Architektur

Eine kurzlebige Institution mit Wirkung!

Aus: fachbuchjournal-Ausgabe 1/2020

Aus der Verbindung der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst und der 1915 aufgelösten Kunstgewerbeschule in Weimar wird 1919 das Staatliche Bauhaus gegründet.

1925 muss es aus politischen Gründen schließen und zieht als städtische Einrichtung Bauhaus Hochschule für Gestaltung nach Dessau um, 1932 kommt es auch hier zur Schließung. Ein Umzug nach Berlin als private Institution ist nur von kurzer Dauer, 1933 folgt das endgültige Aus durch die Nationalsozialisten.

Eine kurzlebige Institution mit Wirkung! Und das auch und besonders durch die Direktoren Walter Gropius (1919–1928), Hannes Meyer (1928–1930) und Ludwig Mies van der Rohe (1930–1933).

Wir haben in Ausgabe 3/2019 des fachbuchjournals eine Auswahl aus den vielen Publikationen vorgestellt, die im Jubiläumsjahr 2019 zu bestaunen waren. Hier folgen abschließend weitere Bücher, die über Projekte und Personen des Bauhauses Auskunft geben.

Internationale Architektur / Hrsg. Walter Gropius. Reprint der 2., veränderten Aufl. von 1927. Berlin: Gebr. Mann Verl., 2019. VI, 111 S. (Bauhausbücher Band 1) ISBN 978-3-7861-2815-1. € 59.00

Die ersten originären Schriften sind die von 1925 bis 1930 vom Bauhaus in der Herausgabe von Gropius und Moholy-­Nagy veröffentlichten 14 von geplanten 30 Titeln der Bauhausbücher. Mit dem Ausscheiden der Herausgeber und ihrer Freunde aus dem Bauhaus verlassen 1928 die treibenden Kräfte hinter den Bauhausbüchern Dessau, so dass nur noch einige der geplanten Hefte erscheinen und die Reihe dann versiegt.

Der Ausgangspunkt ist die Leistungsschau des Bauhauses 1923 im Haus Am Horn in Weimar, ihr Ziel ist die Darstellung und Erläuterung der am Bauhaus geleisteten Arbeit. Die Bauhausbücher sind wichtige historische Quellen. Seit 1971 erscheint die Reihe Neue Bauhausbücher, sie umfasst Wiederauflagen alter Titel und neue Werke aus dem Ideenkreis des Bauhauses.

In der Leistungsschau von 1923 werden in der Abteilung „Internationale Architektur“ neben Arbeiten der Architekten am Bauhaus auch Projekte der europäischen Avantgarde von Mies van der Rohe bis Le Corbusier ausgestellt. So entsteht das erste Heft der Bauhausbücher, nach Gropius „ein Bilderbuch moderner Baukunst. Es will in knapper Form Überblick über das Schaffen führender moderner Architekten der Kulturländer geben und mit der heutigen architektonischen Gestaltsentwicklung vertraut machen“. (S. 5) Winfried Nerdinger bezeichnet dieses Buch in seinem Vorwort als das neben Le Corbusiers „Vers une architecture“ aus dem Jahr 1923 „wichtigste und einflussreichste Architekturmanifest der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen“ (S. V), der Titel bedeutet „einerseits Selektion aus dem Spektrum des Bauens, andererseits Nivellierung nationaler und traditionsgebundener Eigenschaften“ (S. VI) – ein Kaleidoskop quer durch die ersten 25 Jahre des vergangenen Jahrhunderts wie die Turbinenfabrik der AEG in Neubabelsberg (1910) von Peter Behrens, das Modell zu einem Wohnhaus von Adolf Loos (1924), eine Siedlung in Hoek van Holland (1926–1927) von J.J.P. Oud, Gebäude zu einem Markt in Moskau (1924–1925) von K.S. Mielnikow, das Verwaltungsgebäude der Larkinwerke in Buffalo (1903) von Frank Lloyd Wright und viele andere. Ein bedeutendes Zeitdokument!

 

Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy, Farkas Molnár: Die Bühne im Bauhaus. Reprint der Aufl. von 1925. Berlin: Gebr. Mann Verl., 2019. 241 S. (Bauhausbücher Band 4) ISBN 978-3-7861-2816-8. € 59.00

Dieser Band legt in Grundzügen die Bühnenkonzeption des Bauhauses dar. Die Autoren sind in unterschiedlicher Weise an der Bühne im Bauhaus beteiligt. Sie ist von Schlemmer geprägt, der 1923 die Abteilung von Schreyer übernimmt und sie bis 1929 leitet, sein Ziel ist die absolute Schaubühne, einbezogen sein 1922 in Stuttgart uraufgeführtes Triadisches Ballett. Ebenfalls 1923 wird Moholy-Nagy ans Bauhaus berufen, er wird Leiter des Vorkurses in der Nachfolge von Itten und der Metallwerkstatt in der Nachfolge von Klee. Seine Vielseitigkeit in Malerei, Typographie, Fotografie und Film führt ihn auch zur Bühne des Bauhauses, sein Traum ist ein „Theater der Totalität“ (S. 48). Molnár, von 1921–1925 Student am Bauhaus, beschäftigt sich mit der Bühnenarchitektur. Hier finden sich die drei Protagonisten vereint, begleitet von einem Nachwort zur Neuauflage von Arnd Wesemann: Es ist „die Geburtsstunde dessen, was wir heute als die von Schlemmer und Moholy-Nagy angestoßene Theateravantgarde bezeichnen: eine auch vielfach missverstandene Kunst der radikalen Beschränkung von Bewegung“. (S. 90)

 

László Moholy-Nagy: Von Material zur Architektur. Reprint der Aufl. von 1929. Berlin: Gebr. Mann Verl., 2019. VII, 241 S. (Bauhausbücher Band 14) ISBN 978-3-7861-2817-5. € 59.00

Der Vorkurs ist eine breit aufgestellte Grundausbildung, die der Schulung einer feineren Sinneswahrnehmung dienen soll. Moholy-Nagy sieht eine schrittweise Erarbeitung Von Material zur Architektur vor. „Der Titel ist eine Kurzformel für die Ausbildung am Bauhaus: vom Studium der Materialien im Vorkurs zum räumlichen Denken des Architekten“ (S. VI-VII), so Jeannine Fiedler im Vorwort zur Neuauflage. Der Autor erläutert seine Methodik und Denkweise, gegliedert in die vier Kapitel „erziehungsfragen – das material – das volumen (plastik) – der raum (architektur). „es soll hier versucht werden, diese zusammenhänge – wenigstens in den wichtigsten punkten – zuklären, ohne angst vor umwegen, die manchmal gemacht werden müssen, um zum wesentlichen der aufgabe, zur selbsterkenntnis, und von hier aus zum eigenen zeitlichen ausdruck zu gelangen.“ (S. 8)

 

Patrick Rössler: Bildermagazin der Zeit. László Moholy-Nagys und Joost Schmidts verlorenes Bauhausbuch – ein Konstruktionsversuch. Mit einem Essay von Jindˇrich Toman. Berlin: Gebr. Mann Verl., 2019. 144 S. ISBN 978-3-7861-2813-7. € 29.80

In den Prospekten zu den Bauhausbüchern wird mehrfach ein Band zum Bildermagazin der Zeit als eine kritische Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Zeitschriftenproduktion angekündigt. Die Idee für eine derartige Analyse wird aber nie realisiert.

Das deutsche Zeitschriftenwesen erlebt in der Weimarer Republik mit über 6.000 Titeln für eine nach dem Weltkrieg bildungshungrige Öffentlichkeit eine (ungeahnte) Blüte. Marktführer sind die Illustrierten, die mit ihren Fotoreportagen die Verbreitung des sog. „Neuen Sehens“ im Bildjournalismus unterstützen. Genau dies ist ein wichtiges Thema für Moholy-Nagy: „nicht der schrift-, sondern der fotografie-unkundige wird der analfabet der zukunft sein“. (S. 8) Von seinen Überlegungen sind die Illustrierten weit entfernt.

Basierend auf Moholy-Nagys Überlegungen zur Neuen Typografie und dem Aufsatz zu seinen „Richtlinien für eine synthetische Zeitschrift“ aus dem Jahr 1925 (abgedruckt auf S. 22) wird das ehrgeizige Vorhaben diskutiert und an zahlreichen Beispielen verdeutlicht. Der vorliegende Konstruktionsversuch bewegt sich aber „auf unsicherem Terrain – und es sei betont, dass es sich um keine Rekonstruktion handeln soll: Dafür fehlt schlechterdings eine belastbare Faktenlage“. (S. 12)

Eine großartige Idee! Ein bemerkenswertes Buch zu den vielen mediengestalterischen Perspektiven der Bauhauskünstler und über die tragende Rolle der Bildpublizistik in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus.

 

Patrick Rössler, Klaus Kamps, Gerhard Vowe: Weimar 1924: Die Meistermappe zum Geburtstag von Walter Gropius. Stuttgart: Franz Steiner Verl., 2019. 208 S. (Weimarer Schriften zur Republik. Band 7) ISBN 978-3-515-12281-8. € 19.90

Wie Bauhauskünstler die Massenmedien sahen – wäre dies nicht auch ein Thema für ein Bauhausbuch? Zum 41. Geburtstag von Gropius am 17. Mai 1924 schenken die sechs Bauhausmeister Moholy-Nagy, Feininger, Kandinsky, Klee, Muche und Schlemmer („nur Marcks in seiner Dornburger Einsiedelei hat es nicht geschafft, rechtzeitig einen Beitrag zu leisten“ S. 10) ein Motiv des Pressefotografen John Graudenz (1884–1942), das die erste öffentliche Übertragung von Ergebnissen einer Reichstagswahl durch das Radio in Berlin veröffentlicht (die Wahl findet am 4. Mai 1924 statt, das Foto stammt vom 11. Mai) und die unterschiedlichen Sichtweisen des Übergangs von der Presse- zur Radiowelt der o.g. Bauhauskünstler zeigt. Der Umschlag zur Mappe enthält keinerlei Informationen: „Es gibt keine Autorenangabe, kein Vorwort, keine Widmung, keine Gliederung, keinen Gesamttitel, kein Register, kein Copyright – darauf kann ein Meisterwerk verzichten.“ (S. 186) Diese Mappe, eine Preziose der Sammlung des BauhausArchivs Berlin, bildet den Ausgangspunkt für eine multiperspektivische Studie. Das zweisprachige Buch will die Kunstwerke angemessen würdigen, „mehr über die Welt vermitteln, in der sie entstanden sind“, und der Leser soll „etwas darüber erfahren, wie öffentliche Kommunikation generell heute begriffen werden kann“ (S. 6), zumal diese Reichstagswahl auch eine große Bedeutung für die Zukunft des Bauhauses hat. Es will zum Gespräch anregen, „das Foto markiert … zeitlich, räumlich, inhaltlich und politisch den Durchbruch des Hörfunks zum Leitmedium“. (S. 44)

Der Fotograf Graudenz ist ab 1939 in der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ tätig, 1942 wird er im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.

 

Unser Bauhaus. Bauhäusler und Freunde erinnern sich / Hrsg. Magdalena Droste, Boris Friedewald. München, London, New York: Prestel, 2019. 336 S. ISBN 978-3-7913-8527-3. € 24.00

„Das Buch versammelt eine einzigartige Fülle von Erinnerungen, in deren Zentrum das Bauhaus steht. Es sind Rückblicke von Freunden, Direktoren, Meistern und Studierenden, die das Bauhaus nicht nur erlebt, sondern vor allem mitgestaltet haben.“ (S. 7) Den Grundstock bildet das von Eckhard Neumann (1933–2006) herausgegebene Bauhaus und Bauhäusler: Erinnerungen und Bekenntnisse (Bern 1971), nunmehr ergänzt und durch Kurzbiografien erweitert. Die Texte, alphabetisch nach Autoren geordnet, sind keine Antworten auf normierte Fragebögen, sondern ganz eigene und auch eigenwillige Bekenntnisse, wobei sich Fakten und Mythen (besonders interessant der Beitrag von Walter Dexel) gern vermischen. „Gerade in ihrer Unterschiedlichkeit, ihrer thematischen Spannbreite und schließlich auch ihrer lebendigen, unwissenschaftlichen Herangehensweise und Sprache, liegt der Reiz und die Besonderheit dieser Rückblicke.“ (S. 7) 49 Bauhäusler kommen zu Wort, auch auf den ersten Blick unbekannte wie Lydia DrieschFoucar, Kurt Kranz und Helene Schmidt-Nonne. Ihre Texte werden zu ganz unterschiedlichen Zeiten verfasst. Ein sehr schönes Vorwort, ein Namensregister und zahlreiche Fotografien ergänzen die Beiträge. Ein Dorado für Bauhaus-Freunde.

 

Bauhaus und Textilindustrie. Architektur Design Lehre / Hrsg. Christina Lange, Anke Blümm. München, London, New York: Prestel, 2019. 421 S. ISBN 978-3-7913-5860-4. € 49.00

Das Forschungsprojekt gleichen Titels „nimmt eine Verbindung zwischen Industrie und Bauhaus in den Fokus, die die bekannten Beispiele an Umfang, Dauer und Vielfältigkeit weit überragt“. (S. 12) An dieser Aussage muss sich die vorliegende Publikation messen lassen. Sie will „die Verbindung von Avantgarde und Seidenindustrie behandeln und die zahlreichen Bauhaus-Kolleginnen und -kollegen einbeziehen, die … in Krefeld, dem linksrheinischen Zentrum der Branche tätig wurden. Dieses gleichermaßen industrie- wie lokalgeschichtlich interessante Kapitel über die Wirkung des Bauhauses im Westen Deutschlands“ (S. 7) liegt nun in einer fulminanten Zusammenschau vor. Den Herausgebern geht es nicht nur um das Denk- und Handlungssystem der Kunst, sondern auch das ganz anders geartete der Ökonomie, „welches die Tätigkeit von Gestaltern im industriellen Kontext maßgeblich beeinflusst“. (S. 11) „Auch in der Rezeption der Werke und Tätigkeiten von Bauhaus-Angehörigen liegt der Schwerpunkt auf der künstlerischen Qualität und weniger auf ihrer ökonomischen Relevanz oder auch nur Bedingtheit.“ (S. 11) Im Kontext der Bauhaus-Forschung wird die Seidenindustrie als wichtiger Arbeitgeber von Bauhaus-Angehörigen bislang nicht berücksichtigt, ebenso wenig Krefeld als eines der Zentren, in denen sie nach 1933 weiterwirken. In Krefeld, das schon vor dem Ersten Weltkrieg das Zentrum der Interessenvertretungen der Seidenindustrie ist, wird das innovative Potential des Bauhauses früh wahrgenommen. Hier gibt es auch das entsprechende schulische Potential, beginnend mit der 1885 gegründeten Höheren Webeschule und der 1904 gegründeten Handwerker- und Kunstgewerbeschule (s.a. die Chronologie beider Schulen S. 226).

Das Engagement der mehr als 20 Bauhäusler ist bisher noch nicht gewürdigt. Dazu gehören u.a. Mies van der Rohe mit zehn Projekten, Lilly Reich als Innenarchitektin und Gestalterin von Repräsentationsausstellungen des Verbandes der Deutschen Seidenindustrie, Itten als Leiter der Flächenkunstschule in Krefeld von 1932 bis 1938, Muche als Leiter der Meisterklasse für Textilkunst an der Textilfachschule von 1939 bis 1945, nach der Wiedereröffnung 1946 leitet er bis 1958 die Abteilung für Textilkunst oder Elisabeth Kadow (geb. Jäger) von 1940 Assistentin von Muche und 1959 nach dessen Ruhestand bis 1971 Hauptverantwortliche für die Textilkunst. In sechs großartigen Beiträgen mit zahlreichen, bisher nicht veröffentlichten Fotografien und einem umfangreichen Anhang u.a. mit den Biografien der „Krefelder“ Bauhäusler werden überraschende Fakten präsentiert und Beziehungen zwischen zeitgleich ablaufenden Entwicklungen hergestellt.

Mit diesen Forschungsergebnissen wird nicht nur eine weitere Lücke zur Wirkungsgeschichte des Bauhauses geschlossen, sondern auch in der Kunstgeschichts- und Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts.

 

Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus. Katalog anlässlich der Ausstellung / Hrsg. für die Stiftung Bauhaus Dessau von Regina Bittner und Renée Padt. Bielefeld: Kerber Verl., 2017. 252 S. ISBN 978-3-7356-0342-5. € 45,00

Diese Publikation und die mit ihr verbundene Ausstellung sind ein gelungener Auftakt zu 100 Jahre Bauhaus. Zwar beginnt schon am ersten Standort des Bauhauses in Weimar die Idee von der Verbindung von Kunst und Handwerk Gestalt anzunehmen, aber noch mit deutlicher Hinwendung zum Handwerk. Mit dem Übergang von der sehr stark durch den Expressionismus beeinflussten Weimarer

Phase hin zu einer deutlich vom Konstruktivismus geprägten Konsolidierung wird in Dessau die künstlerische Position in der Industriegesellschaft neu definiert. Teil I unternimmt den Versuch, das Handwerk am Bauhaus „als kulturelle Chiffre … im Dialog mit originalen Texten der Bauhäusler zu diskutieren.“ (S. 18) Teil II hat zum Gegenstand „die Werkstätten des Bauhauses in Dessau als Transiträume zwischen Fabrik und Handwerksbetrieb, zwischen Lehrwerkstätten der Kunstgewerbeschulen und Laboratorien für industrielle Prototypen, zwischen künstlerischem Experiment und fordistischer Akkordarbeit, zwischen Amateurtum und Expertenwissen“. (S. 19) Teil III beschäftigt sich mit aktuellen Handwerkspositionen in Kunst und Design.

Die Publikation zeigt in Beiträgen, Dokumenten und Abbildungen die Vielfalt des Bauhauses in den Dessauer Jahren. Die Geschichte der Bauhaus-Werkstätten wird aus der Perspektive des Handwerks erzählt. „Die Geschichte der Werkmeister ist in der Bauhaushistoriografie oft überschattet von den großen Namen der Formmeister.“ (S. 17) Dadurch erfährt der Leser etwas von der Herstellung der Produkte, von der Verarbeitung von Ideen. Zu sehen sind Beispiele von Klassikern wie der Clubsessel von Marcel Breuer, die Lampen von Marianne Brandt, das JacquardGewebe „Fünf Chöre“ von Gunta Stölzl, die Arbeiten von Anni Albers, insbesondere die Inspiration durch präkolumbianische Textilien. Aber nicht nur die Produkte werden gezeigt und beschrieben, sondern auch ihre Entstehung in Form von Entwurfsskizzen, Unterrichtsaufzeichnungen, Materialproben und Fotografien, dazu die Objekte, die den Fokus nicht auf das fertige Produkt richten (Webstühle, Werkbänke, Werkzeuge und Maschinen). In Dessau ist das Bauhaus zum Alltag geworden. Handwerk wird modern ist ein gelungener Frühstart zum Jubiläum, in einer Zeit ohne die Flut von Publikationen und Ausstellungen wie 2019.

 

Ulrike Müller: Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. München: Elisabeth Sandmann Verl., 2019. 160 S. ISBN 978-3-945543-57-3. € 39.50

 

Patrick Rössler, Elisabeth Otto: Frauen am Bauhaus. Wegweisende Künstlerinnen der Moderne. München: Knesebeck Verl., 2019. 192 S. ISBN 978-3-95728-230-9. € 35.00

 

Patrick Rössler: bauhausmädels. A tribute to pioneering women artists. Köln: TASCHEN, 2019. 479 S. ISBN 978-3-8365-6353-6. € 30.00

Angesichts der erst seit den 1980er Jahren erforschten Biographien der Bauhausmädels und der zögerlichen Bekanntgabe der Ergebnisse ist diese Fülle im Jubiläumsjahr gerechtfertigt.

Ulrike Müller: Bauhaus-Frauen liegt nach 2009 unter Einbeziehung neuer Recherchen und Publikationen in einer erweiterten Neuausgabe vor. Das Leben und Wirken der Bauhausfrauen wird in Gruppen geordnet dargeboten, 21 von ihnen werden besonders herausgehoben, eine Einleitung fasst die Ergebnisse zusammen.

Patrick Rössler, Elisabeth Otto: Frauen am Bauhaus ist mit 45 Biografien umfangreicher, chronologisch geordnet nach dem Jahr der Immatrikulation am Bauhaus, auch hier fasst eine Einleitung die Ergebnisse zusammen. Patrick Rössler bauhausmädels erfasst 87 Frauen. Dem Buch fehlt leider die abschließende Durchsicht (es ist mit Deutsch, Englisch und Französisch dreisprachig, aber mit nur dem deutschsprachigen Titel, ein englischsprachiger Untertitel findet sich nur auf dem Buchdeckel, die Legenden zu den Abbildungen sind nur englischsprachig, ein Inhaltsverzeichnis fehlt ganz, auch eine Angabe zur Anzahl der aufgenommenen Frauen ist nicht zu finden). Die Reihenfolge der Biografien orientiert sich an den Geburtsdaten der Frauen. Großartig ist die Einleitung. Ein kleines Fazit:

Zwischen 1919 und 1933 studieren am Bauhaus 462 Frauen, von denen bis heute erst wenige umfassend gewürdigt worden sind, 181 setzen ihr Studium nach dem Vorkurs fort, 38 schießen ihr Studium ab. Von den 79 Lehrkräften sind nur 12 Frauen, die Lehrbeauftragten eingerechnet. Im Gründungsjahr schreiben sich 84 Frauen und 79 Männer ein, die Anzahl sinkt 1922 auf 52 Frauen bei 95 Männern. Auch das gehört zur Geschichte des Bauhauses: mindestens neun jüdische Bauhäuslerinnen werden ermordet, viele gehen ins Exil.

Die Frauen stehen im Schatten der Männer und werden im Bauhaus verachtet und im Lauf der Zeit vergessen, viele sind heute nur noch Experten bekannt. Die drei Veröffentlichungen stehen stellvertretend für die Frauen am Bauhaus, denn nach wie vor sind die Namen, mit denen das Bauhaus in der Öffentlichkeit verknüpft wird, männlich. Die Beiträge sind von kompetenten Autoren verfasst, trotz aller Unterschiede in Umfang, Auswahl und Herangehensweise orientieren sie sich an der Qualität der (erhaltenen) Werke, den überlieferten biografischen Informationen und der Vielseitigkeit des Schaffens auch vor und nach dem Bauhaus. Sie sind mit zahlreichen Fotografien versehen, die selbstbewusste, nachdenkliche und noch heute unverschämt modern aussehende Frauen zeigen, viele der Fotos stammen von Theodore Lux Feininger, dem Sohn des Bauhausmeisters Feininger, und dem berühmten Fotografen Man Ray. Obwohl das Bauhaus den Frauen einen wesentlichen Teil seines kreativen, innovativen Potentials verdankt, finden wir eine latente Frauenfeindlichkeit, es gibt „klar männlich dominierte Machtstrukturen“. (Rössler S. 39) Und die Äußerungen der Männer? Gropius fürchtet, dass die große Anzahl von Frauen dem Image der Schule schadet und fordert „eine scharfe Aussonderung gleich nach der Aufnahme, vor allem bei dem der Zahl nach zu stark vertretenen weiblichen Geschlecht“. (Müller S. 12) Schlemmer dichtet „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib“ (Müller S. 12), nach Klee ist Genie ausschließlich männlich (Müller S. 12), nach Itten können Frauen im Gegensatz zu Männern nur zweidimensional sehen und sollen daher nur in der Fläche arbeiten. (Müller S. 12)

Die Frauen werden schon in den Anfangsjahren in Nischen gedrängt und von technischen Entwicklungen ausgeschlossen. Nur Gunta Stölzl schafft es, in den Kreis der Meister aufgenommen zu werden. Nur wenige wie Marianne Brandt setzen sich im Männerbereich durch, ihre Lampen und Gefäße sind Kult und werden bis heute nachgebaut. Lucia Moholy prägt weltweit mit ihren Fotografien die Sicht auf Gebäude und Produkte des Bauhauses, sie verleiht den Entwürfen der Bauhauskünstler ein zeitloses Gesicht. Alma Buscher entwirft das bunt lackierte Kinderspielzeug und die praktischen und bespielbaren Kindermöbel, die ebenfalls noch heute nachgebaut werden. Ilse Fehling schafft Skulpturen und Plastiken und lässt sich eine Rundbühne für ein Marionettentheater patentieren. Friedl Dicker schafft die Marionetten für das Bauhaustheater und entwirft als erste ein Flachdach, also das Bauhaus schlechthin, sie engagiert sich in der Kommunistischen Partei, im KZ Auschwitz-Birkenau wird sie ermordet. Über Gunta Stölzl und Anni Albers geben die folgenden Publikationen umfassend Auskunft.

Fazit: Das Prädikat vortrefflich gilt für alle drei Veröffentlichungen. Und es wäre beckmesserisch, nach Fehlern und Auslassungen zu suchen. Ein Hinweis: Die Frauen werden häufig als Bauhausmädels apostrophiert, weil in der nationalkonservativen (!) Illustrierten „Die Woche“ 1930 in einem Beitrag unter der Überschrift „Mädchen wollen etwas lernen“ der Begriff als Typus einer selbstbewussten modernen Frau geführt wird (Rössler S. 30-35), das gilt seinerzeit als ein großes Kompliment. Man sollte also in Analogie zu den Malweibern den Begriff Bauhausmädel verwenden.

(Als Malweiber wurden Künstlerinnen von den männlichen Vertretern verspottet, die um 1900 allen gesellschaftlichen Widerständen zum Trotz zu Staffelei, Pinsel und Palette griffen und in der Natur malten, sie umgingen die Nichtzulassung zum Studium an den Kunstakademien und entzogen sich damit dem Patriarchat in Kunst und Kultur.)

 

Ingrid Radewaldt: Gunta Stölzl. Pionierin der Bau­hausweberei. Wiesbaden: Verlagshaus Römerweg, 2019. 199 S. ISBN 978-3-7374-0258-3. € 16.90

Gruppenfoto der Bauhausmeister 1926 auf dem Dach des Bauhausgebäudes in Dessau (S. 101): zwölf Männer geben sich ein Stelldichein mit einer Frau, der einzigen Bauhausmeisterin in der 14jährigen Geschichte dieser Institution. Sie ist die Leiterin der Weberei. Diese Funktion erhält sie nur nach hartnäckigem Kampf, nach mehrfachem Intervenieren ihrer Studenten, und das mit spärlicher Entlohnung ohne Rentenanspruch und Professorinnentitel. Sie verschafft mit den Einkünften aus ihrer Abteilung dem stets klammen Bauhaus große Einnahmen. Dass man heute von ihr als Erneuerin der Handwebkunst und von „Bauhaustextilien“ (S. 10) spricht, ist ausschließlich ihr Verdienst. Trotzdem „sind die vielfältigen Arbeiten … einem breiteren Publikum weitgehend unbekannt“. (S. 8)

Diese Frau ist Gunta Stölzl (1897–1983), mit einer kleinen Unterbrechung von 1919 bis 1931 am Bauhaus tätig. 1919 beginnt sie ihr Studium, fertigt erste textile Arbeiten an, entwickelt für Marcel Breuers sog. Afrikanischen Stuhl die blau-rot-gelbe Bespannung und entwirft immer wieder Stoffe für verschiedene Auftraggeber. 1923 verlässt sie nach ihrer Gesellenprüfung das Bauhaus für zwei Jahre und belegt in Krefeld an der Fachschule für Textil-Industrie verschiedene Kurse. Nach ihrer Rückkehr ans Bauhaus wird sie Werkmeisterin der Weberei, die sie ab 1927 nach dem Weggang von Muche als allein verantwortliche Jungmeisterin leitet, sie arbeitet mit ihren Mitstreiterinnen an der Herstellung von Textilien für die Innenräume wie lichtabsorbierende, abwaschbare Vorhänge, schallschluckende Wandbespannungen, Möbelspannstoffe, reißfeste Meterware und Teppiche. Sie heiratet 1929 den Architekten und Bauhausstudenten Arieh Sharon (1900–1984), die Ehe wird 1936 geschieden. In den Intrigen des Bauhauses gefangen, kündigt sie 1931, „als allzu Emanzipierte, als ‚Linksstehende‘, mit einem ‚Ostjuden‘ und bekennenden Zionisten verheiratete Frau weggemobbt“. (S. 5) Im Gegensatz zu vielen anderen Bauhausmädels bleibt Gunta Stölzl sehr lange am Bauhaus. In Deutschland ohne jede Chance gründet sie in Zürich eine Handweberei. 1942 heiratet sie den Schriftsteller und Journalisten Willy Stadler (1901–1990) und wird Schweizer Staatsbürgerin. Bis in die 1980er Jahre produziert sie Gobelins. Der Kunsthistorikerin Ingrid Radewaldt gelingt es, in 21 chronologisch aufgebauten Kapiteln ein eindrucksvolles Porträt zu schaffen, in das ihre Schriften über das Bauhaus und über die Bauhausweberei und Teile aus bisher unveröffentlichten Tagebüchern, Reisenotizen und dem umfangreichen Briefwechsel einfließen, großartig auch ihr Nachruf auf Klee. (S. 56-57) Sie zeigt anschaulich den steinigen Weg von der Studentin und Gesellin zur Meisterin am Bauhaus als eine Geschichte von starkem Willen, von harter Arbeit, von Kreativität und von Mut, sich in einer von Männern dominierten Welt zu behaupten. Das Vorwort schreibt ihr berühmter Neffe Christoph Stölzl.

 

Anni Albers Katalog / Hrsg. Ann Coxon, Briony Fer, Maria Müller-Schareck. München: Hirmer Verl., 2018. 192 S. ISBN 978-1-84976-608-1. € 39.90

Dieser Ausstellungskatalog ist einer Pionierin der Webkunst gewidmet: Anni Albers (1899–1994). Oft im Schatten ihres Mannes, des Malers und Kunsttheoretikers Josef Albers (1888–1976) stehend, erhebt sie das Weben zur Kunst und ist eine der innovativsten Textilkünstlerinnen ihrer Zeit. Sie spielt mit Quadraten, Dreiecken, Knoten und Linien und experimentiert mit vielen Materialien wie Baumwolle, Leinen, Jute, Metallgarn und Kunstfasern. Daraus entstehen einmalige Wandbehänge, Bildgewebe, Raumteiler, Trennvorhänge und Schmuck. Rund 300 Werke werden für diese Ausstellung zusammengetragen und durch Texte und Fotografien ergänzt. Nach ihren Werken sucht man in den großen Kunstmuseen, wo ganz selbstverständlich ihr Mann seinen Platz hat, immer noch vergebens.

Der Weg zu diesem Ruhm? 1922 beginnt Anni Fleischmann ein Studium am Bauhaus und bleibt diesem bis 1933 treu. In der männerdominierten Welt wird sie Lehrerin neben Gunta Stölzl, Otti Berger, Lilly Reich und Karla Grosch. In ihrer Abschlussarbeit 1930 entwickelt sie einen Spannstoff als lichtreflektierendes, schalldämpfendes und leicht zu reinigendes Material aus Baumwolle, Zellophan und samtigem Chenillegarn für die Fenster einer Aula, der dann in einem Bauhausbau, der Bundessschule des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau, verwendet wird. 1931 leitet sie nach dem Weggang von Stölzl die Weberei, emigriert 1933 mit ihrem Mann in die USA (ihre Mutter stammt aus der deutsch-jüdischen Verlegerfamilie Ullstein) und geht an das neu gegründete Black Mountain College in North Carolina, von 1939–1949 ist sie Assistent Professor of Art. Nach Aufenthalten in Kuba und Mexiko sind ihre Arbeiten von traditionellen Webmustern und Webtechniken Lateinamerikas beeinflusst. 1950 wechselt ihr Mann an die Yale University, das Ehepaar zieht nach Connecticut, sie arbeitet von 1950–1962 als freischaffende Weberin. Eines ihrer Hauptwerke wird das im Auftrag des Jüdischen Museums in New York 1966–1967 geschaffene Holocaust-Mahnmal „Six Prayers“, ein Bildgewebe aus Baumwolle, Leinen, Bast und Metallgarn. Aus den 1970er Jahren kennen wir ein umfangreiches druckgrafisches Œuvre in Form von Blindprägungen, Offsetdrucken und Serigrafien, der Rezensent wird mit diesen Arbeitsergebnissen erstmals konfrontiert. Nicht zu vergessen ihre großen Monographien „On Designing“ (1959) und „On Weaving“ (1965).

Eine umfassende Biographie über Anni Albers steht m.E. noch aus, der Ausstellungskatalog mit 13 Beiträgen, Glossar, Bibliographie und Verzeichnis der ausgestellten Werke ist eine vorzügliche Vorarbeit dazu.

Auch die Bibliophilen kommen auf ihre Kosten: Der Ausstellungskatalog brilliert durch koptische Bindung mit gelber Fadenheftung – ganz im Stil der Bauhaus-Buchbinderei unter Anny Wottitz (vgl. einen Einband bei „Kunst des Bucheinbandes. Historische und moderne Einbände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar“ Berlin, 2009. S. 110).

 

Ré Soupault: Bauhaus. Die heroischen Jahre von Weimar. / Hrsg. Manfred Metzner. Heidelberg: Wunderhorn Verl., 2009. 61 S. ISBN 978-3-88423-332-0. € 16.80

 

Ré Soupault: Nur das Geistige zählt. Vom Bauhaus in die Welt. Erinnerungen / Hrsg. Manfred Metzner. Heidelberg: Wunderhorn Verl., 2018. 237 S. ISBN 978-3-88423-588-1. € 22.80

Ré Soupault (1901–1996) ist eine vielseitige Künstlerin – Bauhausschülerin, Fotografin, Übersetzerin, Radio-Essayistin, Schriftstellerin, Modemacherin und -journalistin. Von 1921–1925 studiert sie am Bauhaus u.a. bei Itten, Kandinsky, Schlemmer, Klee und Gropius, sie verlässt das Bauhaus 1925 mit Schließung in Weimar in Richtung

Berlin. Dort arbeitet sie als Modejournalistin und heiratet 1926 den dadaistischen Maler und Filmemacher Hans Richter, trennt sich jedoch nach kurzer Zeit von ihm. 1928 geht sie nach Paris und gründet als Erna Richter ihr eigenes Modeatelier „Ré Sport“, Mies van der Rohe richtet das Studio ein, Man Ray fotografiert die Kollektionen, Helen Hessel berichtet über die Aktivitäten. Sie wird mit ihren neuen prêt-à-porter Modekreationen zum Star, erfindet das Transformationskleid und das Schürzenkleid. 1933 lernt sie den Schriftsteller, Verleger und Journalisten Philippe Soupault (1897–1990) kennen, sie heiraten 1937. Von 1934 bis 1936 begeben sich beide auf Reportagereisen u.a. nach Deutschland und Italien, in die Schweiz, in die USA und nach Spanien. Philippe wird 1938 von Premierminister Léon Blum beauftragt, in Tunis die antifaschistische Radiostation Radio Tunis aufzubauen. Während des Zweiten Weltkrieges flüchten sie nach Algerien. Général de Gaulle gibt ihnen der Auftrag, eine neue französische Nachrichtenagentur in Amerika aufzubauen. 1943 gehen sie in die USA, es folgen Reisen durch Südamerika. 1945 trennen sie sich, Ré geht 1948 nach Europa zurück, zuerst in die Schweiz als Übersetzerin, hier trifft sie auch Itten und Lucia Moholy wieder, sie verfasst bis in die 80er Jahre hinein unzählige Rundfunkessays, geht 1955 nach Frankreich und lebt seit 1973 wieder mit Philippe zusammen. 1981 lernt das Ehepaar Manfred Metzner kennen, er wird ihr deutscher Verleger und gibt seitdem zahlreiche Veröffentlichungen heraus, auch das vergessene fotografische Werk wird wiederentdeckt.

Diese Lebensgeschichte ist in vielen Teilen Gegenstand der beiden Veröffentlichungen Bauhaus und Nur das Geistige zählt. Sie sind beide eng mit unserem Thema Bauhaus verbunden.

Bauhaus befasst sich in einer schönen, reich bebilderten Leinenausgabe mit einer kurzen, aber prägenden Zeit. Der Band umfasst einen 1967 für die französische Zeitschrift XXème Siècle verfassten Artikel, Auszüge aus biographischen Notizen von 1977 und eine kleine Autobiographie. Im Mittelpunkt stehen die Arbeits- und Lebensbedingungen im Bauhaus: „Die Mehrzahl der Studenten war völlig mittellos. Sie litten Hunger, die Werkstätten … waren ungeheizt … die Studenten mussten auf dem Fußboden sitzend arbeiten“ (S. 15) und viele Akteure, insbesondere Gropius „hartnäckig und zugleich gewandt, sensibel und menschlich“ (S. 5-6), Itten:„ohne Itten … hätte das Bauhaus nicht die Ausstrahlung erlangt, die heute seinen Ruhm auf der ganzen Welt begründet“ (S. 12-13), Kandinsky: „neben Gropius sollte er eine der tragenden Säulen des Bauhauses werden“( S. 20) und Schlemmer: „seine menschliche Art, seine Ernsthaftigkeit und Bedächtigkeit, seine Natürlichkeit kamen bei den jungen Leuten sehr gut an“ (S. 18).

Nur das Geistige zählt ist der erste Teil der Erinnerungen, er reicht von 1910 bis 1949, eine Fortschreibung gibt es nicht, denn kurz nach Beendigung ihres Manuskriptes verstirbt Ré Soupault: „Alles weitere in meinen Tagebüchern.“ (S. 227) Die von Metzner sorgfältig aus einem Manuskript, Briefen und einem Tagebuch zusammengestellten Texte, von ihm um ein Personenregister und eine Chronik ergänzt, sind trotz ihres fragmentarischen Charakters ein aufschlussreiches Zeugnis eines bewegten Lebens auf mehreren Kontinenten in unterschiedlichen politischen Zeiten. Besonders nachdrücklich erscheinen dem Rezensenten die Ausführungen über Weimar, die zeigen, wie sehr sie die Studienjahre am Bauhaus prägen („Und bei Itten geschah etwas, was uns befreite. Wir lernten nicht malen, sondern lernten neu sehen, neu denken und zugleich lernten wir uns selber kennen.“ S. 19) und die Ausführungen über die Kriegsjahre in Marokko und Algerien. Die Facetten aus dem Leben von Ré Soupault sind eine wichtige Quelle zur Politik und Kultur in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

 

Peter Braun: Ilse Schneider-Lengyel. Fotografen, Ethnologin, Dichterin. Ein Porträt. Göttingen: Wallstein Verl., 2019. 284 S. ISBN 978-3-8353-3390-1. € 24.90

In zahlreichen Publikationen im Umkreis der Frauen des Bauhauses und als Gastgeberin der Gruppe 47 taucht der Name Ilse Schneider-Lengyel (1903–1972) auf, eher nebenbei und immer nur am Rande, involviert ist sie nicht. Nun zeichnet Peter Braun nach langjährigen Forschungsarbeiten auf der Grundlage des spät entdeckten und bisher noch nicht ausgewerteten Nachlasses ein umfassendes Porträt von ihr.

Ilse Schneider studiert in München und Berlin Ethnologie und Kunstgeschichte und wird an der Münchner Lehrund Versuchsanstalt für Photographie zur Fotografin ausgebildet. Seit den 1930er Jahren betätigt sie sich als Kunsthistorikerin und Ethnologin und bereist viele Länder. 1934 erscheint ihr Foto-Essayband „Die Welt der Maske“, ein Jahr vorher heiratet sie den ungarischen Maler László Lengyel (1896–1967), beide emigrieren nach Frankreich, sie trennen sich 1953, sie lebt seit 1945 am Bannwaldsee bei Füssen im Allgäu. In der Nachkriegszeit veröffentlich sie surrealistische Gedichte und schreibt Essays und Literaturkritiken. Am 6. und 7. September 1947 findet in ihrem Haus auf ihre Einladung hin das erste Treffen von 17 Schriftstellern statt, die sich später Gruppe 47 nennt (vgl. Rez. im fachbuchjournal 11 (2019) 6, S. 11-12), Fuß fasst sie mit ihrer surrealistischen Lyrik und den Übersetzungen von Texten aus überseeischen Kulturen nicht, nach 1957 nimmt sie nicht mehr an den Treffen teil. Sie zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück und verstirbt völlig verarmt 1972.

Aus den im Nachlass aufgefundenen Unterlagen geht hervor, dass Ilse Schneider-Lengyel intensive Kontakte zu Moholy-Nagy pflegt (in einem 1959 verfassten tabellarischen

Lebenslauf gibt sie zum Studium u.a. an: „Photo-Lehrer, Bauhaus“, S. 28), auch besucht sie öfter Dessau und erhält bei Moholy-Nagy „ihre visuelle Schulung“ (S. 56), „vergleicht man ihre Maskenfotografien mit Porträtaufnahmen des Ungarn … zeigen sich frappierende Ähnlichkeiten“. (S. 66)

Peter Braun gebührt großer Dank für diese Wiederentdeckung. Er beschreibt die Faszination, die von Schmeider-Lengyel ausgeht, ihr großes Interesse an außereuropäischen Kulturen, ihre verschiedenen Projekte und ihre Publikationen.

 

Hannes Meyers neue Bauhauslehre. Von Dessau nach Mexiko / Hrsg. Philipp Oswalt. Basel: Birkhäuser, 2019. 559 S. (Bauwelt Fundamente. 164) ISBN 978-3-0356-1724-5. € 29.95

Das ist eine Würdigung von Hannes Meyer (1889–1954), der 1927 als Architekt ans Bauhaus berufen wird und von 1928–1930 als Nachfolger von Gropius als Direktor fungiert. Er kommt als Schweizer Architekt und Urbanist gut ausgebildet und mit beruflichen Erfolgen nach Dessau. In seine Bauhauszeit fällt u.a. der gemeinsam mit Hans Wittwer vollzogene Bau der Bundesschule des ADGB in Bernau. Politisch ist Meyer im linken Spektrum der Sozialdemokratie angesiedelt. Da in nationalsozialistischen Kreisen das Bauhaus als kommunistische Kaderschmiede gilt, wird Meyer 1930 fristlos entlassen (aber sicherlich trifft auch dies zu: „Josef Albers, Vasilij Kandinskij und Ludwig Grote hatten die Entlassung Meyers betrieben, um von ihm beabsichtigte weitergehende Veränderungen des Bauhauses zu verhindern“. (S. 14-15) Er geht mit anderen Bauhaus-Mitarbeitern als Hochschullehrer nach Moskau, nach stalinistischen Säuberungsaktionen kehrt er 1936 in seine Schweizer Heimat zurück. Er folgt 1939 einem Ruf der mexikanischen Regierung als Direktor des neu gegründeten Instituts für Städtebau und Planung, nach einem Zerwürfnis mit den mexikanischen Behörden kehrt er 1949 in die Schweiz zurück. Dieses Leben voller Brüche und Wendungen ist der Rahmen für 34 Beiträge des Sammelbandes, der auf die Referate einer Tagung an der Universität Kassel vom April 2018 zurückgeht, vorangestellt eine Einleitung des Herausgebers.

Meyer findet nach Ostwalt in der Bauhausliteratur unzureichend Beachtung: „Wir sind gut gehalten, Meyers Bauhaus nicht zu mystifizieren und zu idealisieren. Jedoch bietet die Meyer´sche Periode am Bauhaus das Potenzial, das Bauhaus anders zu denken.“ (S. 15) Dies geschieht durch diesen und einen zweiten Band (Hannes Meyer und das Bauhaus. Im Streit der Deutungen. Reprints und Essays. Hrsg. Thomas Flierl, Philipp Oswalt. Leipzig 2018). Auf der Basis neuer Forschungen wird im ersten Teil erstmals das „Gesamtprogramm der Lehre dargestellt (Kapitel 1) sowie der Unterricht in den verschiedenen Fächern im Einzelnen untersucht (Kapitel 2). Der zweite Teil … widmet sich der Zeit nach dem Bauhaus; er folgt den Weiterentwicklungen dieses pädagogischen Ansatzes … (Kapitel 3) und spürt den Auswirkungen des Unterrichts in dem Œuvre seiner Schüler nach (Kapitel 4)“. (S. 16) Die Bauhaus-Zeit Meyers ist von zahlreichen Modifikationen und Veränderungen am und im Bauhaus gekennzeichnet. Er verändert die Bauhauspädagogik, wird zum Vordenker des preiswerten Wohnungsbaus, seine Entwürfe richten sich nicht an das Großbürgertum, sondern an Genossenschaften und Gewerkschaften und an Unternehmer, die für die Gemeinschaft produzieren. In der ganzen Bandbreite werden auch die Tätigkeiten seiner Schüler behandelt wie Arieh Sharon, der die Architektur des neuen Staates Israel mitprägt, Konrad Püschel, der Städtebauer in der Sowjetunion, in Nordkorea und in der DDR. Oswalt weist darauf hin, dass die Bemühungen um eine vertiefte Betrachtung zu Meyer im Rahmen dieses

Bandes unvollständig sind und dass Beiträge zu Lehrern wie Hans Wittwer und Mart Stam und Schülern wie Otti Berger und Max Bill unberücksichtigt bleiben müssen. Trotzdem ist dies ein wichtiger Band zur Geschichte des Bauhauses.

 

Wassily Kandinsky: Unterricht am Bauhaus 19231933. Vorträge, Seminare, Übungen. Zusammengestellt und bearbeitet von Angelika Weißbach. Band 1. 2 Berlin: Gebr. Mann Verl., 2015. 540, 174 S. ISBN 978-3-7861-2724-6. € 129.00

Zu Leben und Werk von Kandinsky (1866–1944) nur so viel: Er, der Jura, Nationalökonomie und Ethnologie in Moskau studiert, entscheidet sich 1896 für die Malerei und zieht nach München. 1908 wird er Mitglied der Berliner Secession, 1911 gründet er mit Franz Marc die bis zum Beginn des Weltkrieges existierende Gemeinschaft „Der blaue Reiter“. Er gilt als der Wegbereiter der abstrakten Kunst. 1914 geht er nach Moskau, kehrt 1921 nach Berlin zurück, nimmt ein Jahr später einen Ruf von Gropius an und leitet am Bauhaus bis zu dessen Auflösung die Werkstatt für Wandmalerei. Danach geht er nach Frankreich. In dieser vorzüglichen Quellenedition sind die heute im Getty Research Institute in Los Angeles und in der Bibliothèque Kandinsky im Centre Pompidou in Paris erhaltenen Aufzeichnungen, Notizen und Materialien, die Kandinsky für den Unterricht am Bauhaus verwendet, zusammengestellt. Angelika Weißbach legt eine großartige Dokumentation der Grund- und Hauptlehre Kandinskys vor, zusammengestellt aus einem eher unstrukturierten Nachlass mit oft losen ungeordneten Blättern. Dazu ist das Originalmaterial Seite für Seite faksimiliert.

Der erste Band enthält Texte und Vorträge Kandinskys, die sich auf seinen Unterricht beziehen, maschinen- und handschriftliche Aufzeichnungen zur Grundlehre und zur Hauptlehre sowie Notate zu seiner „Freien Malklasse“. Er folgt damit dem Lehrinhalt am Bauhaus. Der zweite, viel schmalere Band, enthält Lehrmaterialien, die Kandinsky in seinem Unterricht einsetzt, beispielsweise Anschauungsmittel zur Farben- und Formenlehre, einen aus Zeitschriften zusammengestellten Bilder-Atlas (inspiriert vom Bilder-Atlas Mnemosyne des Kulturwissenschaftlers Aby Warburg, S. 7), eine Dokumentation der Bücher, die Kandinsky im Unterricht verwendet sowie am Schluss 24 von den Studenten ausgefüllte Fragebögen zu den Beziehungen zwischen den Grundfarben und Grundformen und einige Schülerarbeiten.

Die Bände sind eine einzigartige Grundlage für die Kenntnis von Kandinskys Arbeit am Bauhaus. Weißbach verzichtet auf eigene Sichtweisen und nimmt keine kunsthistorische Bewertung vor. Es ist das Referenzwerk, eine eindrucksvolle editorische Leistung, zu der Weißbach und der Verlag zu beglückwünschen sind.

 

Aida Abadžic Hodžic: Selman Selmanagic und das Bauhaus. Berlin: Gebr. Mann Verl., 2018. 361 S. (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Beiheft 40) ISBN 978-3-786 ­1-2794-9. € 69.00

„Selman Selmanagic und sein Werk sind heute nur einem kleineren Kreis von Experten der Architektur- und Designgeschichte ein Begriff.“ (S. 9) Das wird sich ändern, denn jetzt liegt die erste Monografie über ihn und sein Werk vor, akribisch recherchiert, detailgenau beschrieben und reich bebildert. Aida Abadžic Hodžic hat sie im Auftrag des Bosniakischen Instituts in Sarajevo erarbeitet. Der Serbokroate und Moslem Selmanagic (1905–1986) beginnt 1929 ein Studium am Bauhaus und beendet es 1932 mit dem Bauhausdiplom Nummer 100. Seine Sitzmöbel aus gepresstem Holzfurnier versprechen neuen Sitzkomfort und neues Design. Von 1933–1939 führen ihn Studienreisen ans Mittelmeer und in den Nahen Osten. 1939 geht er nach Berlin und arbeitet von 1939–1942 bei Egon Eiermann, anschließend bis 1945 bei der UFA am Bau und Umbau von Kinos und als Filmarchitekt. Während der Kriegszeit nimmt er aktiv am antifaschistischen Widerstandskampf teil. Nach 1945 ist er beim Magistrat von Groß-Berlin u.a. verantwortlich für den Wiederaufbau der Universität Unter den Linden und den Bau des Walter-Ulbricht-Stadions. Außerdem arbeitet er als Ausstellungs- und Messearchitekt und Architekt des VEB Deutsche Werkstätten Dresden-Hellerau. 1950 beruft ihn der frühere Bauhausmeister und Direktor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Mart Stam zum Professor für Architektur.

Die Autorin schließt eine große Lücke zur Nachwirkung des Bauhauses nach dessen Schließung, auch zur Rezeption des Bauhauses in der DDR, „die beim Wiederaufbau von Berlin, Dessau und Dresden … neu belebten Studien zu Urbanismus und Architektur“ sind „eng mit der Tradition des Bauhauses verbunden“ (S. 190). Später wandelt sich dies erheblich. „Es waren Offenheit und kritische Distanz, Mut und Neugierde, welche Selmanagi ´cs Geist auszeichneten und ihn dauerhaft an die Erfahrung des Bauhauses nicht nur als Schaffensideal, sondern als Grundlage seiner Lebensüberzeugungen band. Sie stellten Werte dar, die nicht in das krude ideologische Korsett in der damaligen DDR passten und mit ihm unvereinbar waren.“ (S. 312) So wird er oft als „imperialistischer Eierkistenarchitekt“ (S. 309) kritisiert. Ein großartiges Buch!

 

Wege aus dem Bauhaus. Gerhard Marcks und sein Freundeskreis / Hrsg. Anke Blümm, Ulrike Bestgen et al. Weimar: Klassik Stiftung Weimar, 2017. 288 S. ISBN 978-3-7443-0305-7. € 25.00

 

Gerhard Marcks und Alfred Partikel. Eine Künstlerfreundschaft in Ahrenshoop. Eine Ausstellung 13. April bis 8. September 2019. Text und Katalogredaktion Katrin Arrieta. Ahrenshoop: Kunstmuseum, 2019. 68 S. ISBN 978-3-9817987-7-7. € 16.00

Die Ausstellung Wege aus dem Bauhaus ist die Auftaktausstellung der Klassik Stiftung Weimar zu 100 Jahre Bauhaus. Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks (1889–1981) wird 1919 ans Bauhaus als Leiter der Keramikwerkstatt in Dornburg berufen. Die Wege von Gropius und Marcks trennen sich 1925, „dem Motto ‚Kunst und Technik – eine neue Einheit‘ widersetzte er sich“ (S. 228), das Bauhaus geht ohne Bildhauer und ohne Töpferei nach Dessau. Marcks folgt einem Ruf an die Burg Giebichenstein in Halle und leitet die Bildhauerklasse der Kunsthochschule, 1928 übernimmt er das Direktorat, wird 1933 entlassen, weil er sich für den Verbleib jüdischer Lehrkräfte einsetzt, und zieht in sein Landhaus nach Niehagen, heute Ortsteil von Ahrenshoop. Ab 1936 arbeitet er in Berlin, ein Jahr später muss er miterleben, wie die Nationalsozialisten seine Werke in der Ausstellung „Entartete Kunst“ diffamieren, sein Name verschwindet immer mehr aus der Öffentlichkeit. 1945 wird er an die Landeskunstschule in Hamburg berufen, ab 1950 arbeitet er freischaffend in Köln. Er wird zu einem der prominentesten Künstler der Bundesrepublik. Anfang der 1970er Jahre zieht er sich in die Eifel zurück.

Ausstellung und Katalog widmen sich in fünf Beiträgen und einem biografischen Teil und in zahlreichen Abbildungen insbesondere Freundschaften, die sich mit den Schülern von Marcks und Meisterkollegen im frühen Bauhaus herausbilden, alle sind sich mit ihm einig „in der kritischen Ablehnung der von Gropius eingeleiteten Wende und entfernen sich – wie der Titel der Ausstellung nahe legt – notwendigerweise in ihrer künstlerischen Arbeit von einem auf Typisierung und Serienproduktion gerichteten Bauhaus“. (S. 10) Dazu gehören Schlemmer und Feininger, Schüler und Lehrlinge wie Marguerite Friedlaender-Wildenhain, Johannes Driesch, Theodor Bogler, Werner Gilles und Otto Lindig.

Wege aus dem Bauhaus – ein sehr klug gewählter Titel, der nicht nur den Abgang aus der Schule Bauhaus zeigt, sondern auch die Loslösung von den Stereotypen des Bauhauses. Gerhard Marcks und Alfred Partikel. Auf eine feine kleine Ausstellung in einem feinen kleinen Museum mit feinem kleinem Katalog soll unbedingt hingewiesen werden. Partikel ist ein weiterer Freund von Marcks, der leider in der vorgenannten Veröffentlichung nicht erwähnt wird. Der deutsche Landschaftsmaler Partikel (1888–1945) besucht von 1905–1907 die Kunstakademie in Königsberg, an die er 1929 als Professor für Landschaftsmalerei berufen wird, nach deren Schließung ist er von 1933–1944 an der Nachfolgeinstitution Staatliches Meisteratelier für bildende Künste Leiter für Landschaftsmalerei. Kurz vor Kriegsende flieht er von Königsberg nach Ahrenshoop. Am 20. Oktober des gleichen Jahres verschwindet er im Ahrenshooper Wald, sein Leichnam wird nie gefunden. Partikel gilt als einer der bedeutendsten Maler der ostpreußischen Landschaft, besonders der masurischen Hügellandschaft.

Marcks und Partikel lernen sich kurz nach dem Weltkrieg kennen. „Schon 1920 waren beide sich so vertraut, dass es zu einer künstlerischen Gemeinschaftsarbeit kam.“ (S. 8) Die Verbindung bewährt sich, zwischen Halle, Ahrenshoop, Berlin und Königsberg. Ab 1921 treffen sich beide regelmäßig in Ahrenshoop, im Hause der Partikels oder ab 1930 bei Marcks im Niehagener Haus, der Sommerresidenz mit Atelier, die ab 1943 nach der Zerstörung seines Berliner Ateliers sein Wohnsitz wird. „In den wenigen Schriftdokumenten, die in den Nachlässen beider Künstler über ihre Freundschaft Auskunft geben, drückt sich die Vertrautheit … aus … in der Tatsache, dass sie sich gegenseitig zeichneten, malten und modellierten.“ (S. 26).

Ein großartiger Ausstellungskatalog mit vielen Abbildungen!

 

Gudrun Wessing: László Moholy-Nagy. Gestalter des bewegten Lichts. Wiesbaden: Verlagshaus Römerweg, 2019. 175 S. ISBN 978-3-7374-0254-5. € 14.90

 

Hilde Heynen: Sibyl Moholy-Nagy. Kritikerin der Moderne. Dresden: Sandstein-Verl., 2019. 192 S. ISBN 978-3-95498-463-3. € 20.00

Die Kunsthistorikerin und Kunstjournalistin Gudrun Wessing nennt in ihrer Biografie László Moholy-Nagy den Gestalter des bewegten Lichts (seine Theorie dazu S. 39-41) und greift damit ein wesentliches Element des Künstlers heraus, der noch heute als „Künstler, Kunsttheoretiker und Bauhauslehrer, ein Visionäre und Autodidakt“ (Rückentitel) verehrt wird. Sie beschreibt neben seinem Lebensweg seine großen Erfolge, seinen enthusiastischen Umgang mit den Möglichkeiten der Technik, seine charismatische Persönlichkeit und seine Fähigkeit als Vermittler. Hannah Höch: „Mit ihm kam eine wärmeausstrahlende Kameradschaft in mein Leben.“ (S. 24, 26)

Moholy-Nagy (1895–1946) ist Maler, Fotograf, Typograf und Bühnenbildner, weniger bekannt ist seine Arbeit als Regisseur in der Stummfilmzeit. Geboren in Borsod in Südungarn, gerät er in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit von Budapest über Wien nach Berlin, wo er die Fotografin Lucia Schulz heiratet, es entwickelt sich „eine enge mentale und künstlerische Symbiose fruchtbarster Art“. (S. 22) Die Ehe wird 1929 geschieden, er heiratet 1935 in zweiter Ehe die Kunsthistorikerin und Architekturkritikerin Sibylle Pietzsch (1903–1971) – mit ihr beschäftigt sich die folgende Biographie.

Im Bauhaus übernimmt er 1923 den Vorkurs von Itten und die Metallwerkstatt von Klee und wird hier zu einem der bedeutendsten Lehrer, „dank seiner Persönlichkeit von Beginn an dominant“. (S. 7) 1924 beginnt er mit Gropius die Arbeit an den Bauhausbüchern. 1928 verlässt er aus Solidarität zu Gropius das Bauhaus und gründet in Berlin ein eigenes Atelier, 1934 emigriert er über die Niederlande und England in die USA 1938, wo er das New Bauhaus in Chicago und nach dessen Schließung ein Jahr später die Nachfolgeeinrichtung School of Design gründet. „Als Pionier und Prophet der Kunst- und Lebensentwicklung prägte Moholy-Nagy eine neue Ära am Bauhaus. Das experimentelle Leben und Werk des ‚Gestalters des bewegten Lichts‘ hat heute nichts von seiner außerordentlichen Strahlkraft eingebüßt.“ (Klappentext) Eine ausgezeichnete Biographie.

Für Frauen ist in der Geschichtsschreibung der modernen Architektur kaum Platz, mit Margarete Schütte-Lihotzky, Eileen Green und Lilly Reich ist in den letzten Jahren ein Anfang gemacht worden. Auch „Sibyl Moholy-Nagy hat es verdient, dass man sich ihrer erinnert und sich kritisch mit ihr auseinandersetzt – wie wir es tun mit all den „Riesen, auf deren Schultern wir stehen“. (S. 160) Die belgische Architekturprofessorin Hilde Heynen tut dies exzellent und nennt Sibyl Moholy-Nagy eine Kritikerin der Moderne, die US-amerikanische Zeitschrift „Progressive Architecture“ bezeichnet sie als „mutig, eigensinnig, streitsüchtig, humorvoll, unverblümt, einfallsreich, lebhaft und engagiert“. (S. 145) Über den Aufbau der Stalinallee in Ostberlin und die Bauten der Internationalen Bauausstellung in Westberlin urteilt sie: „In Westdeutschland ist die Architektur standardmäßig missraten; in Ostdeutschland ist sie es per Dekret.“ (S. 73-74) Aber der Reihe nach. Sibyl wächst in einem Künstlerhaus auf, sie ist die jüngste Tochter des Architekten Martin Pietzsch, ihr Onkel ist der impressionistische Maler Richard Pietzsch. Gesundheitlich labil ist sie oft unzufrieden und unstet. Ihre Stationen sind eine Buchhändlerausbildung, Schauspielunterricht, Studium der Philologie, Schauspielerin und Drehbuchautorin in Berlin. Dauerhafte Erfolge sind ihr nicht beschieden. 1929 heiratet sie den Industriellen Carl Dreyfuss, nach seinen Affären trennt sie sich 1931 von ihm und lernt in der Berliner Filmgesellschaft Tobis Moholy-Nagy kennen, beide heiraten 1932 in London, emigrieren nach Chicago. Sibyl findet jetzt hier Bestimmung, nach dem Tod ihres Mannes 1946 wird sie nicht nur die Verwalterin seines Lebenswerkes und gibt seine Werke heraus, so „Vision in Motion“, sondern sie wird eine der einflussreichsten Architekturkritikerinnen. Ab 1951 ist sie Professorin für Architekturgeschichte am Pratt Institute in New York und nach ihrer Emeritierung 1969 bis zu ihrem Tod Gastprofessorin an der Columbia University in New York.

Die Autorin stellt Leben und Werk von Sibyl Moholy-Nagy umfassend dar – eine Frau, die dem Bauhauserbe in der Architektur kritisch gegenüber steht, die „die Mythen von Meistern wie van der Rohe, Le Corbusier und Gropius“ entzaubert und „ihnen Größenwahn und Mangel an Respekt vor den Nutzern und Bewohnern der von ihnen entworfenen Gebäude“ (S. 10) vorwirft, die als eine der ersten die Moderne Architektur Südamerikas kritisch behandelt u.v.a. Es ist ein weiter Weg zu einer der einflussreichsten Architekturkritikerinnen zu werden und „die komplexe Geschichte der modernen Architektur um verschiedene Aspekte zu bereichern“. (S. 10) Eine großartige Biografie!

 

Johannes Itten. Kunst als Leben / Hrsg. Nina Zimmermann, Christoph Wagner. München: Hirmer Verl., 2019. 200 S. ISBN 978-3-7774-3346-2. € 34.90

 

Christoph Wagner: Johannes Itten. München: Klinkhardt & Biermann Verl., 2019. 79 S. (Junge Kunst. Band 28) ISBN 978-3-943616-50-7. € 11.90

Die Ausstellung des Kunstmuseums Bern zum BauhausJubiläum Johannes Itten: Kunst als Leben. Bauhausutopien und Dokumente der Wirklichkeit fasst erstmals das utopische Projekt Ittens zusammen, Leben und Kunst auf ganzheitliche Weise zu verschmelzen. Dieser Blick beruht in erster Linie „auf Ittens bislang unbekannte Form der zeichnerischen Welterschließung und seine hiervon ausgehenden künstlerischen Werkprozesse“. (S. 9) Grundlage sind die neu erforschten Tage- und Skizzenbücher, in denen Itten seine kunsttheoretischen Überlegungen festhält. In der Ausstellung zu sehen und im Katalog abgebildet sind Tusch-, Bleistift- und Tintenzeichnungen auf Papier sowie Collagen. „Untrennbar mit Ittens Kunstverständnis verbunden sind auch kulturhistorische Entwicklungsvorstellungen, die besonders in seinen Vorträgen deutlich rassistische Züge tragen.“ (S. 9) Der Kunsthistoriker Christoph Wagner hat als Mitherausgeber und Autor einen großen Anteil am Gelingen dieser Ausstellung, sein Buch Johannes Itten ist eine exzellente Ergänzung dieses Ausstellungskataloges.

Bis 1919 ist der Maler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagoge Itten (1888–1967) „unterwegs“, u.a. in Bern, Genf, Stuttgart und Wien. Dann beruft ihn Gropius an das Bauhaus, er entwickelt den Vorkurs und ist am Aufbau der Werkstätten beteiligt, hier versenkt er sich auch „umfassend in die esoterisch-lebensreformerische Mazdaznanlehre“ (keine Seitenangabe möglich, da das Buch ab S. 65 nicht mehr nummeriert ist) und vertritt sie offensiv. Die Farbtheorie, die er während seiner Tätigkeit am Bauhaus entwickelt, ist bis heute richtungweisend. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Gropius scheidet er 1923 aus dem Bauhaus aus, schließt sich in Herrliberg bei Zürich der Mazdaznan-Tempel-Gemeinschaft an und gründet eine Kunstschule für Naturstudium, Komposition, Form- und Farblehre. 1926 baut er in Berlin die „Moderne Kunstschule Berlin. Johannes Itten“ auf, die 1934 von den Nationalsozialisten geschlossen wird, von 1932 an leitet er die „Preußische Fachschule für textile Flächenkunst“ in Krefeld, 1937 wird ihm gekündigt. Er geht in die Schweiz und ist von 1938 bis zu seiner Pensionierung 1954 Direktor des Kunstgewerbemuseums und der Kunstgewerbeschule in Zürich. 1952–1956 leitet er das Museum Rietberg. Fazit: Ein vorbildlicher Katalog, der die Bandbreite von Ittens bildkünstlerischen Darstellungsformen zeigt und der zu einer Neubewertung seiner Person einlädt. Eine wunderbare kleine Einführung in Leben und Werk von Itten in der verdienstvollen Reihe „Junge Kunst“ des Verlages Klinkhardt & Biermann.

 

Winfried Nerdinger: Walter Gropius. Architekt der Moderne. München: Verl. C.H. Beck, 2019. 423 S. ISBN 978-3-406-74132-6. € 28.00

 

Bernd Polster: Walter Gropius. Der Architekt seines Ruhms. München. Carl Hanser Verl., 2019. 653 S. ISBN 978-3-446-26263-8. € 32.00

 

Jana Revedin: Jeder hier nennt mich »Frau Bauhaus«. Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman. Köln: DuMont Buchverlag, 2018. 303 S. ISBN 978-3-8321-8354-7. € 22.00

Zwei Biographien mit fast 1.100 Seiten über den omnipräsenten Gründer des Bauhauses Walter Gropius (1883– 1969) im Jubiläumsjahr Bauhaus 100! Die Darstellung von dem strahlenden Bauhaushelden, als der Gropius bis weit in die 1960er Jahre gilt, hochgehoben auf einen Sockel der Unfehlbarkeit, bröckelt seit langem. Und erst nach Auswertung seines Nachlasses bemühen sich seit Jahren Biographen um ein vollständigeres, ein angemessenes Bild. Dazu gehören auch Winfried Nerdinger, Prof. für Geschichte der Architektur und Baukonstruktion und derzeitiger Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, und der Publizist und Künstler Bernd Polster. Beide zeichnen Leben und Werk, z.T. minutiös nach, beide prüfen kritisch die kolportierten Meinungen und die Selbststilisierungen, sie ziehen aber divergente Schlüsse. Nerdinger befasst sich seit 1979 intensiv mit Gropius, hat dazu den gesamten schriftlichen und zeichnerischen Nachlass in Harvard durchgearbeitet und inzwischen die neuen Erkenntnisse in seine Publikationen eingearbeitet. Er verfasst einen Werkkatalog (The Walter Gropius Archive Band 1-3.1990) und „Das Bauhaus. Werkstatt der Moderne“ (3. Aufl. 2019). In seiner neuen Biographie zeichnet er den Lebensweg des wortgewandten und selbstverliebten Architekten nach, der sich in erster Linie als Visionär versteht und versucht, Talente zu fördern und Trends zu erkennen und diese mit anderen im Hintergrund arbeitenden Menschen verschiedener Berufe umzusetzen. Eine produktive Persönlichkeit mit Widersprüchen: Frauenfreund, Selbstdarsteller, Netzwerker, Charismatiker. Er konzentriert das Bauhaus insbesondere nach dessen Schließung auf seine Person, seine beiden in Dessau folgenden Direktoren bleiben außen vor – das ist Geschichtsverfälschung. Nerdinger arbeitet heraus, was Gropius für die Entwicklung der modernen Architektur bedeutet, wie er Selbstdarstellung („sein ausgeprägter Geltungsdrang“ S. 13) und architekturbezogenes Anliegen genial miteinander verknüpft, wie seine verbale Vermittlung von Ideen seine Form der Kreativität darstellt. „Gropius` Biographen sind vielfach dessen eigenen Vorgaben und Aussagen gefolgt und haben Person und Werk auch über Brüche hinweg vereinheitlichend interpretiert“ (S. 13), dazu gehört auch die dreibändige Biographie von Reginald R. Isaacs, „ein distanzlos verklärtes Porträt.“ (S. 15) Polster, seiner Feder entstammt u.a. „Das wahre Bauhaus“ (2019), breitet vor dem Leser ebenfalls Fakten aus, die seit Jahrzehnten mehr oder weniger bekannt sind, ordnet und wertet sie aber ganz anders als Nerdinger, und fast immer zum Negativen. Das beginnt schon mit Gropius` enger Bindung an die Mutter, die an ihn bedingungslos glaubt, vieles in der Zukunft erklärt sich „aus der hohen Dosis mütterlicher Gefühlsinjektion“. (S. 23) Das Fundament seiner Karriere hat Gropius irgendwo „fernab von den großen Strömungen und dem Fokus der Zeit.“ (S. 167) Für Polster ist Gropius „weder Pädagoge noch Künstler und als Architekt ein Autodidakt“ (S. 474) und „absoluter Laie in allen Kunstfragen“. (S. 458) Er macht ihn zum Messias (S. 239, S. 241), aus seiner Fähigkeit zum Reiten wird der Herrenreiter (S. 490), durch seine ostelbische Verwandtschaft wird er zum Junker (S. 485), er ist „in Wirklichkeit Felix Krull“ (S. 487), „Gott Gropius, der Schöpfer aus dem Nichts“ (S. 546), er ist Ideendieb, Aufschneider und Hochstapler. Der Autor untermalt dies mit reißerischen Zwischentiteln wie „Walterchens Welt“ oder „Alma, Sex und Avantgarde“ und Einordnungen von Gropius als Übeltäter, Schlitzohr und Bösewicht, so liest es jedenfalls der Rezensent. Daraus folgt für den Autor, dass es sich bei Gropius „gar nicht um eine Heldengeschichte, sondern eher um einen Schelmenroman handelt“ (S. 559), um einen Laien und Autodidakten, der alle seine Energien auf Selbststilisierung und Machtzuwachs richtet. Das ist in der Summe despektierlich. Schade, denn es gibt einige interessante Details, besonders die Herkunft, seine Kindheit und vor allem seine politische Entwicklung, die in künftige Biographien eingearbeitet werden sollten.

Fazit: Eine Dekonstruktion des Mythos? Gropius kein Gralsheiliger der Architektur? Nerdinger berichtet kritischdistanziert mit Sympathie über das Lebenswerk von Gropius, Polster begegnet ihm häufig mit Herblassung und Sarkasmus.

Das Buch Jana Revedin: Jeder hier nennt mich »Frau Bauhaus« beschäftigt sich in einer Dokufiktion mit einer immer noch großen Unbekannten im Bauhaus, der zweiten Frau von Gropius, Ise geb. Ilse Frank (1897–1983), mit Konzentration auf die Bauhaus-Jahre 1923 bis 1926, das Buch endet 1932 mit den Vorbereitungen auf das Exil. Aus großbürgerlicher, jüdischer Familie stammend, lernt sie, die Buchhändlerin und Büroangestellte, 1923 den 14 Jahre jüngeren Gropius kennen. Sie heiraten wenige Monate später, Ise verzichtet auf einen eigenständigen Beruf und stellt sich bis zu ihrem Lebensende in den Dienst des Bauhauses bzw. ihres Ehemannes. Sie wird Frau Bauhaus und zur Botschafterin dieser Institution. Sie verfasst die Texte für die Vorträge von Gropius, sie sitzt im Meisterrat, sie nutzt als Erste den Stahlrohrschwinger von Marcel Breuer, sie verhandelt mit Köln über die Ansiedlung des Bauhauses (dort wohnt ihre Schulfreundin Gussie, spätere Ehefrau von Konrad Adenauer), als das nichts wird, betreibt sie den Umzug des Bauhauses nach Dessau fast exzessiv und beschreibt dessen neue Funktionalität in der Öffentlichkeit usf. Die Autorin, Architektin und Professorin an der Ecole spéciale d`architecture Paris, stellt mit Ise Gropius eine herausragende weibliche Persönlichkeit in einem unterschwellig frauenfeindlichen Institut vor. „In Ise Frank hatte ich eine Zeitzeugin gefunden, die eine Fachfremde war und so einen durch und durch ‚kritischen Blick‘ auf die Bauhaus-Idee warf, bevor sie sie zu ihrem ‚zweiten Ich‘ machte.“ (S. 10) Die Grundlage des Buches sind ihre Tagebücher, angereichert durch fiktive Komponenten. Diese Kombination führt zu einer sehr gut geschriebenen kurzweiligen Ergänzung anderer Veröffentlichungen über das Bauhaus. Eine umfassende Biographie zu Ise Gropius steht aber noch aus.

Prof. em. Dieter Schmidmaier (ds), geb. 1938 in Leipzig, ­studierte Bibliothekswissenschaft und Physik an der ­

Humboldt-Universität ­

Berlin, war von 1967 bis 1988 ­Biblio­theksdirektor an der Berg­ aka­demie Freiberg und von 1989 bis 1990 General­direktor der Deutschen Staatsbibliothek Berlin. ­

dieter.schmidmaier@schmidma.com

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