannt werden auch ihre Aphorismen. Die über 500 Briefe aus über einem halben Jahrhundert sind Dokumente einer lebenslangen Beziehung der beiden Freundinnen in unterschiedlicher Intensität. Da die Editionslage der Werke und Schriften Ebner-Eschenbachs nach wie vor unbefriedigend ist und überwiegende Teile ihrer weitläufigen Korrespondenz noch nicht publiziert sind, kommt diesem Briefwechsel eine besondere Bedeutung zu. Neue Erkenntnisse finden sich zu verschiedenen Themen wie Auskünfte über zahlreiche Schreibprojekte (bei Beiden), Beeinflussung von Leben und Werk durch Familienmitglieder, Mentoren und Freunden (bei Beiden), Pflege des Familienverbundes (bei Ebner-Eschenbach), Affinität zu hochgestellten Persönlichkeiten und zu Prominenten (bei Knorr), umfangreiche Netzwerke (insbesondere bei Knorr), Salons im künstlerisch-intellektuellen Feld Wiens (Iduna Laubes Literatursalon, der Salon Auguste von Littrow-Bischoff für die Positionierung Ebner-Eschenbachs). Eine wichtige Edition, der hoffentlich weitere folgen.

 

Holger Wolandt: Selma Lagerlöf. Värmland und die Welt. Eine Biographie. Stuttgart: Verlag Urachhaus, 2015. 320 S. ISBN 978-3-8251-7913-7 € 22.90

 

Thomas Steinfeld: Selma Lagerlöf. München: Deutscher Kunstverl., 2015. 79 S. (Leben in Bildern) ISBN 978-3-422-07320-3 € 19.90

Auch Selma Lagerlöf (1858 -1940) wird fast einhundert Jahre nach einer ersten Biographie von Walter A. Berendsohn erstmals umfassend gewürdigt. Holger Wolandt erzählt Leben und Werkgeschichte auf der Grundlage ihrer Werke und zahlreicher neuer Quellen, Thomas Steinfeld, der Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden neu übersetzt hat, wählt einen anderen Ansatz in der Reihe Leben in Bildern und führt für einen breiten Leserkreis bildgewaltig in Leben und Werk ein.

Wolandt entdeckt die Schriftstellerin in Selma Lagerlöf. Värmland und die Welt auf der Grundlage der privaten Korrespondenz neu. Er will mithilfe des überaus reichhaltigen Materials „einen neuen, frischen Blick auf die Autorin … versuchen, der den Menschen hinter dem >Nationalmonument< fokussiert.“ (S. 12) Das ist ihm gelungen, es geht weit über die bisherige Interpretation ihrer Werke hinaus.

Selma Lagerlöf wird 1850 als Tochter des Gutsbesitzers Erik Gustaf Lagerlöf auf dem Gut Mårbacka in der entlegenen mittelschwedischen Provinz Värmland geboren. Ihre Mutter stammt aus einer vermögenden Kaufmannsfamilie, aus der das Gut Mårbacka stammt, das in Leben und Werk von Selma eine große Rolle spielt. Die wirtschaftliche Lage der Familie verschlechterte sich, so dass 1890, der Vater stirbt 1885, Mårbacka verkauft werden muss. Ein Rückkauf von Gutshaus und umgebendem Land erfolgt zwischen 1908 und 1914. Doch der Reihe nach. Selma studiert in Stockholm am Königlichen Höheren Lehrerinnenseminar und arbeitet bis 1895 in Landskrona am Öresund als Volksschullehrerin. Während dieser Zeit schreibt sie ihren ersten Roman Gösta Berlings Saga, heute eines der am meisten gelesenen schwedischen Bücher. 1896 wird Selma freie Schriftstellerin. Sie beschäftigt sich mit zahlreichen religiösen und mit ihrer värmländischen Heimat verbundenen Themen in Form von Romanen, Kurzgeschichten, Erzählungen, Legenden und Kinderbüchern. Damit etabliert sie sich „in einer männerdominierten Welt – alle Verleger und wichtigen Literaturkritiker waren Männer“ (S. 12).

Wolandt berichtet auch über Selmas soziales und politisches Engagement. Sie kämpft für die Emanzipation der Frau, insbesondere das Frauenwahlrecht. Bezeichnend dafür ist ihre Rede auf dem Internationalen Frauenwahlrechtskongress in Stockholm 1911 (S. 197-199). Seit 1914 kämpft sie für Frieden und Pazifismus, seit 1933 hilft sie in einem Komitee zur Rettung jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland. 1907 verleiht ihr die Universität Uppsala die Ehrendoktorwürde, 1909 erhält sie als erste Frau den Nobelpreis für Literatur, 1914 wird sie als erstes weibliches Mitglied in die Schwedische Akademie berufen, 1929 erhält sie die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald.

Eine innige Freundschaft verbindet Selma mit der Schriftstellerin Sophie Elkan, mit der sie viele Reisen unternimmt, und der Studienrätin Valburg Olander, die ihr im Arbeitsalltag beisteht – eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die erst mit dem Tod Elkans 1924 zu Ende geht. Die Vertraute ihrer späten Jahre wird Freiherrin Henriette Coyet.

Ein großartiges Buch über eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Schwedens. Der Text wird ergänzt durch eine Kurzbiographie, zahlreiche Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis und Schwarz-Weiß-Fotos, leider fehlt ein Personenregister. Steinfelds Selma Lagerlöf erscheint in der verdienstvollen Reihe Leben in Bildern großformatig, reich bebildert. Auf 80 Seiten mit 65 Schwarz-Weiß- und Duplex-Abbildungen wer den Leben und Werk in allen Facetten kurz und bündig dargestellt, ergänzt um eine Zeittafel, eine Auswahlbibliographie und einen Bildnachweis. Ein sehr guter Einsteig! Beide Bücher ergänzen sich hervorragend.

 

Anne-Carola Krausse: Lotte Laserstein. Meine einzige Wirklichkeit. Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2018. 248 S. ISBN 978-3-422-07454-5 € 29.90

Lotte Laserstein (1898-1993) gehört zumindest seit Erscheinen der ersten Auflage dieser Biographie von Anne-Carola Krause aus dem Jahr 2003 nicht mehr zu den unbekannten Malerinnen. „Angesichts des anhaltenden Interesses“ (S. 7) liegt nun eine zweite, leicht veränderte Ausgabe vor. – Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Es finden zahlreiche Retrospektiven statt. Seit 2010 ist die Nationalgalerie Berlin im Besitz des Gemäldes Abend über Potsdam (1930), m.E. das Hauptwerk der Künstlerin, 2014 erwirbt das Frankfurter Städel Museum das Gemälde Russisches Mädchen mit Puderdose (1928). Und es gibt einige interessante Veröffentlichungen, in denen Laserstein gewürdigt wird, wie Zweisamkeiten. 12 außergewöhnliche Paare in Berlin (2016, Rez. in: fachbuchjournal 9 (2017) 5, S. 50), ein Paarbuch mit 12 Protagonistinnen mit ihren realen und fiktiven Partnerinnen und Partnern, mit Lotte Laserstein und der Schauspielerin und Lebensgefährtin Traute Rose; oder Salondamen und Frauenzimmer. Selbstemanzipation deutsch-jüdischer Frauen in zwei Jahrhunderten (2016, Rez. in: fachbuchjournal 8 (2016) 3, S. 47), in dessen Mittelpunkt die Veränderung der Geschlechterrollen im Judentum im Zuge der europäischen Aufklärung steht, so auch von Laserstein.

Lotte Laserstein wird 1898 in Ostpreußen in eine begüterte und künstlerisch geprägte Familie geboren. Sie schließt 1927 ihr Studium der Malerei bei Erich Wolfsfeld an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin mit Auszeichnung ab. Sie ist mit ihren 1927 bis 1933 geschaffenen Bildern eine bedeutende Vertreterin der gegenständlichen Malerei der Weimarer Republik mit Nähe zur Neuen Sachlichkeit, nachweisbar sind über 600 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken (das Œuvre umfasst mehr als 10.000 Arbeiten). Herausragende Motive sind Bilder zum Großstadtleben im modernen Berlin wie Caféhausszenen, sportive Frauen, Männer am Motorrad, weibliche Akte („monumentale Intimität, sachliche Erotik“ S. 99) sowie Selbstbildnisse und Porträts ihrer engen Freundin Traute Rose.

1937 gelingt der getauften und assimilierten Jüdin die Flucht nach Schweden, wo sie sich eine neue Existenz als Porträtistin aufbauen kann, nach Deutschland kehrt sie nie wieder zurück. Wie viele Exilanten kann sie ihre Arbeit unter den materiellen und psychisch belastenden Bedingungen nicht mehr in gleicher Qualität und Quantität fortsetzen.

Den Durchbruch zur internationalen künstlerischen Anerkennung bringen eine Londoner Ausstellung 1987 und Anne-Carola Krausse mit Kuratierungen von Ausstellungen, insbesondere der ersten in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg 2003 in Berlin, ihrer Dissertation und der vorliegenden Publikation. Letztere ist eine historisch fundierte, materialreiche aus den Quellen erarbeitete, chronologisch aufgebaute und reich illustrierte Studie – ein wichtiger Baustein zur Rolle der Frauen in der Kunst und Kultur des vergangenen Jahrhunderts.

 

Natalie Lettner: Maria Lassnig. Die Biografie. Wien: Christian Brandstätter Verl., 2017. 399 S. ISBN 978-3-85033-905-6 € 29.90

Natalie Lettner legt nach Christa Murkens Maria Lassnig. Ihr Leben und ihr malerisches Werk. Ihr kunstgeschichtliche Stellung in der Malerei des 20. Jahrhunderts von 1990 eine erste umfassende und akribisch erarbeitete Veröffentlichung über die österreichische Malerin und Medienkünstlerin unter dem schlichten Titel Maria Lassnig. Die Biografie vor. Durch die Auswertung zahlreicher Archivmaterialien, Interviews und Korrespondenzen und erstmals auch Lassnigs unveröffentlichten Tagebüchern erhalten wir in dieser hervorragenden Arbeit einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken einer unbequemen Einzelgängerin, die „als uneheliches Kind in der tiefsten österreichischen Provinz geboren wird und sich zu einer kosmopolitischen Avantgardekünstlerin entwickelt.“ (S. 6). Maria Lassnig geb. Gregorz (1919 -2014) wird in Kärnten geboren, ihre mittellose Mutter heiratet 1922 den Bäcker Jakob Lassnig. Maria wächst einsam auf, die Mutter vermittelt ihrer Tochter „ambivalente und oft abgründige Botschaften … ‚ich bin ein verbranntes Kind, ein tausendmal verbranntes Kind‘“. (S. 26-27). Sie beginnt als Kind zu malen und tut dies bis zu ihrem Lebensende. Nach Ausbildung und Arbeit als Volksschullehrerin beginnt sie 1941 ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Nach Abschluss des Studiums 1945 beginnt ein unstetes Leben mit Wechsel der Orte (Klagenfurt, Wien, Paris, New York, Berlin) und Personen. Sie fühlt sich zu jüngeren Künstlern hingezogen und lebt u.a. mit dem Maler Arnulf Rainer, dem Objekt- und Fotokünstler Padhi Frieberger und dem Schriftsteller und Kybernetiker Oswald Wiener leidenschaftlich, aber glücklos zusammen. Sie ist die Weggefährtin von Paul Celan, Louise Bourgeois und Ingeborg Bachmann, sie gehört mit anderen Künstlern zum Kreis um den Wiener Domprediger Monsignore Otto Maurer, sie hat intensive Kontakte zu den Literaten der „Wiener Gruppe“ um H.C. Artmann. Maria Lassnig „zeichnet sich durch eine extreme Form der Hochsensitivität aus“ (S. 6), immer ist sie von Selbstzweifeln geplagt.

Nach surrealistischen Anfängen gilt sie mit Arnulf Rainer als Begründerin der informellen Malerei in Österreich. Durch ihre Hochsensitivität ist sie in der Lage, intime Körperbewusstseinsbilder zu gestalten, und genau diese Bilder machen sie weltberühmt: der nackte Mensch kniend, sich umarmend, mit einem Tiger schlafend mit Pistole in der Hand … Erst 1980 kehrt sie nach Wien zurück und wird an der Hochschule für angewandte Kunst Österreichs erste Professorin für Malerei und experimentelles Gestalten, 1982 gründet sie in ihrer Meisterklasse Österreichs einziges Lehrstudio für Trickfilm.

„Mit Rosen bestreut ist Maria Lassnigs Weg nur selten. Ihre Erfolge muss sie sich hart und hartnäckig erkämpfen. Die Hindernisse sind zahlreich, angefangen von ihrem Geschlecht.“

(S. 5) Und sie wartet lange auf Anerkennung und Ruhm, der eigentlich erst mit der Rückkehr nach Wien 1980 beginnt. Sie vertritt Österreich auf der Biennale di Venezia und nimmt zweimal an der Documenta teil, es gibt eine große Retrospektive 2014 im New Yorker MoMA, es gibt Auszeichnungen, Ehrungen und Preise bis zum Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt, postum wird eine Straße in Wien nach Lassnig benannt, und es finden viele weitere Ausstellungen statt. Die 2015 gegründete Maria Lassnig Stiftung widmet sich dem umfassenden Werk und Nachlass der Künstlerin.

Eine großartige Monographie, auch optisch, u.a. ist der Vorsatz in dunkelblau gehalten, der Buchschnitt in gleicher Farbe mit textlicher Schnittverzierung im Vorderschnitt – auch dem Christian Brandstätter Verlag gebührt Dank.

 

Eva Rieger: Frida Leider. Sängerin im Zwiespalt ihrer Zeit. 2. Aufl. Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verl., 2017. 269 S. ISBN 978-3-487-08579-1 € 19.90

Die Berlinerin Frida Leider (1888 -1975), deren Karriere vor 100 Jahren beginnt, gilt bis heute als „bedeutendste dramatische Sopranistin ihrer Zeit, und da ihre Zeit weithin als bedeutendste des Wagner-Gesanges angesehen wird, als wichtigste überhaupt … Frida Leiders Gesang gehört zum kulturellen Gedächtnis.“ (S. 10-11) Leider wird weltweit mit Verdi- und Mozartrollen und als die Brünnhilde und die Isolde unter Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Erich Kleiber und Sir John Barbirolli gefeiert – in Berlin, London, Paris, Mailand, New York, Chicago und auch bei den Bayreuther Festspielen, dem späteren kulturellen Aushängeschild der Nationalsozialisten. Die „Jüdisch Versippte“ wird in Bayreuth fallen gelassen, weil ihr Ehemann, der Konzertmeister der Berliner Staatsoper Rudolf Deman (1880 -1960), österreichischer Jude ist, eine Scheidung lehnt sie ab. Deman kann 1938 fliehen. Bis 1942 steht sie noch auf Opernbühnen. Ihre „Krise fand nicht statt, weil die Stimme versagte, sondern weil sie von den politischen Ereignissen überrollt wurde und sich davon nicht erholen konnte“. (S. 13) Nach dem Krieg übernimmt sie, mit ihrem Mann wieder vereint, das Gesangsstudio der Berliner Staatsoper (1945 -1952) und wird Professorin an der Berliner Musikhochschule (19481952). Beide erhalten das Bundesverdienstkreuz, 1960 zieht sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Heute kümmert sich die Frida-Leider-Gesellschaft um ihren künstlerischen Nachlass.

1959 erscheint Leiders Autobiographie Das war mein Teil. Darin spart sie nicht nur Privates weitgehend aus, sondern auch die Jahre seit Hitlers Machtantritt. Eva Rieger schreibt nun die erste Biographie über Frida Leider, sie holt uns die Sängerin ins Gedächtnis zurück, sie versucht, sie als eine Figur der Zeitgeschichte darzustellen. Mit großer Sorgfalt führt sie umfangreiche Recherchen durch und greift auf unbekannte Quellen zurück, um komplexe Zusammenhänge zu ergründen. Die Autorin beschönigt nichts, sie zeigt die zermürbende, ausweglose Situation und den politischen Druck, der auf Frida Leider lastet. Sie bindet dieses Einzelschicksal ein in den Kulturbetrieb während des Nationalsozialismus. Es ist auch eine umfassende Analyse vom Verhältnis Hitlers zu Person, Familie und Opernwerk Wagners (in einem fast 20seitigen Exkurs Der »Führer« und die Wagnerliebe) und über Künstler im politischen Umfeld des Nationalsozialismus (in einem 14seitigen abschließenden Resümee).

So ist ein hochinteressantes, mit großem Einfühlungsvermögen geschriebenes Buch über ein beispielhaftes Künstlerschicksal im Nationalsozialismus entstanden, das viel über die infame Kulturpolitik der Nationalsozialisten aussagt. Sehr zu empfehlen!

Die Autorin weist mehrfach darauf hin, dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus auch im Bereich der Musik viel zu lange dauert. „Um diese Jahre zu verstehen, muss das Schweigen aufgebrochen werden. Dies ist schon vielfach geschehen, aber es gibt noch immer Klärungsbedarf.“ (S. 15) Frida Leiders Schicksal ist nun durch dieses Buch geklärt.

 

Jens Andersen: Astrid Lindgren. Ihr Leben. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2015. 446 S. ISBN 978-3-421-04703-8 € 26.99

 

Sybil Gräfin Schönfeldt: Astrid Lindgren. Erinnerungen an eine Jahrhundertfrau. Berlin: ebersbach & simon, 2017. 156 S. (blue notes 70) ISBN 978-3-86915-151-9 € 16.80

Wer glaubt, dass er Astrid Lindgren (1907- 2002) hinlänglich gut kennt, weil er die Kinderbücher gelesen oder vorgelesen hat, der sollte die Biographie des dänischen Nordistikers Jens Andersen Astrid Lindgren. Ihr Leben lesen, aber auch Sachkundige werden von seinen Ausführungen profitieren. Nur zur Erinnerung: Eine Frau, die nach dem Schulbesuch als Volontärin bei einer Zeitung arbeitet und schon in jungen Jahren unkonventionell lebt, die mit 19 Jahren ein (uneheliches) Kind heimlich in Kopenhagen zur Welt bringt, die in der schwedischen Buchhandelszentrale in Stockholm arbeitet, zum Königlichen Automobil-Klub wechselt, wo ihr späterer Ehemann Sture Lindgren als Bürovorsteher arbeitet. 1934 wird ihre Tochter Karin geboren. Von 1937 an arbeitet sie als Stenografin für den Kriminologen Harry Södermann, ab 1940 bis zum Kriegsende in der Abteilung für Briefzensur des schwedischen Nachrichtendienstes. Und sie schreibt, zuerst Weihnachtsgeschichten (1933), dann Kurzgeschichten (1934 -1942) und schließlich Kinderbücher (seit Mitte der 1940er Jahre), beginnend mit Geschichten über Pippi Langstrumpf. Die Liste ihrer Publikationen ist lang, bis 2007 sind es 70 Titel. Astrid Lindgren ist in Schweden eine Ikone, nicht nur der und für die Kinderliteratur, sondern sie ist eine unfehlbare Instanz und eine wichtige politische Stimme, die gegen überhöhte Steuern, Atomkraft und Kinderpornographie und für Kinderrechte und Tierrechte kämpft. Parallelen zu ihrem Werk sind sichtbar. Andersen berichtet fundiert und detailliert unter Zuhilfenahme zahlreicher Quellen aus einem riesigen bisher nicht ausgewerteten Archiv (Kriegstagebücher, ein 3000 Seiten umfassendes Konvolut von Tagebuchnotizen, Abschriften, Exzerpte im Amt gelesener Briefe und illegale Flugblätter, die Korrespondenz als Lektorin im Verlag Rabén & Sjögren, Fotos sowie 75000 Briefe, darunter mindestens 30000 Schreiben von Kindern und Jugendlichen aus 50 Ländern) und zahlreicher Gespräche mit Vertrauten wie der Tochter Karin Nyman. Viele Details aus Lindgrens Leben erscheinen so in einem neuen Licht – einiges ist bekannt, anderes ist neu eingeordnet oder unbekanntes wird hervorgehoben. Damit stellt Andersen alle bisher erschienenen Biographien in den Schatten, er erzählt die Lebens- und Werkgeschichte sehr einfühlsam, ergänzt um zahlreiche Abbildungen sowie Bibliographie zum Gesamtwerk, Quellenverzeichnis und Personenregister.

Das in Schweden als eines der besten Sachbücher ausgezeichnete Buch ist eine faszinierende Biographie. Leider verschweigt uns der Autor geflissentlich die Veröffentlichung Birgit Dankert: Astrid Lindgren. Eine lebenslange Kindheit aus dem Jahr 2013 (vgl. fachbuchjournal 7 (2015) 5, S. 101), eine deutsche Biographie mit erster umfassender Neubewertung Lindgrens.

Zum Schluss zu Sybil Gräfin Schönfeldt: Astrid Lindgren. Erinnerungen an eine Jahrhundertfrau. Die Autorin lernt Astrid Lindgren 1956 kennen und ist mit ihr bis zu deren Tod verbunden. Sie schreibt 1987 die erste deutsche Biographie, eine Neuauflage erscheint 2007, ein Dezennium später erscheint dieses schöne Taschenbuch. Das Motto: „Geblieben sind Erinnerungen, hinzugekommen neue biografische Fakten … sie hat alles durchstanden, was den Menschen in einem so langen Leben trotz aller technischen Verheißungen und Hilfen immer wieder zustößt: Glück, Leid und Verrat, Krieg und Versöhnung.“ (S. 1, 7) Ein schönes, kleines Büchlein, geschrieben im Abstand der Jahre von einer Freundin für eine Freundin. Ein fabelhafter Einstieg in Leben und Werk der Astrid Lindgren.

 

Bettina von Meyenburg-Campell, Rudolf Koella: Augenzeugin der Moderne 1945 -1975. Maria Netter. Kunstkritikerin und Fotografin. Basel: Schwabe Verl., 2015. 270 S. ISBN 978-3-7965-3487-4 € 48.00

Maria Wilhelmine Charlotte Netter (1917 -1982) stammt aus einer jüdischen Berliner Familie, der Vater ist Regierungsbaumeister, zugleich Mitbesitzer der renommierten Berliner Firma Wolf Netter & Jacobi, der weltweit größten Herstellerin von Eisen- und Stahlprodukten. Dies erlaubt den Kindern beste schulische Ausbildung. Maria konvertiert 1934 zum evangelischen Glauben, verlässt nach dem Abitur der politischen Entwicklung wegen Berlin und studiert in Basel bei Karl Barth Theologie. Das Nebenfach Kunstgeschichte wird zum Hauptfach, abgeschlossen 1943 mit einer Dissertation. Ein Jahr später wird sie persönliche Assistentin bei Georg Schmidt, dem Direktor des Kunstmuseums Basel.

Bereits als Studentin beginnt Maria zu fotografieren und zu schreiben. Sie äußert sich in großartigen Beiträgen zu aktueller Kunst und verfasst Berichte über die Moderne in den USA, Pop Art, Minimal Art und moderne Plastik. Als eine der ersten Fachjournalistinnen setzt sie sich kritisch mit dem Kunstmarkt auseinander, der in der Schweiz in den späten 1960er Jahren einen mächtigen Auftrieb erhält. Sie sucht das Gespräch mit Künstlern wie Hans Arp, Marc Chagall und Niki de Saint Phalle, Kunstvermittlern wie Georg Schmidt und Bettie Thommen und Sammlern und Sammlungen wie das Progressive Museum Basel, die Sammlung Peggy Guggenheim in Venedig und die Sammlung Ströher in Darmstadt.

Die Fotografie ist das zeitgemäße Medium der so genannten Neuen Frau. So erinnert dieses vorzügliche Buch auch an den Beginn der Beziehung Fotografie und Frau, wie dies beispielhaft in dem Buch von Unda Hörner Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen der 20er und 30er Jahre in Paris (Rez. in fachbuchjournal 5 (2013) 6, S. 64-65) beschrieben wird, die Fotografie als eine Form der Emanzipation beschreibt („Frau und Foto, das war eine ideale Paarung, die im Paris der künstlerischen Neuerungen einen äußerst fruchtbaren Nährboden fand.“ Hörner S. 13) Die Frauen entstammen fast ausnahmslos dem gehobenen, nicht selten jüdischen Bürgertum. Die Arbeit mit dem Fotoapparat ist „ein direkter Ausdruck eines bewusst gewählten Alleingangs … sie fühlten sich autonom.“ (Hörner S. 15-16)

Maria Netter ist eine einflussreiche Persönlichkeit im Basler Kunstleben und durch ihre Fotografien und Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften weit darüber hinaus bekannt und geachtet.

Es ist kaum zu fassen, dass sie wiederentdeckt werden muss. Und das geschieht mit diesem Buch in beeindruckender Weise, neben den Texten mit zahlreichen Abbildungen und Anmerkungen, leider fehlt eine Bibliographie. Das alles macht Lust auf mehr, insbesondere eine Veröffentlichung der Texte von Maria Netter.

Der Anteil der Frauen in der Kunstgeschichte ist viel höher als angenommen.

 

Annette Seemann: Gabriele Reuter. Leben und Werk einer geborenen Schriftstellerin (1859 -1941). Weimar: Weimarer Verlagsges., 2016. 192 S. ISBN 978-3-7374-0248-4 € 28.00

Gabriele Reuter (1859 -1941), zu Lebzeiten mit ihren Romanen Aus guter Familie (1895, 28 Auflagen bis 1931), Ellen von der Weiden (1900) und Der Amerikaner (1907) eine viel gelesene Autorin, ist heute fast vergessen. Sie zeichnet sich aus durch „die ungeheuer genaue Beobachtung und Zeichnung von Milieus und Personen, Orten und Stimmungen … und die Schilderung unterschiedlicher weiblicher Lebensentwürfe“ (S. 50). Das Buch von Annette Seemann ist nach der nur die Zeit bis 1895 erfassenden Autobiographie Vom Kinde zum Menschen (1921) und der biographischen Studie von Faranak AlimadadMensch (1984) die dritte Biographie über Reuter. Ihr Ziel: „Der ausgeprägten Individualität dieser bemerkenswerten Autorin, die lebenslang versuchte, die weibliche ‚condition humaine‘ abzubilden, nachzuspüren und sie … biografisch und literarisch zu würdigen“ (S. 10). Das geschieht auch mit neuen Quellen wie den Briefen Reuters an Elisabeth Förster-Nietzsche und der Einbeziehung von Gesprächen mit Nachkommen ihrer Familie. 1859 in Ägypten geboren, ihr Vater ist Großkaufmann im Textilhandel, verbringt Gabriele ihre Kindheit in Dessau und Alexandria. Nach der Rückkehr der Familie nach Deutschland 1872 stirbt der Vater, durch einen Betrugsfall verliert die Familie ihr gesamtes Vermögen. Die bittere Armut führt dazu, dass Gabriele Reuter frühzeitig ihr Schreibtalent als Verdienst quelle nutzt und selbständig wird. Die Autorin führt uns durch eine wechselnde Lebensgeschichte: Gabriele Reuter lebt an verschiedenen Orten (u.a. Neuhaldensleben, Berlin, Wien, München, Weimar, zieht 1899 für 30 Jahre nach Berlin, geht 1929 nach Weimar zurück), sie knüpft Kontakte zu zahlreichen Personen (z.B. Karl Frenzel, Hans Olden, Hermann und Elisabeth Behmer, Helene Böhlau, der Kreis um Eduard von der Hellen, Max Halbe, Käthe und Max Kruse, Samuel Fischer), sie liest die Werke von Friedrich Nietzsche, Max Stirner und Rudolf Steiner, über sie äußern sich zahlreiche Persönlichkeiten (Victor Klemperer, Thomas Mann, Helene Stöcker). Der Schriftsteller und Übersetzer Benno Rüttenauer ist der Vater des unehelichen Kindes Lili Reuter (1897 -1977), 1918 heiratet sie den späteren Professor an der staatlichen Kunstschule Plauen Johannes Maximilian Avenarius, die Ehe wird nach nur vier Jahren geschieden.

Zwischen 1888 und 1937 erscheinen 29 Romane und Novellenbände, eine autobiographische und eine familienbiographische Monographie und ein Theaterstück für Kinder, die von Annette Seemann beschrieben und bewertet werden, der Roman Aus guter Familie mit einem Drittel des Buches allerdings zu ausführlich.

Die Autorin arbeitet auch Reuters Anteil an der Frauenbildung und der Frauenselbstbestimmung heraus, die in ihren Werken „unermüdliche und essayistische Aufklärungsarbeit“ (S. 182) leistet (vgl. auch Barbara Beuys: Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich 1900-1914, Rezension. in: fachbuchjournal 7 (2015) 2, S. 30, die Gabriele Reuter durch die verschiedenen Stadien der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Ereignisse begleitet). Eine wichtige Biographie, in der leider Personen- und Werkregister fehlen.

 

Margret Greiner: Charlotte Salomon. »Es ist mein ganzes Leben«. München: Albrecht Knaus Verl., 2017. 322 S. ISBN 978-3-8135-0721-8 € 19.99

Nach den Romanbiographien über Emilie Flöge und Charlotte Berend-Corinth legt Margret Greiner eine solche über Charlotte Salomon (1917 -1943) vor: „Geboren 1917 in Berlin als Tochter des Arztes Dr. Salomon und seiner Frau Franziska, geborene Grunwald; früher Tod der Mutter, erzogen von wechselnden Kindermädchen; 1933 wegen antisemitischer Anfeindung von der Schule gegangen, 1937 die Kunsthochschule wegen antisemitischer Anfeindung verlassen, seit 1939 im Exil bei den Großeltern in Villefranche.“ (S. 42) Diese Zwischenbilanz ergänzt der Rezensent: 1940 Internierung in Gurs, Entlassung, 1941 Umzug nach Saint-Jean-Cap-Ferrat, später Nizza; Heirat 1943 mit Alexander Nagler, beide werden im gleichen Jahr verhaftet, nach Auschwitz verbracht, Charlotte wird, schwanger im fünften Monat, nach Ankunft ermordet, Alexander stirbt 1944 an den Folgen der Zwangsarbeit. Ihr malerisches Werk übergibt Charlotte ihrem Arzt Georges Moridis. Der Vater und die Charlotte sehr zugetane Stiefmutter, die berühmte Sängerin Paula Lindberg-Salomon, überleben den Krieg im Exil und holen das Werk von Charlotte aus dem Haushalt von Moridis.

Auf der Flucht malt Charlotte in nur 18 Monaten die wohl ungewöhnlichsten Werke der europäischen Kunstgeschichte – 1325 Gouachen, aus denen sie 769 Blätter im Format 32,5×25 cm auswählt, bündelt und nummeriert. Zusammen mit erläuternden Texten und Hinweisen auf Musikstücke erzählen sie unter dem Titel „Leben? Oder Theater?“ Charlottes Leben. Das Werk ist eine Kombination comicartiger, filmischer und expressionistischer Stilmittel und in seinem Aufbau einem Theaterstück vergleichbar. Eine kluge Auswahl von 24 Gouachen bilden den Einstieg in das Buch.

Charlottes Leben und Werk inspirieren Jonathan Safran Foer zu seinem Roman „Charlotte”, mehrere Regisseure zu Dokumentar- und Spielfilmen, Marc-André Dalbavie zur Oper „Charlotte Salomon“ und Michelle DiBucci zur Ballettoper „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“. „Leben? Oder Theater?“ wird in vielen Museen gezeigt.

Margret Greiner rückt in ihrer Biographie die intensiven Bilder und damit die Selbstdarstellung der Malerin Charlotte Salomon in den Mittelpunkt. Dadurch erhält der Leser einen lebendigen Eindruck vom außerordentlichen Können der Künstlerin, von ihrem Riesentalent und ihrem großen Lebenswillen. Die Autorin erzählt dies alles exzellent, ergänzt um biographische Anmerkungen, ein Literaturverzeichnis und eine Zeittafel.

 

Carla Heussler: Zwischen Avantgarde und Tradition. Die Malerin Käte Schaller-Härlin. Stuttgart: Belser Verl., 2017. 192 S. ISBN 978-3-7630-2760-6 € 34.90

Dies ist der erste umfassende Überblick über Leben und Werk von Käte Schaller-Härlin (1877 -1973), einer vorwiegend im Südwesten Deutschlands auch heute noch bekannten und anerkannten Malerin.

Käte Härlin wird 1877 in Indien als Tochter eines Missionars und einer Lehrerin geboren. Nach Deutschland zurückgekehrt, studiert sie u.a. in Stuttgart und München und geht auf Studienreisen. Sie lernt bei Matisse, trifft Hofer, entdeckt Cezanne, trifft Rilke und Rodin, studiert die Bildnisse Goyas. Dabei entdeckt sie insbesondere die Porträtkunst. Sie heiratet den Kunsthistoriker und Kunsthändler Hans Otto Schaller, der 1917 vor Ypern fällt. Sie reist und arbeitet viel, ihr Sammler wird Hugo Borst, mehrere Ausstellungen finden statt. Im Zweiten Weltkrieg wird ihr Haus in Stuttgart zerbombt, sie zieht in die Nähe von Schwäbisch Gmünd, später in die von Elsaesser erbaute Villa Schaller am Rothenberg in Stuttgart, wo sie bis zu ihrem Tode lebt.

Mit dem Wissen und der Erfahrung großer Maler erschafft sie ein vielfältiges Werk. Bekannt wird sie vor allem als gefragte Auftragsmalerin für Porträts (über 2000 Bilder, u.a. Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp, Elisabeth Mann, Martin Elsaesser), für Stilleben und für monumentale Kirchengemälde, oft in Zusammenarbeit mit Elsaesser (Wandbilder in der Gaisburger Kirche in Stuttgart, Glasfenster in der Martinskirche in Oberesslingen, Fresken der zwölf Apostel in der St.-Blasius-Kirche zu Holzelfingen, Wandbilder und Chorfenster in der Eberhardskirche in Tübingen).

Die Enkelin Ulrike Barth schreibt in einem Grußwort zu dieser Veröffentlichung: „Dass sie als Künstlerin mehr und mehr in Vergessenheit geriet, hat mich immer wieder traurig gemacht … Sie hat auf drei Gebieten Bedeutendes und Bleibendes geleistet: in der kirchlichen Kunst, in den Bereichen des Porträts und des Stillebens.“ (S. 7) Umfassend und ausführlich berichtet nun Carla Heussler über Käte Schaller-Härlin. Eine vorzügliche, reich bebilderte Würdigung einer Malerin am Rande des Vergessens.

Prof. em. Dieter Schmidmaier (ds), geb. 1938 in Leipzig, studierte Bibliothekswissenschaft und Physik an der Humboldt-Universität Berlin, war von 1967 bis 1988 Bi blio theksdirektor an der Berg aka demie Freiberg und von 1989 bis 1990 General direktor der Deutschen Staatsbibliothek Berlin. dieter.schmidmaier@schmidma.com

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